Zeichen der Verspießung

Ich habe eine Weile in München gearbeitet. Mitte des letzten Jahrzehnts, also noch nicht lange her. Eigentlich habe ich mich dort recht wohl gefühlt, irgendwie fremdelte ich aber mit dieser pittoresken Ordendlichkeit, die dieser Stadt aus allen Fugen strömt. Selbst im Astra-trinkenden Glockenbachviertel. Der Bayer ist adrett und so ist auch seine Hauptstadt. Eines Abends hatte ich dann das passende Erlebnis zu meiner Empfindung. Ich schlenderte abends, es ging schon zur Mitternacht hin, den Nockherberg hinunter, ein wenig angeduselt vom guten Essen und 2 oder 3 Weißbieren. Seemannsgang. Mein Ziel lag am Fuße des Hügels, an dem eine Ampel die Straße durchschnitt. An der Ampelanlage sah ich schon von Ferne einen älteren Mann herumwerkeln. Er trug einen Pullunder über seinem weißen Hemd und einen Hut mit Dingsbums dran. Eine Weile konnte ich mir nicht erklären, was der Mann dort tat, dann, als ich näher kam, wurden die Bewegungen klarer, er kratzte an der Ampel herum. Aber warum? In meinem Dunsche brauchte ich eine Weile, um zu begreifen, dass der Mann in einer Art zivilem Pflichtanfall die Ampel von Aufklebern, Wohnungszetteln, Autonomen Aufrufen und Partyflyern säuberte. Mitten in der Nacht.

Mich hat dieses Erlebnis nachhaltig verstört. Wie kommt man auf die Idee, so etwas zu tun? In der Schanze die Woche drauf fielen mir die vertrauten und teilweise Zentimeter-dick eingeklebten Ampeln und Verteilerkästen besonders ins Auge. Eine heimelige Form des Dazugehörens machte sich breit. Das Unordentliche in Hamburgs, genauer Altonas Stadtteilen, markierte das Gebiet, das ich zuhause nannte. Schanze, Ottensen, St. Pauli. Nach Westen in Othmarschen war es damit vorbei. Da regierte die äußere Ordnung. Nach Hamburg rein ebenso.

Heute morgen dann der Schock. Ich gehe am Altonaer Rathaus vorbei in Richtung Bushaltestelle, als ich auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen Mann in orangem “Blaumann” an einer Ampel herumkratzen sehe. Er schafft Ordnung in Altona, kratzt Flyer, Wohnungsgesuche mit Abrisszetteln, Autonome Aufrufe, USP-Aufkleber und andere, mir lieb gewordene, Ausdrücke unordentlichen Seins von dem Metall, bürstet es blank mit einer groben Stahlbürste.

Stadtreinigung Hamburg im Flyer-Einsatz
Stadtreinigung Hamburg im Flyer-Einsatz

Wenn die Ordendlichkeit in Altona einzieht, dann ist es um die Zukunft meiner Heimat schlecht bestellt. Bezeichnend auch, dass es bei uns die Straßenreinigung erledigt. Der Altonaer Spießer macht sich nicht selbst die Hände schmutzig. In diesem Sinne sind mir die Bayern wesentlich lieber.

Astra-Kneipen in München oder Berlin

Astra Stube Foto

In Hamburg trinkt man Astra. Vor allem wenn man jung und hip und Fan des FC St. Pauli ist. Diese Haltung pflanzt sich derzeit in weitere deutsche Städte – aber wo kann ich denn in München Astra trinken? Im Glockenbachviertel bestimmt. Aber wo genau? Und wo in Berlin, außer im Pony in Mitte – das kann ich nicht mehr ertragen – wie Berlin-Mitte insgesamt. ;)

S-Bahn Monatskarte im Abo

Monatskarte HVV Altona S-Bahn
S-Bahnhof

In München hatte sie immer, leider nie im Abo. In Hamburg habe ich nun eine CC-Monatskarte im Abo.
Wie lange vorher muss ich denn eigentlich kündigen, um den Extramonat noch zu bekommen, aber kein weiteres Jahr die Monatskarte zu bezahlen?

Medientage München – Zeitlose Erkenntnisse #Google

Mario Sixtus fragte sich heute via Twitter, ob er da den Medientagen von 2002 beiwohne, quasi in der Zeit zurück sich wiederfindet, wohl nicht in Sachen Frisuren, da kennt Mario sich nicht aus, zumindest aber was Inhalte und Diskussionen angeht.

Ich habe hierzu auf einen Text von Peter Glaser zu verweisen, der morgen erscheint, morgen in sechs Jahren (von München aus gesehen): Continue reading “Medientage München – Zeitlose Erkenntnisse #Google”

Hinterhofgemüse in der Kochgarage München

Es hat eine Weile gedauert, bis ich auf die Idee gekommen bin, mal auf dem Hinterhof nachzuschauen, dann aber habe ich die Garage gefunden, in der sich die Kochgarage München befindet.

Alle Nachbarn kannten den Laden nicht. Was sich ändern wird, da bin ich mir sicher. Selten habe ich in München lebendigeres Chaos vermengt gesehen mit hervorragendem Essen. Nette Atmosphäre mit einem Umfeld in dem man konzentriert sich unterhalten, angeregt speisen und vergnügt feiern kann. Das war ein wenig Hafenklang gepaart mit dem frühen Gino Carone (minus Italien) – also mehr Altona als München.

Das ist als Kompliment gemeint.

Frohe Botschaft – Weihnachtsmarkt am Münchner Flughafen

In München heißen Weihnachtsmärkte Christkindlmarkt, die Waren dort kommen überwiegend ebenfalls aus China oder Afrika, ein paar aus der Region. Bis Südtirol.

Haften geblieben bin ich an einem Stand, der mikrowellenfähige Wärm-Kuscheltiere anbot. Feine Idee.
Und an dem Glühweinstand am Eingang zu Terminal 2. Nicht wegen des Glühweins (davon hatte ich Mittwoch beim Twitterglühen genug ;), sondern wegen des feinen Namens:

Lœwenfütterchen #fcsp

Lœwenfütterchen 2 #fcsp

Man hätte da gestern bei strahlendem Himmel in München auch den leuchtenden Plastik-Joghurtbecher einwechseln können, der da lustlos an der Sechziger Eckfahne herumglimmte, wahrscheinlich hätte der das eine oder andere Tor besser verhindert, als das, was da in braun-weißen Leibchen Fußball-spielen vorspielte. Boll, Morena und Schulz spielten das Spielen dann auch so schlecht, dass sie faktisch zum 13.-15. 1860er wurden. Schöne Scheiße. Continue reading “Lœwenfütterchen #fcsp”

Fragen eines Auswärtsfahrers: Wie komme ich am besten vom Münchner Flughafen zur Allianz Arena?

Meine Frage stelle ich hier, bei twitter, bei wikia, gutefrage und wer-weiss-was:

Moin Experten und Expertinnen,

wie reist man denn am geschicktesten vom Münchner Flughafen zur Allianz-Arena? Gibt es für Fußball-Fans sowas, wie einen Fan-Shuttle?
(Die Strecke über S-Bahn Marienplatz und dann nach Fröttmanning ist mir einfach zu lang: Dauer: 1 Stunde und 14 Minuten :)

Danke für Tipps:

– Vielleicht kann ich ja den Fahrer des Lufthansa-City-Shuttle-Bus bestechen. Wenn ich mich recht erinnere, fährt der dran vorbei.
– Oder Taxi? Schätzungsweise 30 EUR ist dann aber doch zuviel.

Innovationen aus der Keramikabteilung

BierhalterNormalerweise sind Impressionen oder gar Fotos von Weihnachtsfeiern ja tabu. So richtig peinliches hätte ich allerdings auch gar nicht zu zeigen gehabt von meiner, letzte Woche in München. Aufgefallen ist mir da, dass die Bayern ja längst Weltinnovationsführer zu sein scheinen, auf einem Gebiet, das eben nachgelagert sich findet zur weltberühmten Bierkultur.

Ein Bierflaschenhalter für das kleine Geschäft, das ist mal eine gscheite Idee. Soll es so auf den Damenklos auch gegeben haben. Respekt auch für die Bierauswahl, das Tegernseer ist ein leckeres Bier und mit den Dosierungen von 0,33 l können wir Norddeutschen ja sowieso besser operieren.

“Balan, home of St. Pauli Supporters in Munich”

rwTV s01e06

Ich bin immer noch ganz heiser von dem magischen Abend im Balan in der Balanstr. 21, wo ich nach meiner Suchanfrage von Doro (der Wirtin) und ca. 20 Exil-Paulianern freundlich aufgenommen wurde.

Pauli, der magische Hund eines der mitsehenden Paulianer sowie die Rückkehr der Einwechsel-Magie sind Themen der neuen Folge rueckwærts.TV (der 5. 6. glaube ich). Nicht so drauf achten, dass mir 3 Helle eine gscheite Wolldecke auf den Gaumen gezaubert haben. Auch was ich sage ist eher unkreativ. Das was im letzten Drittel im nicht-sichtbaren-Bereich akustisch zu erleben ist, das macht den Spaß ;)

volles Rohr, auf ring2.blip.tv

Wiesn Talk: “So sind se die Paulianer”

Ein Ordner auf dem Oktoberfest, aus Sachsen, weist mir den Weg. “Nach unten und dann reschts, da ist ne saubere Toillette”
Auf der Toillette eine Gruppe Bayern, “dieseln” nennen die das.

“Hey, wenn ihr einen braucht, den ihr schlagen könnt, nehmt den hier”
ich antwortete “der sieht aber doch ganz nett aus”. Dreht sich einer beim Dieseln um und sagt: “So sind se, die Paulianer” und zeigt auf mein Trikot.

Und ja, so sind wir, da bin ich doch stolz drauf.

100-60-100: Radar-Abzocke in München?

Fahre gestern mit dem Taxi nach München rein, weil die S8 so lange auszufallen gedenkt, bis die eine Stunde verspätete S-Bahn, ihre Nach-Nachfolgerin ersetzen kann durch ihre Verspätung. Auch eine Form von Verkehrslogik.

Eine andere, sehr bayrisch konsequente Art der Verkehrslogik, kam uns auf der Autobahn entgegen. In Form von Verkehrsleitsystemen, die ohne mir erfindlichen Grund, erst 100 km/h anzeigten, abrupt dann 60 km/h und dann wieder 100 km/h. Ein Schelm, der jetzt vermutet, dass in der Verkehrsleitbrücke, die unvermittelt den Verkehr auf 60 km/h abzubremsen mahnte, zwei Blitzer aktiv waren.

Sowas. Und heute höre ich im Radio, dass Minister Tiefensee weitere dieser Systeme installieren möchte. Geld kann man schließlich immer gebrauchen ;(

Biergarten-Tweets

tat oder wahrheit heisst hier wahrheit oder pflicht #bayern #brandenburg #berlin
about 1 hour ago from web

wichtig: feuchtgebiete nie bei amazon bestellen. die my-seite ist auf jahre verseucht
about 2 hours ago from web

von f*ckschlitten und kinder pingui – mit @heiko im biergarten
about 2 hours ago from web

L: Biergarten am Chinesischen Turm, Engl. Garten München

Sinkflug

“Wir haben bereits unsere Reiseflughöhe verlassen und befinden uns im Sinkflug auf den Flughafen München. Wir möchten Sie bitten nun wieder das Rauchen einzustellen alle elektronischen Geräte …”

Ich verstaue meinen iPod in meiner Hosentasche und greife in die Sitztasche vor mir, wo seit dem Erreichen der Reiseflughöhe die FR ruht. Bernd Begemann und seine (übrigens viel unterhaltsameren) Mitpodcaster hatten mich bis zum wieder Hinabgleiten köstlich unterhalten.

Eigentlich so etwas, wie ein kleines Biotop für Printerzeugnisse so ein Flugzeug, wenigstens während Start und Landung. Denke kurz an die offenen Münder bei den Verlagen, als ihnen ihr Nachwuchs in den Fokusgruppen erzählt, dass sie Zeitungen höchstens noch in der U-Bahn lesen. Auch gefährdet dieser Rückzugsraum für bedrohte Verleger, seit es dort Handyempfang gibt.
Aber der Start und die Landung, das sind strategische Soziotope. Nicht nur für Herrenmagazine.

Sollten ihre Strategie erweitern und Airlines kaufen.
Dann schlafe ich wieder ein, wie immer 10 Minuten vor der Landung.

Die Klinsmann-Katastrophe

Ich weiß nicht, was sich Hoeneß und Rummenigge da gedacht haben.
Ich prophezeie ein verkatertes Auseinandergehen nach einem halben Jahr.
Es ist interessant zu beobachten, wie sehr Bundesligamanager, auch die sonst so souverän wirkenden Herren des FCB, getriebene der Presse und ihrer eigenen Pressesucht sind.

Sicher, das ist ein Hammer, diese Meldung – und es schlagen wieder Massen an Prolls hier auf, denen es wichtig ist zu erfahren, ob Klinsmann schwul ist – dennoch passen diese Gegensätze nicht zusammen. Hoeneß selbst wird sich hassen für diese Entscheidung, und im Winter 2008 den Stecker ziehen. Spätestens dann ist der Trainer Klinsmann in Deutschland verbrannt, das Sommermärchen eine blasse Erinnerung. Ein neuer Fußball-Winter steht dann vor den Herren und die bittere Erkenntnis, in nur zwei Jahren drei große Namen des deutschen Fußballs (ja ich weiss, auch ein Schweizer dabei ;) ruiniert zu haben.

Verpasse Henry Rollins und Kai Dieckmann

Henry Rollins

Vom Sonntag, den 20.1. bis Dienstag Nachmittag ist wieder DLD in München.
Ich bedanke mich schon mal für die Einladung, die ich gerne angenommen habe, auch wenn ich da noch nicht gewusst habe, dass ich Henry Rollins am Sonntag Abend hier in HH verpassen werde und am Tag danach einen lauschigen Abend mit Kai Dieckmann im Hamburger Presseclub.

Immerhin, jetzt habe ich mal wieder die Genugtuung, Antipoden in einem Posting verbunden zu haben. Hart rockendes Sprachungetüm und den Chefredakteur der BILD.

Vielleicht ist es ja ein Trost, dass ich zum Testspiel gegen Henstedt-Rehn wieder im Lande bin.

Heimat Hamburg-Harburg: “Ej Alder, den reden wieder über disch”

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Es ist Sylvester, bei einem Linie Aquavit kommen Ö. und ich auf unsere Jugend zu sprechen. Von der Faszination, die die Gewalt auf den Straßen St. Paulis auf uns ausübte, die regelmäßig zu uns rüber schwappte, zu ihm nach Altona und zu mir ein wenig weiter westlich. Die Ahnungslosigkeit unserer Eltern, die Ignoranz, mit der die Probleme verdrängt, medial nicht thematisiert und dann von uns, wegen unseres Eintritts in die Erwachsenenwelt aus den Augen verloren wurden.

Nun hat Roland Koch das Thema zu einem Politikum gemacht. Es mithilfe der BILD auf den rotbraunen Boulevard geschleift. Unlautere Absichten darf man ihm da wohl unterstellen. Aber sind da „unsere“ besser? Wir, die wir mit einer Mischung aus erleichterter Distanz, gebildetem meist positiven Rassismus und Abscheu auf die Ereignisse um Sylvester in München schauen? Auf die Reflexe, die da in Medien und Politik, in uns ablaufen.

“Ey alder, den reden wieder über uns. Krass”, höre ich es auf den Schulhöfen und Bahnhöfen meiner Stadt. “Die Wichser, wie geil ist das den”.

Die Situation, dass 30 Champs auf dem Gänsemarkt meinen Bruder und mich umringen – aus purem Zufall, und weil wir einen der Jungs kannten, nichts weiter passiert ist – ist mir noch sehr gegenwärtig und 20 Jahre her. Das hätte durchaus so ausgehen können, wie die Situation in Harburg die Tage. Nix Neues also, und ein Grund weswegen sich Koch und Konsorten schämen sollten. So gehörig schämen. Tun sie vielleicht sogar und inszenieren deswegen dieses schwarz-bräunliche Dumpfdenkmanöver.

Natürlich gehören die Jungs, die den alten Mann totprügeln wollten, in den Knast! Auch die in Harburg. Ihre kleinen Brüder aber gehören pädagogisch mit aller Macht gefördert. In funktionierenden Vorschulen, als Deutsche erster Klasse. Imho der Kern dieser Debatte, dass da immer noch von Ausländern gefaselt und wirklicher gesellschaftlicher Fortschritt verhindert wird.

Web 2.0 Expo: November Rain

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Manchmal, so scheint es, will das Schicksal einen bewahren. Vor einer Erfahrung, einer Not oder einem Unfall. So schlimm war es nicht, aber im Nachhinein habe ich das Gefühl, die Oberleitungsstörung in HH war nicht nur purer Zufall.
Jedenfalls führte sie dazu, dass ich eine gute halbe Stunde zu spät in Berlin ankam. Eigentlich über zwei Stunden, denn der Zug, den ich eigentlich nehmen wollte, war ausgefallen.

Spätestens dann und nach der Lektüre von Thomas’ Erlebnissen von gestern, hätte ich umdrehen sollen.
Ich macht mich dennoch weiter auf den Weg. Zur Web 2.0 Expo in Berlin.
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Bahnstreik: Streikpostentelefonat

Streikposten

Gehe heute Morgen in München an einem Streikposten vorbei. Der telefoniert gerade.

“Hallo”
“Ja, ja, was meinst? Keine Einigung”
“Äh, ja. Wir stehen hier”

Gehe langsam weiter

“Ja mei, ich bin der wo immer als letzter erfährt, was los is”
“Scheißstreik” – und legt auf.

Lieblnk (6): sogar im Radio

Puh, das ging gerade noch mal gut.
Bin gegen 18:58 Uhr von meiner Münchenreise nach Hause gekommen. Ein oder zwei Minuten später rief dann Markus von Trackback, der Spreeblick Netzradiosendung bei Radio Fritz, aus Berlin an und stellt mir ein paar Fragen zu lieblnk.

Hat mir gut gefallen, dass Menschen, wie Markus und Donvanone mal nachfragen und sich für Roberts und mein kleines Pröjektchen weiter interessieren. Rock on.

1860: “Das beste Spiel hier seit Jahren, Danke FC St.Pauli”

meggle hauth

Mensch, das waren bestimmt 18 Toschüsse, und 60 Minuten Paulidruck auf das 1860 Tor.
Alle Energie der Drangphase, der tollen zweiten Halbzeit des FC St. Pauli, kumulierte in der 75ten Minute an der Latte der 60er.

Meggle, in der alten Heimat macht der Mann das Spiel der Saison. Toller Einsatz mal über 60 Minuten.

“Danke St. Pauli”, sagten dann viele 1860er, wirklich Respekt zollend. Das war ein tolles Fußballspiel.

Noch eine Stunde nach dem Abpfiff schall es laut durch die Arena: “St. Pauli, we love you!”.
Habe mich mit einem Bier dazugestellt und die Arena genossen. Auf dem Weg dann raus zur S-Bahn traf ich dann Herrn Meggle, der wütend und niedergeschlagen zugleich aussah. “Verdammt gutes Spiel, Herr Meggle” versuchte ich ihn aufzumuntern.
Mich mit auf das Foto zu nehmen war seine Idee ;)

Meggle blieb dann in München. Die Kollegen waren da schon auf dem Weg nach Hause.

Ein Paulianer in München

paulianer in münchen

Die Münchner sind ein entspanntes Völkchen. Hier ist alles ordentlich, wozu allerdings auch der innere und äußere Friede, der Stolz genau so wie die Gastfreundlichkeit gehören. Nirgendwo anders in Deutschland wäre ein so großes Volksfest, wie die Oktoberfest Wiesn, so überwiegend friedlich, wie hier. Natürlich, als HHer und als St.Paulifan verdaut man ersteinmal einen exotischen Kulturschock. Den hatte ich ja schon hinter mir, letztes Jahr.

Ansonsten begegnet der Münchner St. Pauli mit einer Mischung aus Neugier und ehrlicher Sympathie. Ist München doch die einzige Stadt in Deutschland, die eine ähnliche Spaltung seiner Fußballanhänger in Großkopferte und Underdogs so konsequent pflegt. Hinzu kommt, dass die Bayern Münchner in ihrer vom jahrzehntelangen Erfolg genährten Hybris noch Platz haben im Herzen für die Narren aus dem schmuddeligen Norden. Eine ehrlich nette Form der Arroganz.

Ich freue mich, mit Heiko heute unseren Boys in Brown beim hoffentlich ersten Auswärtssieg bei 1860 München seit langer Zeit die Stimme zu leihen.

Forza Auswärtsieg! Forza St. Pauli.

Forza Ludwig, forza St. Pauli – danke OFC

Gegengerade Millerntor

“Wir haben Hamburger Wetter, wir haben Hamburger Wetter” sangen die 15tausend da im Millerntor. Die wenigsten so schön trocken geblieben, wie ich und mein Kumpel Beck auf der Gegentribüne. Die nebenbei einen schönen Blick offenbart, dort oben aber ein wenig viel der Athmosphäre schluckt, die man gewohnt ist auf den nassen Rängen.

Dritte Minute, Fertigmachen zum Jubeln. Tor.

Übrigens einen Heidenrespekt kann man da bekommen, vor den Offenbachern, die eigentlich die ganze Zeit dagegen halten. Oft viel zu doll, wie Sidney, die das halbe Spiel asugebuhte #3 des OFC. Auch vor den Fans, die natürlich nicht zur Gefährdung beitrugen, sondern laut und ausgiebig feierten, im Hamburger Wetter und immer spürten, dass das noch kippen kann.

Ludwig schien seinen Lauf des Abends aber dagegen setzen zu wollen, erfolgreich. Vor allem das wunderschöne 3:1 durch Eger wird mir noch lange in der Pauliseele nachhallen.

Sehe die Bande ja am Freitag in München wieder, bei meinem ersten Auswärtsspiel in der Allianz Arena. Forza – und bitte Münchner Wetter. ;)