Herbst-Zeit-Lose


Gilt das eigentlich schon als Herbst, wenn das Gras zwischen den Gehwegplatten noch satt und grün ist? In der Sonne ist es noch warm, auch wenn sich die gelbe Sau nur noch schräg von der Seite auf die Welt traut.

Gestern wieder nix.
Zweimal 5 Eur, Zweimal 50 Eur und Zweimal 10.000 Eur. Immer übereinander. Perfide.
Habe dann Peter angerufen, und ihn ein wenig beschimpft. Er kommt gebürtig aus Berlin, dem Verlies der Wunderjahre, und für Menschen, die den Dienst an der Waffe nicht ertragen konnten. Heute legen dieselben ihre Kohle beim Ackermann an. Auch so ein Herbst. Ein europäischer Herbst. Der soll ja bekanntlich auch seine schönen Tage haben.

Bevor der November-Regen kommt, war gestern so einer. Ich schlendere mit Björn den Altonaer Balkon herunter, die Sonne schon auf halb acht. Die Hose seines Sohnes auch. Die beiden essen Eis, wir bestellen Bier. Schmeckt schon wieder. Continue reading “Herbst-Zeit-Lose”

Im Sommer frei

Wenn ich erwache, morgens meist, dann schaue ich auf eine Oase. Grün ist es hier jetzt im Sommer und von einem Wall umgeben in dem Menschen wohnen. Der Putz bröckelt leise von den Mauern, manchmal höre ich es rieseln nachts.

Streetart BerlinDie Flasche Wein drückt noch ein wenig in meinem Kopf, viel mehr als Schlappheit bleibt nicht mehr von so einem bisschen.

Die erste Morgentoillette ist schnell gemacht. Das mag ich so an der Spree, dass sie sauber ist und warm und mich dennoch erfrischt. Nun geht es hinaus aus meiner Burg zwischen Oberbaumbrücke und Kreuzberger Nacht. Hinaus in den umzingelnden Wahnsinn von hetzenden Menschen und den vielen Touristen. Ich mag die leiden, die meisten, und doch sehen sie mich nicht. Mir tun sie leid, je mehr Mitleid aus ihren Augen spricht, dieses schnell abnehmende Mitleid, das eigentlich nur dazu dient den wohligen Schauer des Grauens auszukosten, wenn die Vorstellung, man sei ich, der Erkenntnis weicht, es doch nicht zu sein. Continue reading “Im Sommer frei”

Darf man Winterreifen im Sommer fahren?

Winterreifen Mustang

Ich habe von meiner Werkstatt den Tipp bekommen, doch einfach meine Winterreifen im Sommer drauf zu lassen, statt Ganzjahresreifen oder Sommerreifen aufzuziehen. Ich wüsste auch gar nicht, wo ich die Winterreifen lagern sollte.

Wenn ich unter 180 km/h fahre wäre das kein Problem, erst bei einer hohen Geschwindigkeit würden sich die Reifen verändern. OK, soweit so d’accord – ich bin faul. Doch eben lese ich bei wer-weiss-was auf Facebook, dass es ein Urteil gibt, wegen des längeren Bremsweges, und dass somit das Fahren von Winterreifen im Sommer quasi verboten ist. Ist da was dran? Was meint der ADAC?

Namibia angenehme Reise-Zeit?

Wenn in Deutschland Winter ist, dann ist auf der südlichen Halbkugel Winter, also auch in weiten Teilen Afrikas. Soweit, so klar, hat man ja bei der Fußball-Weltmeisterschaft gut sehen können.

Nun, meine Frage: wann reist man dann ins wunderschöne Namibia? Im Frühling, oder lieber in unserem Spätherbst, also Oktober, November?

Sommer vor der Thür

Mein Platz vor der Thür
Der Weg an unserm Haus entlang,
wie wunderschön war das!
War morgens früh mein erster Gang,
bis an das Knie im Glas,
da spielt ich bis zum Dämmerschein
mit Steinen und mit Sand;
Großvater holt’ mich abends rein
und nahm mich bei der Hand.
Dann wünschte ich mir groß zu sein
und übern Zaun zu sehn.
Großvater meinte: laß das sein!
Wird früh genug geschehn!
Es kam so weit; ich hab besehn
die Welt da draußen mir,
es war darin nicht halb so schön
als damals an der Thür.

frei nach meinem Ur-Ur-Großonkel
Klaus Groth (1819 -1899):

StadtRad Hamburg – der Sommer der Bewährung

Das Stadtrad Hamburg ist eine Erfolgsgeschichte. Ich sehe immer mehr Hamburger mit den roten Rädern der Deutschen Bahn durch die Hansestadt radeln.

Das System ist ausgeklügelt, der Service schnell und freundlich. Dennoch steht dem System aus verteilten Fahrrad-Stationen im Innenstadt-Bereich von Hamburg die Bewährungsprobe erst noch bevor – und sobald es sommerlicher wird draußen, zeigen sich auch Probleme. Continue reading “StadtRad Hamburg – der Sommer der Bewährung”

Barfußsommer

In Dänemark vergeht die Zeit nicht schnell. Mancherorts, wie auf Aerø bleibt sie auch stehen.
Der Sommer ist manchmal warm und wenn der bare Fuß wochenlang durch Gras und Sand gelaufen ist, dann kommen einem Streifen auf Asphalt komisch fremd vor.

Foto: aufgenommen mit der ILomo-Funktion der Quadcam auf einem IPhone 3GS

Locker bewölkt

Altona Rathaus

Die größte Hitze ist vorbei, und es steht nicht zu erwarten, dass da noch viel kommt.

Die Temperaturen in Hamburg und Altona pendeln sich in einem Bereich ein, der für uns Norddeutsche ja ideal ist. Kein Frieren, kein Schwitzen, kein Sonnenbrand.

Sind wir ehrlich, ohne eine leichte Jacke haben wir uns nur eine Zeit lang, im Hochsommer nämlich, wohl gefühlt. Wieso also dagegen ankämpfen?

Das sagt sich wohl auch Hein Steinbrück. In diesem Klima des Übergangs fühlen sich die Leute doch pudelwohl. Wohl auch ein Grund, Bundestagswahlen immer im September zu veranstalten.

Die Erinnerung an den famosen Sommer im Schatzkästchen und leichte, freundliche Winde im meteorologisch vorhersagbaren Zeitraum. Wer will da von Sturm und Flut sprechen, wenn er plätschern und zwitschern kann.

Noch 11 Tage und neun Stunden Wahlkampf – dann beginnt der politische Winter.

11° im Sommer

11° -Celsius- messen die Stationen in Hamburg, einige Tage nach dem meteorologischen Sommeranfang. Es tröpfelt leicht.

Ich fahre an Einkaufzentren vorbei, bei denen es schwer ist, sich vorzustellen, wie vor 30 Jahren die Verheissung der Moderne sie umfing. Vergangener Aufbruch.

HH-Farmsen: eine schwule Disco-Band aus New York schmachtet aus meinem IPod heraus “Laura, give me your love” – toller Song. In Barcelona ist es warm, 23° Grad, “morgens” sagt der aufgekratzte Mann im Radio.

Sommerzeit

Bald ist Wintersonnenwende, wir feiern Weihnachten. Wie schön. Keine Zeit sich bei der Jahresend-Ralley zu besinnen. Dann ist es schon vorbei, und etwas schreckliches beginnt: die graue Zeit des Januar, Februar und März, bis endlich zur Zeitumstellung zur Sommerzeit.

Deswegen darf man sie auch nicht abschaffen, diese Erlösung. Noch so weit weg.

Sommermärchen 2.0: 2008 filmen BILD Leser für Wortmann

wm 2006 sommermärchenVor zwei Jahren entstand ein Film, der oft mißgedeutet wurde. Oft als das große Werk eines Regisseurs, der schlicht nur dort war, wo andere nicht hin durften. Der Film, kurz vor Weihnachten aufgeführt, weckte Emotionen, und wirkte trotz und nicht wegen Sönke Wortmann.

Nun will der Mann, der einfach mal drauf hielt im magischen Sommer 2006, der zu einer Art Maskottchen des deutschen Teams wurde – und das ist sein einziger eigentlicher Verdienst – noch weniger arbeiten. Er liefert seinen Namen, sammelt Filmchen von BamS-Lesern und frickelt die dann zu einem dokumentarischen Spielfilm zusammen.

Ich frage mich, wie das mit den Vergütungsmodellen gedacht ist, für die Hobbyfilmer.
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Die Klinsmann-Katastrophe

Ich weiß nicht, was sich Hoeneß und Rummenigge da gedacht haben.
Ich prophezeie ein verkatertes Auseinandergehen nach einem halben Jahr.
Es ist interessant zu beobachten, wie sehr Bundesligamanager, auch die sonst so souverän wirkenden Herren des FCB, getriebene der Presse und ihrer eigenen Pressesucht sind.

Sicher, das ist ein Hammer, diese Meldung – und es schlagen wieder Massen an Prolls hier auf, denen es wichtig ist zu erfahren, ob Klinsmann schwul ist – dennoch passen diese Gegensätze nicht zusammen. Hoeneß selbst wird sich hassen für diese Entscheidung, und im Winter 2008 den Stecker ziehen. Spätestens dann ist der Trainer Klinsmann in Deutschland verbrannt, das Sommermärchen eine blasse Erinnerung. Ein neuer Fußball-Winter steht dann vor den Herren und die bittere Erkenntnis, in nur zwei Jahren drei große Namen des deutschen Fußballs (ja ich weiss, auch ein Schweizer dabei ;) ruiniert zu haben.

Viva Con Agua: Hilferuf

viva con aqua

Dringende Onlinespende, ein Aufruf:

Der Sommer ist schon lange vorüber, die Erinnerung an Viva Con Agua fängt wohl an zu verblassen. Benny Adrion ist zur Zeit auf Reisen, auf den Spuren seines Engagements, sehen, zuhören, aufnehmen, was noch an Hilfe gebraucht wird. Gestern las ich in der Mopo, dass ihm kangsam die Spenden ausgehen. Weihnachten vorbei, Deutschland mitten in der Winterpause. Jetzt klamm werden ist tragisch:

(Viva Con Agua) hatte er Mitte 2005 gegründet, zunächst 50000 Euro an Spenden gesammelt, damit 153 Kindergärten auf Kuba mit Trinkwasserspendern ausstatten lassen. Danach folgten die ersten Unternehmungen in Afrika. Insgesamt holte er durch Aktionen, für die er Promis wie Fettes Brot, Gentleman oder Sasha begeistern konnte, über 200000 Euro rein.

Jetzt steht der 26-Jährige am Scheideweg. Wenn er in acht Wochen zurückkehrt, fällt eine Entscheidung für oder gegen “Viva con Agua.” Ein finanzstarker Sponsor muss her! Adrion: “Die fünf Leute, die ständig im Einsatz sind, können das nicht mehr ehrenamtlich betreiben. Sie müssen ihre Wohnungen finanzieren und sich ein Brot kaufen können.”

Das gilt auch für ihn selbst: “Mein Konto ist langsam leer.” Denn den Fußballer Adrion gibt’s momentan nicht mehr. Leider.

Schulferien 2008 – Urlaub planen

Bildungstag.
01.02.

Hamburger Skiferien – für uns gehts wohl in die Sonne
10.03. – 20.03.

Pfingstferien – wenn ich wählen dürfte, dann wieder Mallorca
02.05./13.05. – 17.05.

Die großen Sommerferien. Ohne eigenes Ferienhaus kaum zu bezahlen. Mit eigenem Ferienhaus, müssen andere da wohnen zu der Zeit. Um es zu bezahlen. Ein Dilemma.
17.07. – 27.08.

Herbstferien – wenn es über Pfingsten nicht klappt zum zweiten Frühling nach Mallorca.
13.10. – 25.10.

22.12. – 02.01.
Weihnachten immer zuhause. Wo auch sonst?
Sylvester vielleicht weg. Hängt davon ab, wieviel Urlaub nu noch über ist ;)

Halbzeitspätsommermärchen

Mann, da dachte ich in den ersten 20 Minuten, das gleiche, was Jesus Netzer seinerzeit dachte: “kriegen wir hier fünf sind wir noch gut bedient”.

Dann dieser Wuchtschuss aus Schalke, ein Traum und diesen platzenden Knoten hat man in Ottensen noch gehört. Lehmann droht mit der Höchststrafe: Sieg in Wembley, wieder.

Forever Young

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Es war einer dieser Momente, die man nie vergisst.
Meine Freundin Patrizia stand an einem lauen Sommerabend im September 1984 am Fenster ihres Jugendzimmers und blickte melancholisch in die Nacht. Vor ihr lag die bescheidene Skyline unserer stolzen Heimatstadt.

Ich saß auf ihrem Futtonbett und schaute sie verliebt an. Als Patrizia sich umdrehte und mir verlegen zulächelte, bemerkte ich Tränen in ihrem zarten Gesicht. Im Hintergrund zelebrierten Alphaville auf einer 90er BASF-Ferrochrom-Cassette die letzten Akkorde ihrer Sehnsuchts-Hymne „Forever Young“. Es war so schön wie es kitschig war.

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Americas Cup: Start ins Windloch gefallen – Flaute und Sonnenbrand in Valencia

Das erste Mal ein deutsches Team dabei beim Americas Cup.
Das erste Mal startet das Race in Europa. Im schönen Valencia, weil die Seen in der Schweiz, dem Überraschungssiegerland vom letzten Mal, einfach zu klein und windstill sind im Sommer.

Und dann das: Flaute verhindert den fulminant geplanten Start des Megarennens. Auf englisch liest sich das dann so:

Valencia, 16 April, 2007 – Following a four year programme of racing across Europe, on Monday the first day of racing in the Louis Vuitton Cup was scheduled. For the first time, the challengers were sailing for their lives, with elimination looming after two Round Robins.

But the weather didn’t fully cooperate. For the more than 50 thousand spectators in the AC Park on a holiday Monday, it was a beautiful, warm, sunny day; the first for weeks. But on the water, the wind needed for fair racing never materialised with a very light and unstable sea breeze teasing race officials and sailors alike. Racing was postponed with the teams remaining on the water all afternoon. Race Officers Peter Reggio and Harold Bennett held station until 16:50 when racing was called off for the day.

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450 ppm. – irgendwann im Frühsommer 2020 geht die Welt unter

Reblog: Copenhagen

In 13 Jahren geht die Welt unter, die wir kennen. So oder so.
Wir haben die Kündigung für unser Zimmer in der großen Wohngemeinschaft erhalten, wegen zu häufigen Störens. Nie haben wir den Dreck, den wir gemacht haben auch wieder abgebackt. Nie den Müll runtergebracht. Obwohl, das stimmt nicht ganz. Wir haben ihn nur immer neben den Mülleimer gestellt. Nach uns die Sintflut.

Ich habe auch schon öfter die Wohnung gewechselt, die Gegend, die Stadt. Komischerweise lebt man bis zum letzen Abend wie schon die Jahre zuvor. Man kauft beim Bäcker um die Ecke zwei Croissants und flucht jeden Abend über die Parkplatznot. Am Tag der Wohnungsübergabe wundert man sich dann ein wenig über sich selbst. Wie selten man doch an diesen Augenblick gedacht hat, vor lauter Alltag.

Der Nachbar, der immer morgens heiß badet und dabei mit seinem Popo auf der Emaille herum quietscht, der muss nun 2020 mit einem Ausziehen. Ob er will oder nicht.

Noch sträuben wir uns, geben dem Alltag und der Gewohnheit nach. Auch der Gewohnheit, bei drohenden Katastrophen uns mit Popmusik betäuben zu lassen. Ein globales singen pfeifen im lichten Walde.

Eigentlich ist Gewohnheit eine gute Eigenschaft. Sie hilft, uns an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Irgendwann gewöhnen wir uns an alles, auch den morgendlich quietschenden Nachbarn über uns.

Der Todfeind der Gewohnheit ist die Zeitnot. Die Frequenz mit der Zyklen nun durchlaufen, ist einfach zu hoch. Wir müssen uns wohl warm anziehen, denn unser dickes Fell schützt nicht mehr. Immerhin, wir haben noch 13 Jahre Zeit uns daran zu gewöhnen, ausziehen zu müssen. Punkt 450 ppm ist es soweit, irgendwann im Frühsommer 2020.