Tango Rosario

Mein erstes Erlebnis mit dem Tango Rosario.
Es regnete in Strömen und es wurde fast schon duster.
Da macht es besonders viel Spaß, zu Flanken, zu Halten, zu Schiessen, zu Bolzen.

Kindheit, der Geruch nach Modder und Grass. Die erste wütende Kraft der Hormone in den Fuss transferieren, alles andere vergessend. So, dass man noch bufft, wenn es längst zu dunkel ist.

Geschrieben in ia Writer auf dem IPad

Becherwerfer sind keine Verbrecher

… bzw erst wenn sie treffen.

Ich ringe den ganzen Tag schon mit den kleinen Teufelchen in mir. Da sind noch welche übrig vom Freitag, die auf der Süd auch der Haupttribüne zugerufen haben und das Becherwerfen als falsches Mittel in Emotionen befand, die sich durchaus richtig anfühlen. Ich kann mich Norberts Argumentation nicht entziehen, die geworfene Pyros auf Schalker Seite (gezielt wohl auf unsere Einwechselspieler) einbezieht, ihr Gefahrenpotentzial viel höher einschätzt und dann versucht, den Medienhype um den Bierbecherwurf einzuordnen.

Ich komme da nicht weiter. Ist so ein Becherwurf Grund zu einem Abbruch, der nicht weiter schlimme Folgen hat, aber gehabt haben könnte, ok, und warum wird dann das Spiel nicht abgebrochen, wenn Feuerwerkskörper auf unsere Spieler geworfen werden, mit derselben Absicht?

Der FCSP bekäme von mir den Auftrag das nun, da das Bierchen im Brunnen liegt mal grds zu klären. Oder klären zu lassen. Denn wenn der DFB den FCSP verurteilt, und nur das Glücken des Wurfes den Unterschied macht, ist das der eigentliche Skandal.

Ich lasse mich nicht haftbar machen für diesen Becherwurf, liebe Presse, lieber FC. Es ist kein Problem der Fanszene und so kann deren Image auch nicht beschädigt werden. Denn es ist eure Haupttribüne und ihr habt bisher doch alle Maßnahmen gegen Becherwürfe konterkariert.

Fußball, Umarmung, männliche Zärtlichkeiten – je offener, desto homophober? Oder andersrum? #schwul

hetero schwul

Die Nationalmannschaft qualifiziert sich mal wieder – aktuell für die EM 2012. Und Jogi Löw ist wieder Thema in den Google-Suchphrasen, die diese Postille erreichen (Ist Jogi Löw schwul?). Die These, die ich damals rezitierte, nämlich, dass viele Männer gerade in Fußballstadien geradezu intim und zärtlich werden und deshalb das Schwulsein so tabuisiert wird, damit man sich das verdachtsfrei auch erlauben kann, erhält Aktualität in einem Artikel bei Stefan Niggemeier über den Aufreger von Oliver Bierhoff über den Tatort neulich. Ich möchte einen Kommentar von ihm hierherzitieren, weil er gut beschreibt, welch perfider Logik Heten* hier folgen.

– genau deshalb muss Homosexualität doch im Fußball so tabuisiert werden, damit man als heterosexueller Mann “gefahrlos” andere Männer drücken und sogar küssen kann. Man kann das auch in jugendlichen Subkulturen oder in südländischen Kulturen sehen: Je stärker Homosexualität tabu ist, umso eher können Männer miteinander Arm in Arm herumlaufen.
Das ist schlimm, aber logisch.

* der Autor ist bekennender heterosexueller Fußballfan und hat schon Männer umarmt und geküsst. Außerdem findet er Brunnemanns Bauchnabel und Florian Bruns Beine auch hübsch, Dazke Momo fürs drauf Aufmerksam machen.

Armer Fußball, armer HSV

“Hamburger Wetter, Wir haben Hamburger Wetter”

Gegen den modernen Fußball

Ich habe unglaublich gerne bei strömendem Regen Fußball gespielt. Manchmal sind mein Bruder und ich gerade dann in den benarchbarten Park gelaufen, Tango Rosario unter den Arm, Stutzen runter und buffen. Grätschen auf Rasen hat ja was sehr sinnliches, eine ansonsten geradezu brutale Bewegung hin zu Gegner und Ball wird zu einer fließenden, der man mit ein wenig Fantasie fast Anmut zuschreiben könnte.

Große Spiele, an die man sich lange erinnert, sind anstatt ins Wasser zu fallen in einer Regenschlacht gemündet, die der eigenen Mannschaft (SC Nienstedten gegen Altona 93)genauso, wie Polen gegen Deutschland – die Wasserschlacht – oder von weniger Pathos getragen aber mindestens genauso schön, das letzte Heimspiel der Hinserie gegen den 1. FCK, bei dem man Carsten Rothenbach den Spaß ansah, die Bälle abzugrätschen, sich der Physik des Millerntors zu unterwerfen. Ein nicht zu beschreibendes Gefühl der Erdverbundenheit, wenn der Schlamm dann langsam verkrustet am Oberschenkel, die Wonne, den dann nach so einem Spiel heiß abzuduschen. All das hat die moderne Rasen-Kultur, der moderne Fußball á la HSV unmöglich gemacht – und das ist ein herber Verlust.

Es ist dabei unerheblich, dass der Rasenvau nun gar nicht mehr gewinnen kann (und davon ist kalt-kalkulatorisch ja nach wie vor auszugehen, an einem Nachholtermin am 16.2.) – ohne immer die Frage mitzudenken, was passiert wäre, wenn das Derby auf einem richtigen Fußballplatz ausgetragen worden wäre, anstatt in einer Eventbutze mit Parkhaus, der ihre Verbindung zu dem Wesen des Spiels schon lange abhanden gekommen ist. Fehlen tut mir dieses nie gespielte Derby trotzdem ungemein.

p.s. natürlich lasse ich mir bei allem Mitgefühl nicht nehmen, heute alle Rauten die ich treffe (oder lese) mit einem lustigen “Rollrasenbesieger” zu begrüßen – vor allem die, die aus ihrer billigen Arroganz noch nicht erwacht sind.

Als Gast in Mordor

Unverhofft kam diese Last-Minute-Einladung an den Volkspark, ich werde also – um es kurz zu machen – entgegen meiner vehementen Weigerung, doch das Derby am Volkspark ansehen. Der Sohn eines guten Freundes ist krank geworden, ein Freund, der nun die Gelegenheit gekommen sah, unsere Einladung vom vergangenen Samstag zu erwidern. Eine Einladung, die ich nicht ablehnen mag, auch wenn ich nach wie vor mit gemischten Gefühlen in Richtung Stellinger Wald fahre. Continue reading “Als Gast in Mordor”

Stadionplan – Eingang Haupttribüne FC St. Pauli

Zugang Haupttribüne FC St. Pauli

Nach dem Neubau der Haupttribüne am Millerntor, mit ihren Logen und Business Seats, kommt es immer häufiger vor, dass mich Leute nach dem Weg fragen zu ihren Sitzen im Stadion.

Von der Süd kommend, also dort, wo die meisten vom Millerntorplatz kommend auf die Fassade des FCSP treffen, hält man sich Links, geht am Schwimmbad vorbei in Richtung Schanzenviertel. Nach ca. 150 Metern geht es rechts rein zu den Tribüneneingängen der Haupt.

Ich vermisse den magischen Morike Sako #fcsp

Magischer Morike Sako - Aufstiegsspiel Hommage

Er ist der einzige Spieler des magischen FC gewesen, von dem ich mir ein Autogramm habe geben lassen, und das war auch eher ein Zufall. Ich wollte gerade ein Tor pinkeln gehen und verließ Per-Arnes Sitzplatz auf der alten Haupttribüne, stapfte nach oben und kam erstmal nicht weiter, weil einige Fans Morike Sako entdeckt hatten und er ihnen nun mit einem Monster-Edding Autogramme auf die T-Shirts malte. Ich versuchte mich durchzuschlängeln und merkte plötzlich die harte Kante des Stiftes auf meinem Schulterblatt, Morike hatte angenommen, ich drehte ihm den Rücken als Aufforderung zu. Ich war ein wenig überrascht, was er wohl merkte, dann lachten wir beide über diese komische Situation. Und wenn man genau hinschaut, dann kann man den kleinen Kinken in der sich verwaschenden Unterschrift heute noch erkennen.

Ein paar Wochen später hatte ich dann leihweise Willis Dauerkarte für die Nord, als Morike Sako in der Nachspielzeit auf unserer Seite das Siegtor, ich meine köpfte, bin mir aber nicht ganz sicher, denn das kam ja selten vor. Ich glaube es war gegen Erfurt und aus meiner persönlichen Erinnerung eines der wichtigen Tore zum Aufstieg in die 2. Bundesliga. Vor mir tobte das Millerntor und zwei Jungs im schwarzen Morike Sako Trikot saßen auf dem Zaun und wurden geradezu ekstatisch. Ein magischer Moment. Continue reading “Ich vermisse den magischen Morike Sako #fcsp”

Schluss mit dem Playmate-Fußball

Klamme Kälte kriecht unter die Laibchen, es wird zweimal täglich trainiert in dieser Woche. Schön sein war gestern, das gilt auch für das Spiel des FC St. Pauli. In hübsche Menschen ist man eben auch nur verknallt, einen euphorischen Sommer lang. Im werktäglichen St. Pauli, im schmuddeligen November, stehen heute gerade mal zwei Menschen vor mir an, um Karten für das Spiel gegen Kaiserslautern zu ergattern. Playmates und Posterboys in Brown hängt man sich eben lieber in den Spind oder an die Wand, und nicht ins Herz. Bei Nieselregen kann sich nur verlieben, wer auch das eklige an St. Pauli mag. “Den Ball abfressen” möchte Matthias Lehmann in einer herrlich übermotivierten Variante des Grasfresser-Schwurs, der absolute Hingabe verspricht. Weh soll es tun, auch den Gegnern. Continue reading “Schluss mit dem Playmate-Fußball”

Uns gehört der Fußball! Hartplatzhelden gewinnen vor dem BGH

Es ging um nichts Geringeres, als um die Demokratisierung der Medien, die es seit Beginn der digitalen Revolution Jedermann erlauben, aus einem Stadion, neben einem Hartplatz oder vom Spiel seiner Kinder Aufnahmen auch zu publizieren. Heute hat der BGH den Streit zwischen Oliver Fritsch, dem Betreiber von Hartplatzhelden.de und dem WFV (Würtembergischen Fußball-Verband) zugunsten der Amateure entschieden.

Der Verband ist in der Verlängerung K.O. gegangen – und das hat weitreichende Folgen. Continue reading “Uns gehört der Fußball! Hartplatzhelden gewinnen vor dem BGH”

Vuvuzela – Lärmen tun nur die weißen Event-Fans

Hahaa, das möchte ich ja fast unbesehen glauben, dass die Event- und Modefans des WM-Zirkus sich die Vuvuzela nur als hippe Folklore umhängen und hineintröten, ohne über den eigentlichen Gebrauch im Sinne einer südafrikanischen Fußball-Kultur auch nur eine Minute nachzudenken.

Ein globaler Vorgeschmack auf die Heimspiele am Millerntor nächste Saison? “Olee, olleee, olleee Ollee, meine Perle, Sankt Pauliiiiii!!!” ;( Continue reading “Vuvuzela – Lärmen tun nur die weißen Event-Fans”

Hartplatz-Heldinnen

Meine.
Heute war der erste Frühsommertag in Altona. Der HFV hatte unser Spiel gegen Halstenbek schon zweimal verschoben, nun war es dran, das Spiel unserer Altona 93 Deerns der E2 sollte um 14:00 angepfiffen werden.

Wie immer bei Heimspielen wurde Caffee und Kuchen, Capri-Sonne (als Belohnung für die Spielerinnen, heimische und auswärtige) und Schnobkram in Tüten aufgebaut. Der Schiedsrichter und der gegnerische Trainer sehr entspannt, das kenne ich auch anders im Hamburger Kinderfußball. Continue reading “Hartplatz-Heldinnen”

Von der Leidenschaft

Mir ging es noch nie so gut, dass ich mir einreden konnte, ich sei Herr der Lage. Ich habe mich von sanften Winden und Strömen treiben lassen, eigentlich mein ganzes Leben. Das verlässlichste Werkzeug war dabei die eigene Nase, in den Wind gehalten, die Methode der Kreuzpeilung. Die Aussicht auf den verdienten Manöverschluck kann ein großer Antrieb sein.

Nun versagt der Instinkt, es denkt zuviel, wo es fühlen soll. Fühlt und fiebert. Abschied, Einlassen – verlieren, hadern, hoffen, beruhigen, bis man sie wiedersieht. Umarmen. Die Luft ist lau.

Mal regnet es Tränen ins eigene Gesicht, mal wärmt das Nacht-flutende Licht am Wasser mehr als jede Sonne. Seeligkeit in Traurigkeit ist ja dem schwebenden Zustand vor dem Aufprall sehr ähnlich – und eigentlich ganz schön.

Ich spreche von Fußball. Oder?

Freiluftturnier am Millerntor

„11. Freiluftturnier“ der offiziell eingetragenen Fanclubs und Fangemeinden:

So, die Würfel sind gefallen. Die beinharten Kicker aus meinem Fanclub “Kommando Boys in Brown” sind in die Gruppe A gelost worden.
Bitte warm anziehen und Schienbeinschoner nicht vergessen. Sonst gibts unschöne Eisen-Dieter-Gedenk-Ergüsse;

Gruppe A
Kommando Boys in brown
No tengo idea
G.A.S.
Braun-weiße Tulpen

“Am Montag, 24. Mai 2010 findet das 11. Freiluftturnier der offiziell eingetragenen Fanclubs statt. Wie bereits vor zwei Jahren, wird es diesmal wieder nur ein eintägiges Turnier geben und das Teilnehmerfeld ist auf 40 Teams reduziert. Es kann vor Ort diesmal nicht gezeltet werden!
via Fanclubsprecherrat

Schönes neues Sankt Pauli

Mit was haben wir es hier eigentlich zu tun? Mit einem Generationenkonflikt? Mit einer Machtprobe, die Fans mit Fans ausfechten, weil ihnen der Präsident zu ungriffig ist, oder einfach über? Was ist denn in den verrückten Wochen los, in denen ich fünf Stunden umsonst angrille, Hooligans des HSV zustimmen muss, wenn sie von der Polizei in Sachen Fußball Verhältnismäßigkeit einfordern, mich für Fanrechte ereifere, dann plötzlich vor Gleichgesinnten stehe, die mir Prügel androhen, meine damit negieren – worum geht es da? Continue reading “Schönes neues Sankt Pauli”

Freiheit tut weh, auch auf Sankt Paulé

HA: Sie gehen auch mit der Polizei sehr kritisch ins Gericht. Kann man verlangen, von der Polizei pfleglich behandelt zu werden, wenn man sich selbst nicht an Gesetze hält?

Hoh: Für die Polizei war es natürlich nicht einfach, und sicherlich hatten viele junge Beamte auch einfach Angst und haben deshalb noch härter durchgegriffen. Es gab aber auch Polizisten, die nur darauf gewartet haben, dass etwas passiert, damit sie richtig austeilen können. Fakt ist, dass häufig die schwersten Verletzungen durch in Kopfhöhe geschlagene Polizeiknüppel verursacht wurden. In weiten Teilen der Öffentlichkeit besteht auch heute noch die Meinung, dass man bei Fußballkrawallen einfach nur ordentlich dazwischenhauen muss und die Leute eine anständige Tracht Prügel verdienen. Ich bin jedoch der Meinung, dass die Polizei jederzeit die Grundrechte zu wahren hat. Wenn jemand mit Tempo 70 an einer Grundschule vorbeifährt und von der Polizei angehalten wird, wird der ja auch nicht erstmal nach Strich und Faden vermöbelt, weil er das Leben von Kindern gefährdet hat. Damals wie heute trägt das Auftreten der Polizei sehr stark dazu bei, wie sehr angespannte Situationen eskalieren können. Und das ist nicht nur auf Fußball beschränkt, da hat die Polizei nach wie vor großen Nachholbedarf.

Im aktuellen Abendblatt lese ich eine bemerkenswert ausgewogene Serie zum Thema Fußball-Kultur und Gewalt in Stadien (und anderswo). Schon komisch, wie sich das anfühlt, wenn man mit einem Ex-HSV-Hool einer Meinung ist. Eine Entwicklung wie die aktuelle, der sich alle Fußball-Fans derzeit gegenüber sehen, die massive Einschränkung von Freiheitsrechten, zugunsten einer ominösen Sicherheit installiert, schafft merkwürdige Allianzen.

Dabei liegt der Schlüssel in der Wahrhaftigkeit: Freiheit ist ein Risiko, die mobile Freiheit im Auto genauso, wie die im Fußball-Stadion. Zur aktuellen Gewalt-Debatte, die nach Hertha BSC-Berlin auch – quasi auf Vorrat – auch das Hamburger Millerntor vor dem Spiel gegen Hansa Rostock erreicht hat, lese ich zustimmend den Übersteiger, und fundamental-ablehnend (auch ein wenig geschockt) bei Santa-Pauli mit.

Fundamental, weil wir Zeugen einer Entwicklung werden, die Maßnahmen zementiert, die bspw. das Bundesverfassungsgericht gerade gerügt hat. Dagegen zu opponieren ist fast Bürgerpflicht – und hat mit Verharmlosung von Rostocker Gewalt nichts zu tun.

“Mitgefangen, mitgehangen” – Auswärtsfans als homogene Gruppe in vorbeugende Ausschlusshaft zu nehmen, oder ihre Daten zu erheben ist nichts anderes, als eine unerträgliche Generalverdächtigung, a la Vorratsdatenspeicherung. Immerhin latent verfassungsfeindlich.

“Fußball ist unpolitisch”natürlich ist Fußball politisch, ein gesellschaftliches Phänomen, an dem die Vereine verantwortlich teilnehmen mit ihren Veranstaltungen und -orten, unseren Fußballstadien. Selbstverständlich trägt bspw. Hansa Rostock ein gerüttelt Maß an Verantwortung für das, was in ihrem Namen geschieht. Genauso, wie die Stadt und das Land Mecklenburg-Vorpommern. Fußballvereine müssen allgemeine Regeln des Anstandes aktiv in der Fanschaft durchwirken – dazu gehört auch, sich gegen Nazis gerade zu machen und konsequent braune Mode im Umfeld zu unterbinden. Nötigenfalls müssen Vereine dazu verpflichtet werden.

“Polizisten, ihr habt das Gewaltmonopol nur geliehen”. Die Polizei ist nicht zu beneiden, keine Frage. Allerdings mahnt mich die Aussage oben sehr daran, dass Gewalt-Vergehen von Polizisten besonders schwer wiegen – was macht eigentlich die Aufklärung des Überfalls auf das Jolly Roger?

“Das Machtmonopol der Polizei gehört zu den sensibelsten Machtbefugnissen, die wir Bürger in die Hände der Exekutive gelegt haben. Missbrauchen Polizisten diese Macht, und werden, wie in der Nacht der Schanzenkrawalle beim Überfall auf das Jolly Roger zu vermuten ist, selbst zu “Spielern”, dann zerbricht etwas dieser Demokratie wesenhaftes.”

“Straftaten darf man auch im Stadion verfolgen” – das Singen von U-Bahn-Liedern, als Extremfall exemplarisch genannt, ist nichts anderes, als das spontane Gründen einer verfassunsfeindlichen Vereinigung, Hetze, gegen die Polizei und Vereine heute schon vorgehen können – es aber nicht tun. Es wird höchste Zeit, Fußball-Fankultur dem gesellschaftlichen Konsens der Verhältnismäßigkeit wieder anzupassen. Fanprotesten können sich Spieler übrigens gerne anschließen. Ein Paulianischer Spielboykott im Ostseestadion wäre allemal wirkungsvoller, wenn sich solche Szenen, wie in der Vergangenheit wiederholen sollten, als alle Rufe nach Darth Ahlhaus.

Assauern

Schwul, Fußball, Gewalt, Blumenbeet, Agression, Schiedsrichter, Rehaugen, Suff, Hetzjagd, Frau, Dominanz. Macho?
… oder einfach nur dumm?

Gala 2009:
“Wie ein “Bild”-Reporter berichtet, kam es in Kampen auf Sylt zu einem Eklat zwischen dem Ex-Fußball-Manager und der Schauspielerin. Auf den Fotos, die die Zeitung veröffentlicht hat, packt Rudi Simone zunächst fest am Arm, nimmt sie in den Schwitzkasten. Sie schubst ihn zurück und rennt weg. Er folgt ihr und stößt sie schließlich über eine kleine Mauer in ein Blumenbeet.

N24: heute
“Diejenigen, die sich outen, würden plattgemacht – “von ihren Mitspielern und von den Leuten im Stadion”, sagte Assauer dem “Express”. “Diese Hetzjagd sollte man ihnen ersparen.”

FCSP: Leistung braucht Demut!

“Wer heute nicht singt, braucht am 27.2. gar nicht …”

Es ist der ewige Kampf der Extistenz gegen den Traum, der das 0:0 am Millerntor heute so gerecht erscheinen lässt. Wenn man, so wie ich, an die Magie an diesem Ort glaubt, dann muss man sich nicht wundern, wenn Leistungs-Aufrufe, wie die des USP vor dem Spiel (s.o.) Westerwellsche Effekte auslösen. Wenn man nur Leistung will, dann wird man auch nur Leistung bekommen, oder daran gemessen. Basta, dann bleibt für das Sein oder die Magie kein Platz, denkt da mal drüber nach, wenn ihr das nächste Mal “Aufstehen, Aufstehen” singt, wie nah das an Guido Westerwelle dran ist, und wieso das in die Hose geht.

Fröhliche Demut war dann auch bei den Gästen aus Frankfurt zu beobachten heute, unvorstellbar groß die Geste, nach der Aufforderung “Gästeblock” mit “Sankt Paulé” zu antworten. Das Unvermögen mit “Forza FSV” oder ähnlichem zu antworten hat dann auf dem Platz das Siegtor verhindert. Gut so.

Auch gut, dass Morena und Gunesch die beiden in Topform waren heute gegen den FSV Frankfurt. Und wie bezeichnend, dass Stani sich nicht traute, mit Boll die Brechstange rauszuholen, wo wir die Schönheit schon verspielt hatten mit unseren unlauteren Forderungen. So gerade richtig und gerecht war dieses Unentschieden, dass ich aus lauter Trotz mich anstelle am 27.2. – nur damit dem Übeschwang etwas Ruhe entgegen steht. Energische Ruhe :)

FC St. Pauli – Union Berlin: Vorspielinterview – 5 Fragen aus Berlin

Alte-Foersterei-Union-BerlinIch hatte am Montag das Vergnügen, mir mal das Stadion an der Alten Försterei aus der Nähe anzuschauen und das bei bestem Hamburger Wetter. War schon beeindruckend.

Bei der Gelegenheit hatte ich digitalen Kontakt zu 2 Union-Bloggern, die mir in Vorbereitung unseres Spiels am Sonntag 5 Fragen geschickt haben, so als Art Ferninterview oder Vorspiel. Mit vielen Fragen fühle ich mich tlw. überfordert – deswegen poste ich die hier mal – schnappe sich jeder gerne 1 oder mehrere und senfe dazu ab. Gerne auch kritisch –


Guten Abend nach Hamburg, Continue reading “FC St. Pauli – Union Berlin: Vorspielinterview – 5 Fragen aus Berlin”

Magischer Abriß (Farewell St. Pauli Haupttribnüne)

FC St. Pauli Logo Kachel

Schon lustig, wie sich Magie fortpflanzt. Meist durch Nicht-wollen nicht?
Ich hatte nicht vor, die Abrißparty für unsere Haupttribüne zu besuchen heute, mir dumme Reden von dummen Stadtteil-Fuzzis anzuhören. Und doch war ich dort, überredet und trotz der jüngsten schönen Erlebnisse immer noch nicht ganz zuhause auf der Süd, so weit oben auch, so weit weg vom magischen Rasen. Continue reading “Magischer Abriß (Farewell St. Pauli Haupttribnüne)”

Love Celtics: Hamburg ist braun-grün-weiss

Celtic FC Fan in Hamburg (HSV)

Eines der besseren 0:0 habe ich da gestern im beleuchteten Parkhaus mitten im Altonaer Volkspark mit angesehen. Eines der Fußballspiele, die die ganze Zeit drohen irgendwohin zu kippen, sich aber nicht entscheiden können.
Nach den ersten 20 Minuten konnten beide Mannschaften froh sein, dass der andere nicht 2:0 führt, so klare Chancen haben beide versemmelt, dass es von meiner erhöhten Warte aus wie Hamburger Oberliga sich anfühlte.

Links neben mir der Celtics Block in dem klar sichtbar sehr viele braun-weisse Kollegen sich einfanden. Ich werde ja nicht mehr warm mit dem HSV, was auch daran liegt, dass vor dem Spiel immer das unsägliche “… kommst Du eigentlich aus Polen” gesungen wird, auch wenn Gerrit das inzwischen nur noch lächelnd ansingt. Bezeichnend auch, dass wir ca. 4.000 Paulianer uns zurückgehalten und fast ausschließlich Celtic angefeuert haben. Erst als das Rostock-eske “Scheiss St. Pauli” ertönte mit Stimmgewalt antworteten. Achja, es ist halt immer wieder schön, im Volksparkstadion “Hamburg ist braun-weiss” zu singen ;)

Was das Singen angeht können wir uns ja allgemein von den Insel-Fans einiges abschauen, die singen ganze Lieder, beherrschen dabei mehrere Tonlagen und strahlen eine Fröhlichkeit aus, die selbst das Freudenhaus der Liga, wie einen Altherren-Club erscheinen lässt. Sei froh HSV, da hat sich eine bunte Truppe mit Seele bei Dir die Ehre gegeben – und nur einen Punkt entführt.

Nach einem längeren Marsch durch den klammen Stellinger Forst war ich dann doppelt froh, als ich im O-Feuer diesen Abend ausklingen lassen konnte. Danke Celtic.

HSV-Celtic Glasgow FC in Hamburg – Anreise zur Volkspark-Arena

forza celtic

Celtic Supporter aus Schottland und Hamburg treffen sich im KNUST, sammeln sich dort, um dann zum S-Bahnhof Sternschanze zu ziehen. Dort fährt um 17:15 Uhr ein Sonder-S-Bahn-Zug nach Othmarschen, wo dann ein Sonderbus die Celtic-Supporter zur Südwest-Ecke des Volksparkstadions (auch bekannt unter HSH Nordbank Arena) bringt. Nach dem Spiel Retour – zum Bierchen im Knust oder Jolly Roger.

How to go to the stadium and back? We highly recommend this way:

Meeting of all Celtic and St. Pauli supporters at the KNUST venue on Thursday for a couple of pre match beers including concert. At 5 pm we go all together as a march from the Knust to the train station STERNSCHANZE (5 – 10 min walk). The public transport company will give us a special train at exactly 5.15 pm for up to 1.000 Fans which will go directly to the train station OTHMARSCHEN (12 min). There will be a bus shuttle which brings us in another 10 minutes directly to the stadium (south west corner, near the away end).

After the match it will go back the same way.
All the well known venues like Knust, Jolly Roger etc. will be open after the match.

Quelle: via E-Mail

Für alle, die später anreisen, habe ich beim HSV nach den Anreiserouten gefragt.
Die Antwort kam prompt:

vielen Dank für Ihre E-Mail.
Im Anhang finden Sie ein PDF mit den verschiedenen Anreisemöglichkeiten je nach dem aus welcher Richtung Sie kommen. Ich hoffe, diese hilft Ihnen weiter.

Mit freundlichem Gruß aus der HSH Nordbank Arena
Ihr HSV Service Team

Anfahrt Arena

FCSP: St. Pauli’s Freibeuter versenken Hansa-Kogge vor Rostock 2:0

fcsp versenkt Hansa-Kogge

Hahaaaa! Versenkt, und was habe ich geschimpft. Auf den glücklosen Fabian und den stolpernden Florian. Nimm Schulle rein, habe ich gerufen, das Glück war langsam aufgezehrt, die Rostocker Fans, bis auf die paar Vollpfosten, die es auch bei uns gibt – KOMMT IHR MIR NACH HAUSE IHR VOLLPFOSTEN! (#Pyros im Gästeblock zünden ist ja sooo Cottbus) – fair, hoffentich bleibt das so. Naja ich schimpfe da im Bolero in Altona, draußen ziehen die Nebelschwaden vorbei, es ist mild, ich rufe “Lehmann, der macht heute noch einen” und schreie fast hinterher “Schulle auf Naki Tor”. Bjoern ist genervt, “das mit Deinen Vorhersagen klappt doch nie”! Recht hat er his zur 77. Minute. Da explodieren meine Vorhersagungen und Beschimpfungen in die Rostocker Defensive, dass die einem glatt leid tun können.

Nach einem schwierigen Spiel beim F.C. Hansa Rostock sah es lange Zeit nach einem 0:0 aus. Bis zur 77. Minute, in der Matthias Lehmann die Führung für die Braun-Weißen erzielen kann. Deniz Naki setzt keine zehn Minuten später nach und macht den 2:0 Auswärtssieg perfekt.

ES IST VOLLBRACHT.

… und der Frust der Hansa-Fans geht weiter – ebenfalls ein Auswärtssieg des Team Grün:

22:30 Uhr: Die Polizei setzt unmittelbar vor der DKB-Arena Wasserwerfer gegen Anhänger des FC Hansa Rostock ein.

22:40 Uhr: Einsatzkräfte der Bundespolizei gehen vor der Nordtribüne der DKB-Arena gegen Hansa-Anhänger vor.

23:05 Uhr: Aus den Reihen von Fans fliegen Steine. Anlass der Auseinandersetzung war offenbar der Versuch, eine von der Polizei gesperrte Straße in der Nähe des Stadions zu durchbrechen.

23:14 Uhr: Mehrere randalierende Fans sind bereits festgenommen worden.

Nachmittags:

Zu einem Freund hat Charles Takyi letzte Woche gesagt, dass man sich diese Saison so sauwohl auswärts fühlt, dass sich das zuahuse am Millerntor schon fast klemmig anfühlt für den FC St. Pauli zu rennen, passen und rackern. Was an sich ein alarmierendes Zeichen ist, macht für heute Abend Hoffnung. Die Freibeuter in weiss-braun sind fußballerisch besser zurzeit, und befinden sich wie die Rostocker an einem Scheidepunkt. Für Sankt Pauli nach oben, für Hansa nach unten – wenn es nach mir geht. :)

Foto: via “unverlierbar” – wenn das man kein Omen ist …

“Ihr habt die Hose naß” – (FC St. Pauli – 1860 München)

Hamburger-Wetter-am-Millerntor

Als ich ein Junge war, bin ich mit meinem Bruder immer, kaum dass es gieße vom Hamburger Himmel, in den nahen Park gegangen und habe gebufft. Je nasser, desto besser konnte man auf dem Rasen rutschen. Später, als jugendlicher Abwehrspieler, kam mir dieses Training dann zupass, wenn ich mit drei oder mehr Metern Anschub losgrätschte und die armen Stürmer mich schon Knie-schlotternd ankommen sahen.

Nass war’s am sonntäglichen Millerntor. Und die ersten 20 Minuten trübe. Fast hätte man es Taktik nennen können, den Alexander Ludwig sich müde flanken zu lassen. Immer von einer Ecke in die andere, zwischendurch ein paar Freistöße. Immerhin, auf Alex konnten wir uns verlassen. 0:0.

alex-ludwig-ecke-flanken-1860

Trotzdem fehlte da irgendwie das Vertrauen, blockiert durch so viel wollen. Erst nach der überstandenen Drangphase der 1860er, nach einem Regenguss, der sich ehrlich Hamburger Wetter nennen durfte, brachte der FC das Glitschen und Schlieren in eine Form. Fein, wie Deniz Naki sich immer wieder freifräste.

Jubel-FCSP-Naki Continue reading ““Ihr habt die Hose naß” – (FC St. Pauli – 1860 München)”

Fragen eines Auswärtsfahrers: Wie komme ich am besten vom Münchner Flughafen zur Allianz Arena?

Meine Frage stelle ich hier, bei twitter, bei wikia, gutefrage und wer-weiss-was:

Moin Experten und Expertinnen,

wie reist man denn am geschicktesten vom Münchner Flughafen zur Allianz-Arena? Gibt es für Fußball-Fans sowas, wie einen Fan-Shuttle?
(Die Strecke über S-Bahn Marienplatz und dann nach Fröttmanning ist mir einfach zu lang: Dauer: 1 Stunde und 14 Minuten :)

Danke für Tipps:

– Vielleicht kann ich ja den Fahrer des Lufthansa-City-Shuttle-Bus bestechen. Wenn ich mich recht erinnere, fährt der dran vorbei.
– Oder Taxi? Schätzungsweise 30 EUR ist dann aber doch zuviel.