Neben Judith?

Ich setze mich nach einem langen Telefonat in das Café unter den Linden, auf die der Meile abgewandten Seite. Ich möchte meine Ruhe. Finde einen freien Tisch, den die Linden, die Markise und das weiße Gitter des Eingangs gemütlich abschirmen.

Neben mir sitzen zwei Frauen, die miteinander reden. Ich setze mich und bestelle einen Pfälzer Grauburgunder von 2009. Inzwischen sind genügend Fetzen der Unterhaltung neben mir herübergewandert, dass mir klar ist: das ist kein Gespräch, das ist ein Interview. Continue reading “Neben Judith?”

Farewell Whitney

Whitney Houston ist tot, wow, das haut mich um. Vielleicht, weil sie noch mehr Teil meiner Jugenderinnerungen war, als Michael Jackson bspw. Der fand ja auch jenseits der frühen 90er statt. Sie nicht. Eingekapselt in Erinnerungen an Knutschereien zu ihrer Musik und dem klagvollen Nachgeben, wenn man nach Dirty Dancing nun seine Schwärme noch in Bodyguard begleiten musste.

Die Sängerin Whitney Houston ist tot. Wie US-amerikanische Medien in der Nacht zum Sonntag berichteten, starb die Soul- und Popdiva und sechsfache Grammy-Gewinnerin im Alter von 48 Jahren. Die Leiche sei am Samstag im Beverly Hilton Hotel gefunden worden. (ZEIT online)

Der leichte Unmut, mit dem sie ihre glasklare Stimme in die Welt getragen hat, und ihre Selbstzerstörung machten sie letztlich erst zu einer meiner Ikonen. Kaputtgehauen und ausgespuckt vom Popzirkus verlor sie letztlich nie ihre Würde, auch wenn sie oft kurz davor stand.

Welcher (peinliche) Pop-Song erzählt die schönste Geschichte ..? #storytelling

Meinetwegen auch jedes andere Genre: Rock, Hardrock, Folk, Country, Blues, Rap … younameit?

Ich bin letztens mit @momorulez drauf gekommen, als wir beim Mittagessen im Raval diskutierten und mir wieder einfiel, dass wir beim “vh1-derland” damals ein Ritual hatten, bei dem jeder einmal seinen peinlichsten Lieblingssong spielen durfte/musste.

Nun stolpere ich bei quora über die Frage nach den besten “storytelling songs” … und es sind gleich ein paar meiner echten und peinlichsten Favoriten dabei: ;)

Convoy by C. W. McCall
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Kopfhörer

Headset Sennheiser HD 202
Headset Sennheiser HD 202

In meiner Welt ist es laut. Ungebremst fluten diese lauten Wellen meinen Kopf. Erhöhen den Druck in meinem Kopf, leiser Schmerz schmiegt sich von innen an meine Schädeldecke zu einer angenehmen Einsamkeit. Paradise City. Wuchtige Gefühle steigen herauf, wollen empfunden werden. Ich schließe die Augen. Das Außen und ihre Wahrnehmung passen nicht mehr zu der Athmosphäre, die ich durch meine Ohren atme.

Jetzt passen die rot-orangenen Lichtpunkte besser. Bis auf ein leises Zischen habe ich alles ausgesperrt. Würde mich nicht wundern, wenn alles verschwände in diesem Moment.
PAX

Etwas stößt an mein Knie. Ich nehme den Kopfhörer ab und bitte um einen Kaffee und ein stilles Wasser. “Nein Danke, keine Laugenstange”. “Cabin Crew 10 Minutes to landing” zerrt der Lautsprecher über mir die letzten Reste Wohlgefühl ins All hinaus. Der Mann neben mir hat gefurzt.

Mac OSX Tipp: Aus M4A-Itunes-Downloads MP3 machen (konvertieren)

Ich habe eben nach einer Freeware (kostenloser Software) gesucht, die aus den Songs, die ich im m4a-Format im Itunes Store gekauft habe MP3s macht. Nach kurzer Recherche dann die Überraschung. Das Konvertieren von M4U-Dateien in MP3 erledigt ITunes selbst.

Einstellungen:
1.) In den Import-Einstellungen von iTunes “mp3” als Konvertierer einstellen: “iTunes -> Einstellungen -> Allgemein -> Importeinstellungen”
# Die zu konvertierenden Dateien auswählen und mit dem Menü ”Erweitert -> Auswahl konvertieren in MP3″ umwandeln. Rechte Maustaste geht auch (Contextmenu)

1983 … Der Countdown läuft #Atomzeitalter

Wir leben im Atomzeitalter
Wir sind der Zukunft Mitgestalter. Computer könn´ wir konstruiern, die auf Befehle reagiern.
Es könnte sein, daß es passiert, wenn sie von falscher Hand geführt, daß sie vernichten nuklear, die Welt wie einst Hiroshima.
Der Countdown läuft…

Es war an einem heissen Sommertag im August 1983, als ich mit meiner damaligen Freundin namens Patrizia in den Dünen von Wangerooge lag und im Radio den Song „Computerkarriere“ hörte. Es hat mich mächtig beeindruckt und auch erschreckt, mit welch einfachen Worten der bevorstehende Super-Gau beschrieben wurde. Und das ausgerechnet noch von den Puhdys aus der DDR.

Originaltext von Le Conferencier in diesem Blog

Gitarre spielen lernen – guter Online Video Kurs gesucht

Gitarre
Gitarristen kriegen die schönsten Frauen, so lautet eine der Regeln des Rock n Roll – und das macht neben den Kindheitserinnerungen von Gitarre-spielenden Kumpels an den Lagerfeuern der dänischen Südsee auch die Faszination dieses Instrumentes aus. Aber wie lerne ich das Gitarre-spielen einfach? Online, da wo ich die meiste Zeit verbringe? Gibt es Gitarren-Kurse online als Video-Tutorial? taugen die was?

Oder als IPad-Lern-App mit Feedback vom Musiklehrer? Ideen oder wirkliche Alternative zur Musiklehrerin um die Ecke?

Bobby Farrell (Boney M.) tanzt voraus (overleden)

Overleden ist niederländisch und bedeutet versterben. Gebroren in Aruba, berühmt geworden in Deutschland und verstorben in St. Petersburg, wie es sich gehört im Hotelzimmer, endete das Leben vom Vortänzer einer ganzen Generation, dem einzigen Mann, dem Hahn im Korb der Kunst-Kombo oder ersten Girlieband mit Tänzer – Boney M.

(und bezeichnend, dass Google News zu diesem Zeitpunkt lediglich holländische online Medien listet, die das melden – oder meine timeline via twitter!)

Kalifornische Klassik

Das ist wie die Wiener Klassik um 1800, wo noch ein Haydn lebt, und der Beethoven hinzukommt und dann noch der Schubert. Das ist Palo Alto heute. Da kannst du dich in Stuttgart, Freiburg oder München noch so anstrengen, du schaffst es einfach nicht. Heute ist es eben nicht Wien, Paris und auch nicht New York, sondern Kalifornien. Das ist einfach die Intelligenz im Software-Schreiben.

Hubert Burda im meedia Interview, und ein zutreffender Vergleich, wie ich finde. “Code is Poetry”, als Partitur verstanden :)

Schland-o-Schland – das gemachte One-Hit-Wonder?

Ich bin via Twitter auf die angebliche Studenten-Parodie auf Lena’s Eurovision-Hit “Satellite” gestoßen. Eine schicke, übersichtliche Website – mit Impressum. Mein erster Eindruck: »so würde ich eine Persiflage auf Lenas Song machen, wenn ich als professionelle Produktionsfirma das auf “Student” trimmen will.« Continue reading “Schland-o-Schland – das gemachte One-Hit-Wonder?”

Künstlernamen-Generator – Pseudonyme selber machen

 

Wie finde ich einen coolen Künstlernamen?

Ich Mayer Hawthorne Berlin 2009 Tourmöchte auf Youtube mit Videos experimentieren oder habe ein E-Book geschrieben, von dem meine Frau oder mein Chef nix wissen sollen: Da muss ein Alter Ego oder ein Pseudonym her!

“Anonym” ist ja auch doof auf die Dauer – und ein Künstlername sollte gut überlegt sein – vielleicht hat man ja Erfolg und dann hat man den Salat.

Dieser einfache Trick generiert tolle Künstlernamen:

“The Code? The Code is – you take your Middlename and the Streetname you are born”

… antwortet Mayer Hawthorne, die Soulsänger aus Detroit, auf die Frage, wie er denn auf seinen Künstlernamen gekommen sei.

Probiert das mal selber aus, ist ganz lustig:

  1. Nimm Deinen mittleren Namen. Hast Du keinen, nimm den Deiner Großmutter/ -vater
  2. Nimm die Straße in der Du geboren bist
    (Entweder die Wohnung Deiner Eltern oder die des Krankenhauses)
  3. Kombiniere beides, fertig ist Dein Künstlername!

Ich verwende bspw. den Künstlernamen “Peter Jenisch”, wobei ich das “…straße” in “Jenischstraße” einfach weggelassen habe.

Mit in meiner Band (für Bandnamen geht das auch, ist aber einen Tick komplexer) Ekkehard Moorkamp und Mirjam Gundermann.

Extrabreit als Garausmacher der NDW?

Heute Abend startet arte eine Reihe über die 80er Jahre:
„Welcome To The Eighties“, Arte, 11. August, 22 Uhr 55. Fortsetzung 18. und 25. 8.

Der Tagesspiegel dazu:

In Deutschland dagegen regieren die Neubauten und D.A.F, später die Neue Deutsche Welle, die sich bald mit Witzbands wie Hubert Kah oder Extrabreit selbst den Garaus macht.

… bin ich der Einzige, der das für Kai und Konsorten nicht so sehen will? Lustig, dass dieses Jahrzehnt erst im Kontrast zu den biederen 90ern und den modrig-stillen 00ern so spannend erscheint.

Schöne Aussichten: BRIXTONBOOGIE – Live

“am kommenden Mittwoch, den 29. April, findet das Warm-Up zur neuen Veranstaltungsreihe “BRIXTONBOOGIE – THE CLUB” im wiedereröffneten “Café Schöne Aussichten” statt.” schreibt mir mein damaliger und erster Chefredakteur. Und ich will mir das merken:

Live on Stage: BRIXTONBOOGIE
Turntables: DJ Swift , Frank Rübcke
Location: Café Schöne Aussichten, Alter Botanischer Garten (Eingang Gorch-Fockwall)
Door: 19.00 h
Show: BRIXTONBOOGIE, 20.30 h

You are very welcome!

pata pata: mamma africa is gone

Bild 3.png

Es gibt kaum ein Lied, nein es gibt keines, was mich so lange schon so eng begleitet. Meine Mutter hörte das rauf und runter in dem Jahr, das sie in New York lebte (1967). Ich war schon dabei irgendwie – eine persönliche Legende, bei der man Lieder im mütterlichen Bauch vorgespielt bekommt, dieses immer wieder gehörte in Geschichten an die eigene Biografie bindet und Musik dann immer auch unter diesem Aspekt erlebt – ganz tief verinnerlicht.

Noch heute jagt mir dieser Song wohlige und intensive Schauer über den Rücken. Vielen Dank Miriam für diesen Song! Von hier ab, gehe ich alleine weiter.

Zenzile Miriam Makeba collapsed on stage, at the end of her set, after singing Pata Pata.

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Engel im Darm, die konsequente Fortführung des business case “Klingelton”

angel, engel, klingelton

Erfolg braucht Fantasie. Die digitale Wirtschaft hat da eine Menge von anzubieten. Ohne lästige Warenwirtschaften, die bspw. Bananen und Caffee um die halbe Welt schiffen müssen zum Verbraucher, kommt das digitale Produkt ohne Schiffspassagen und Bahnwaggons aus. Engelsbotschaften gleich kommt das digitale Gut, ohne Reibungen zu verursachen, zu seinem Kunden.

Immer im Original, denn digital sind alle Kopien auch Master. Göttlich.

Die bisherige Krönung dieser Schöpfung ist der Klingelton. Eine digitale Abart von Musik, der man bis vor kurzem meist wiedergeboren begegnete- in Aboform. Da ist der Schritt zur Vermarktung weiterer geistiger Produkte nur konsequent.

Der österreichische Sender Telemedial bietet Engel-Support und göttliche Energie per TV in einem Teleshop an, der von den Ungläubigen in den digitalen Medien und in Internetforen heftig angegriffen wird. Nun wird ihm auch noch die Lizenz entzogen.

Der Bundeskommunikationssenat bestätigte gerade, dass Telemedial mit seinem Heiler die Gesundheit gefährdete und so das Privatfernsehgesetz verletzte. Der Moderator erklärte einer Anruferin, seine „Engel“ würden einen “Darmaustausch” an ihr vornehmen und zitiert “Engel” mit: “Wir sind im Darm und arbeiten den neuen Darm ein.” Der Lizenz droht Darmverschluss. (prie, fid/DER STANDARD; Printausgabe, 3.6.2008)

Das Modell wird aber überleben. Sie ist himmlisch digital die Engelsmacht und eine Nachfrage scheint es dafür ja auch zu geben.
Amen.

via Stefan
foto: flickr

anhang: bei Thomas gibts noch weitere Infos, schön zusammengetragen.

Coolste Sau, ever!

Habe gerade einem jüngeren Kollegen von Isaac Hayes vorgeschwärmt. Das ist wichtig, um Leben zu begreifen, das Wesen auch von Coolness, die eben nicht blutarm daher kommt, sondern pulsierend, harmonisch, tief und pulsierend.

Papa was a Rolling Stone – Isaac Hayes, Charlotte + Jazzie B

… aufgenommen wohl in einem französischen Sender, manifestiert sich hier Musik mit Ecken und Kanten, dennoch kraftvoll und lang nachwirkend in den letzten Arbeitstag der Woche.

Neonazi Demo in HH-Barmbek: Fule-Anwohner als Hamburgs Stimme gesucht

fsk nazi aufmarsch barmbek 1. mai

Liebe Barmbeker,

ich habe lange in eurem schönen Stadtteil gearbeitet. Deswegen weiss ich, dass ihr feine Leute seid. Zumindest die meisten von euch.

Als Hamburger, die direkt an dem braunen Strom wohnen, der sich in dem von ihm ungeliebten Grundgesetz sonnend über euren Stadtteil ergießt: Hängt Fahnen hinaus, rote Tücher, schimpft vom Balkon. Zeigt diesen Firguren, dass sie in Barmbek nicht willkommen sind.

Macht die Fenster auf und stellt eure Boxen auf den Sims.

Gebt den Nazis auf die Ohren! Stellt eure Lautsprecher in die Fenster und hört Musik von Radio FSK 93.0 Mhz!

Alle anderen Barmbeker sollten diesem Aufruf folgen: sich nach der Demonstration an den zahlreichen geöffneten Cafés und Bars in der Fuhlsbüttler Straße zu versammeln. “Dort werden sich hoffentlich so viele Menschen versammeln, dass kein Platz mehr für die Neonazis und ihre menschenverachtenden Parolen ist”, heißt es. Ab 13.00 Uhr lautet das Motto “Barmbek nimmt Platz!”

Wem gehört der Fußball?

warnunk

Manchmal sieht man Konflikte kommen, und ist doch überrascht, wenn sie plötzlich da sind. Vor allem, wenn sie durch Medien “beschleunigt” werden. Vor einiger Zeit habe ich geunkt, dass spätestens zur EM 2008 die Frage zu diskutieren sei, ob der Fan 2.0, der da aus dem Stadion twittert, flickrt, casted oder bloggt, sich strafbar macht oder ob er sein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung ausübt.

Nun diskutieren wir über mich, meine 1000Mikes-Handy-Übertragung, den FC St. Pauli, die DFL, den Begriff Rundfunk und die Meinungsfreiheit. Besonders wohl fühle ich mich nicht dabei.
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Schick mir Dein GIF 2.0

Aaron König ist ein alter Bekannter aus der hanseatischen Internetszene und wer glaubt, dass Schnappi der erste Song war, der sich viral im deutschen Internet verbreitete, der kann beim nächsten Bitfilm-Festival in HH, dessen Initiator Aaron ist, seinem digitalen Vorfahren begegnen, also Schnappis jetzt.

Vor nun 10 Jahren sandte Aaron mithilfe meines heutigen Kollegen Hanno seine Liebeserklärung an ein Grafikformat in die Welt: “Schick mir Dein GIF”, einer der ersten viralen Kampagnen des damals noch jungen deutschen Internet.

Hier nochmal zum Anhören »».

Aaron habe ich auf dem DLD08 getroffen und wir spannen über eine 2.0-Version dieses Liedes und dieser Aktion. Bin gespannt.
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Kurzlebig: 2 Jahre Grup Tekkan und kein weiterer Bloghype in Sicht

grup tekkan
Morgen ist es zwei Jahre her, dass via n:tropie und Spreeblick das Video der Grup Tekkan mit ihrem Bloggersdorf-Hit “„Wo bist du, mein Sonnenlicht?”, das Licht der Sonne erblickt hat.

So richtig in Ruhm sonnen, konnten sich die Jungs nur kurz. Trotz Stefan Raab und Auftritt bei TV-Total hat es für eine nachhaltige Top-Platzierung im echten Leben nicht gereicht.

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Mein erstes Album

einstein observatory

Toll. Da habe ich eine Band, zumindest schon mal den Namen und auch schon ein Album, allerdings ohne Band recht klanglos. Aber hej, das kann ja noch werden. Immerhin, den Titel des Albums hab ich schon mal. Sieht doch alles recht angenehm aus, passt irgendwie auch zu dem, was ich mir unter der Musik vorstellte, die ich dann machen würde wollen.

Hihi, schöne Idee, das mit dem Musikalbum-Generator.
Nur eine Frage der Zeit, bis das jemand nachbaut. Irgendwie aber auch schön, das “händisch” abzusurfen. Ist irgendwie, wie ein unplugged-Alben, die kommen auch wahrhaftiger rüber. Und das ist bei Dingen, die es nicht gibt, wohl nie geben wird, schon was wert ;)

Hier nochmal die Anleitung zum Selbermachen (Ultimate Band Generator, analog edition):

Der Name deiner Band wird der Titel des ersten Artikels nach Klick auf diesen Link:
http://en.wikipedia.org/wiki/Special:Random

Dein Album wird nach den letzten vier Worten des letzten Zitats dieser Seite benannt:
http://www.quotationspage.com/random.php3

Das dritte Bild auf dieser Seite wird dein Album-Cover:
http://www.flickr.com/explore/interesting/7days

Bloggen: “Peepshow mit Gespräch” – eine Definition von Sven Regener

Leider bloggt Sven Regener nicht mehr. Das hat er mir damals am Telefon deutlich gesagt. Das war übrigens auch so um Weihnachten rum.
Dummerweise haben die bei Berlin.de die Blogs von damals gelöscht, weswegen ich sehr froh war, als ich einige der Texte hier wiederfand.

Beispielsweise der ersten Text, bei dem es auch um Herrn Knüwer ging:
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Solidarität, Anstand, Selbstverständlichkeit

Komisch, es gibt Tage, da liest man alles das, was an anderen Tagen nicht viel gemein hat, anders, in einer Art innerem Zusammenhang. Worte, Begriffe, die sich immer wiederholen, das Unmittelbare verknüpfen im Kopf.

Schön ist aus meiner Sicht, dass Erwachsenwerden vermutlich der Moment ist, wo die Bedeutung dieser Subkulturen und Zugehörigkeiten schrumpft und man lernt, die Welt komplexer und individueller wahrzunehmen. … lese ich bei den bissigen Liberalen. Und verneine.

Komplexer, ja, vielleicht, weil ich inzwischen hinter so manche Kulisse geschaut habe. Einige Drähte zu ihren Puppenspielern verfolgt, aber allzu viele Fäden gesehen habe, denen ich nicht so tief hinab folgen konnte. Individueller? Kommt sie mir vor die Welt, ja. Bin mehr allein. Hängt vielleicht mit dem Alter zusammen, oder mit einer Welt, die solange schon sich selbst bedroht, dass keiner mehr hinhört. Mit “Erwachsen werden” hat das wenig zu tun.

Im Gegenteil, ich empfinde “individueller zu sein” als pubertär. Wichtig, denn erst wenn ich mich selbst begreife, kann ich mich auch wieder in Ruhe umsehen, mich anschliessen.

Wenn ich meinen alten Freund Gavin treffe, der inzwischen in den USA lebt und gestern Geburtstag hatte – herzlichsten übrigens – dann sind seit dem letzten Treffen meist einige Jahre vergangen. Wir gehen dann nach einer kurzen “was hat sich denn inzwischen getan”-Phase in den stillen Teil unserer Konversation über. Reden wenig, geniessen die Zeit, die man nebeneinander verbringt. Selbstverständlich, auf Basis einer zugegeben erprobten Gemeinsamkeit, aufgrund erlebter Solidarität.

Dann lese ich einen Text von Axel Vornbäumen im Tagesspiegel, dem man ruhig vorwerfen kann, dass er sich bei der Überschrift hat hinreissen lassen – “Kein Herz für Inder” hat nämlich mit den Aussagen in seinem Text wenig zu tun. Konträr sogar, reduziert er die Thematik doch gut auf die wichtige Kernfrage: “Was wäre anständig gewesen?”

Ich bin es ebenfalls leid über Selbstverständlichkeiten, wie Anstand noch zu diskutieren. Ich suche Menschen auf, die Anstand mitbringen. Da spielt es keine Rolle, ob das Inder, Sachsen oder Volksmusikanten wären. Das nenne ich erwachsen werden, die Erkenntnis “zusammen weniger allein zu sein”.

Diese Selbstverständlichkeit übrigens, die finde ich Sonnabends für ein paar Stunden am Millerntor. Immer wieder, ohne dass man das groß sagen, einfordern oder in Prozesse gießen müsste.

Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen:
Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus.
Man kann intelligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig.
Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intelligent.
Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein Nazi.
Gerhard Bronner (3)
23.10.1922 –
österreichischer Komponist, Musiker und Kabarettist

nudisco Clubcharts (per 17.4.)

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Charts 04.2007

Remo – Mizar (Audiofly Rmx) – Confused
Poni Hoax – Involtuive Star (Original) – Tigersushi
2000 & One – Pak Pak – 100% Pure
Dusty Kid – Tsunamy / Milk – Systematic
Paul Nazca – Legende (Original) – Giant Wheel
Christian Fischer – Clubtech EP – Definition
Billie Ray Martin – Undisco Me (Acid Jacks Intr. Mix) – Rebirth
Butch – Mushrooms of Happyness – Craft
Gus Gus – Hold You (Original) – Pineapple
Piemont – Nightshift – Gedankensport

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Lost Room im Tokio Motel Hotel

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Dreiteilige Science Fiction Serien sind meine neue Leidenschaft. Nach “Kampfstern Galaktika” hat nun auch “Lost Room” den Sprung in mein limbisches System geschafft.

Irgendwie ist in meinem Hirn doch eine Menge Platz dafür. Es handelt sich um im Kern um ein Motelzimmer, dass ausserhalb der wahrnehmbaren Welt liegt. Star Trek Fans wissen: die Phasen scheinen dort ordentlich verschoben zu sein.

Ein Schlüssel, ein bestimmter, der mit der Raumnummer zehn öffnet jede Tür, immer zu diesem Zimmer. Eigenwilligerweise liegen dann die Objekte in dem Raum immer an der gleichen Stelle. Das Bett ist gemacht, der Kugelschreiber liegt auf dem Nachttisch.

Ebenso ist das auch im Tokio Hotel.

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450 ppm. – irgendwann im Frühsommer 2020 geht die Welt unter

Reblog: Copenhagen

In 13 Jahren geht die Welt unter, die wir kennen. So oder so.
Wir haben die Kündigung für unser Zimmer in der großen Wohngemeinschaft erhalten, wegen zu häufigen Störens. Nie haben wir den Dreck, den wir gemacht haben auch wieder abgebackt. Nie den Müll runtergebracht. Obwohl, das stimmt nicht ganz. Wir haben ihn nur immer neben den Mülleimer gestellt. Nach uns die Sintflut.

Ich habe auch schon öfter die Wohnung gewechselt, die Gegend, die Stadt. Komischerweise lebt man bis zum letzen Abend wie schon die Jahre zuvor. Man kauft beim Bäcker um die Ecke zwei Croissants und flucht jeden Abend über die Parkplatznot. Am Tag der Wohnungsübergabe wundert man sich dann ein wenig über sich selbst. Wie selten man doch an diesen Augenblick gedacht hat, vor lauter Alltag.

Der Nachbar, der immer morgens heiß badet und dabei mit seinem Popo auf der Emaille herum quietscht, der muss nun 2020 mit einem Ausziehen. Ob er will oder nicht.

Noch sträuben wir uns, geben dem Alltag und der Gewohnheit nach. Auch der Gewohnheit, bei drohenden Katastrophen uns mit Popmusik betäuben zu lassen. Ein globales singen pfeifen im lichten Walde.

Eigentlich ist Gewohnheit eine gute Eigenschaft. Sie hilft, uns an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Irgendwann gewöhnen wir uns an alles, auch den morgendlich quietschenden Nachbarn über uns.

Der Todfeind der Gewohnheit ist die Zeitnot. Die Frequenz mit der Zyklen nun durchlaufen, ist einfach zu hoch. Wir müssen uns wohl warm anziehen, denn unser dickes Fell schützt nicht mehr. Immerhin, wir haben noch 13 Jahre Zeit uns daran zu gewöhnen, ausziehen zu müssen. Punkt 450 ppm ist es soweit, irgendwann im Frühsommer 2020.