Socialspam mit socialcam

Heute morgen habe ich eine App auf dem Iphone ausprobiert, die ich über ein Facebook-Posting eines Bekannten gefunden habe: socialcam – eine Art Instagram für Video.

Gleich nach der Installation habe ich die App socialcam ausprobiert – und 2-3 Kurzvideos aus dem Hamburger Hafen hochgeladen. Dabei habe ich versehentlich (und wohl mehrfach) die E-Mail und Versendefunktion der App benutzt, und die Video-Ankündigungen nicht nur per Twitter, Facebook und Youtube verschickt, sondern auch an meine Kontakte per E-Mail und SMS.

Sorry, das tut mir leid. Ich bin ja selbst recht empfindlich in diesen Dingen. Ich versuche gerade, herauszufinden, ob es sich um eine Funktion handelt, die innerhalb meiner Sphäre bleibt, also ärgerlich, aber einmalig ist – oder ob socialcam – wie auch schon andere US-Anwendungen derzeit, mein Adressbuch geleecht hat.

Für Hinweise in den Kommentaren wäre ich sehr dankbar.

Update: Ich habe die App nun gelöscht, da sie zwar hilfreich, aber viel zu spammy ist. Ausserdem habe ich socialspam aufgefordert, meine Daten und alle Daten, die ich übertragen haben sollte, zu löschen …

Kissing Men

Foto: Kiss: Ryan Gilbert + Michael Correntte (cc Lizenz: CC BY-SA 3.0) via Flickr (See Ming Lee)

Wir haben gestern im Team darüber diskutiert, wann und weshalb Facebook etwas löscht. Da soll es eine Liste geben, die bspw. auch küssende Männer umfasst. Oder Titanic-Cover.
Nu probier ich das mal aus, das mit dem Löschen auf Facebook. Und das mit einem tollen Foto …

(to be confirmed) …

rotten social media – Nutzerzahlen-Wunschkonzert bei Google+ und Co.

Der ZDnet Autor Tom Foremski widmet sich in einem seiner jüngsten Beiträge in seinem Blog “imho” einem sensiblen Thema: Dem Nutzerzahlen-Bingo, das vor allem Start-ups wie Twitter, Google+ und andere betreiben. Selten ist die Zahl der aktiven Nutzer deckungsgleich mit den angemeldeten. Schlimmer: sie ist sehr, sehr viel geringer.

Was sagen die Nutzerzahlen, die Google+ und Konsorten so von sich geben also aus?

Foremski zitiert im Wesentlichen einen ehemaligen Wired-Autor namens Kevin Kelly, der mit seiner Assistentin die Kreise und Profile von über 500.000 Followern untersucht hat:

Most of the half million people following me on Google+ are ciphers. They have signed up, but have not made a single public post, or posted their own image or a profile, or made a comment.

Die meisten seiner Follower sind so genannte “Hänger”, die sich zwar angemeldet haben, aber den Dienst gar nicht benutzen. Mein foursquare-Account ist so ein Hänger-Account.

He and his assistant discovered that only 30% published anything on G+ and only 6% were “outright spammers.” But the largest group he classed as, Ghosts. 36% had not even filled out a profile.

Mr Kelly pointed to a study by two journalists at Popular Mechanics that only 25% of their Twitter followers were real, and 49% were fake or spam.

Conclusio könnte also sein, dass bspw. Google+ und Twitter einerseits ein Aktivitätsproblem und ein Spammer-Problem haben. Nachdem nun die ersten SEO-Artikel über “Pinteres-SEO” erscheinen, droht diesem Start-up dasselbe.

Nutzerzahlen, die man nicht verifizieren kann, ob ihrer Qualität sind also “rotten figures” – kurzfristig gut für die Produkt-PR, aber langfristig wenig hilfreich.

Who is this? – Social Spam

Blogspam war bisher ein nerviges, aber schnell zu identifizierendes Phänomen. Seit Googles Panda Update ist das anders.

Google honoriert soziale und Markensignale, das ist spätestens seit dem Panda Update für die Mehrheit der Webmaster wahrnehmbar. Und seitdem verlagert sich der Indexspam auch ebendorthin, in das Social Web.

Einen interessanten Artikel zum Thema haben meine Kolleginnen bei wer-weiss-was geschrieben – ein Einstieg in ein nerviges Phänomen.

Artikel als PDF

“Unerwünschte Werbung stört unsere Online-Gemeinschaften nachhaltig. Spam zieht Spam nach sich, gemäß der Broken Glass Theory. Der Ruf leidet, die Ehrenamtlichen verlieren ihr Interesse, die wahren Experten ziehen sich zurück und überlassen das Feld den Fakeprofilen. Statt reaktiv den Spammern hinterherzulöschen, sollte man sich der Aktivitätssteigerung widmen. Aber Achtung: Mit zunehmender Sichtbarkeit erregt man auch die Aufmerksamkeit der Spammer. Die stärkste Waffe sind, neben an die jeweilige Community angepasste technische Lösungen, vor allem die aktiven und aufmerksamen Mitglieder. Ich denke, dass in Zukunft die Themen Qualitäts-, Reputations- und Incentivierungs-Management an Bedeutung gewinnen werden.” -> wer-weiss-was

Google Frische – das Freshness-Update und sein Kind

An keinem Internet-Unternehmen kann man die Auswirkungen der sozialen Internetrevolution besser ablesen, als an Google. Binnen zwei Jahren, vom so genannten Caffeine-Update, über die puscheligen Kuscheltiere Panda 1 und 2 bis hin zu dem aktuellen, das sich bezeichnenderweise “Freshness” nennt, wandelt sich der Google Algorithmus immer schneller – und immer mehr hin zum Abbilden dessen, was wir das Soziale Netz nennen.

Given the incredibly fast pace at which information moves in today’s world, the most recent information can be from the last week, day or even minute, and depending on the search terms, the algorithm needs to be able to figure out if a result from a week ago about a TV show is recent, or if a result from a week ago about breaking news is too old.
Amit Singhal, Google

… und das ist ein direktes Ergebnis der sozialen Verlinkungen und Verknüpfungen von uns allen – und ein gutes Zeichen für Journalisten, Fach-Idioten und Schnellblogger. Denn nun trägt der Google Algorithmus ihren Anstrengungen Rechnung. Mir scheint der Kern von Google Strategie zu sein, mühevolles und engagiertes Publizieren zu belohnen (in Frequenz und Tiefe). Aktuelle Texte und Videos zu erstellen ist mühsam, eine Medienmarke aufzubauen auch. Videos zu erstellen ist komplexer, als Texte von Copy & Paste-Sklaven (Stichwort Demand Media) in den Index zu drücken – und so passiert etwas, was das Unternehmen Google von Grund auf verändert. Nicht mehr der Link und seine Quelle sind länger das Ausschlag gebende Momentum, sondern sein sozialer Kontext.

Denn gewonnen haben vor allem Newsseiten, TV-Marken, alle Videoportale und Brands. Also Seiten, die häufig neuen und frischen Content haben und die aufgrund der Popularität auch häufig geklickt werden (Brand Bonus). Marcus Tober Searchmetrics Blog

Sicher, es wird immer Wissen geben, das länger gilt. So wie die immer wiederkehrende Frage nach den verblühten Hortensien, und ob man diese zum Winter abschneiden oder dranlassen soll.

RSS Graffiti vs. Facebook

RSS Grafitti Logo
RSS Grafitti Logo
Facebook mag es, wenn seine Nutzer sich mit Dingen beschäftigen, auf Facebook. Posts, die ohne Link nach Außen sind, werden meiner Erfahrung nach öfter in der Timeline meiner “Freunde” angezeigt, als welche mit externem Link. Ganz schlecht wertet der Facebook-Algorithmus wohl automatisch, per RSS-Grafitti importierte Blogposts.

Derselbe Post am Freitag Abend: 120 Views, per RSS geposted. Mit der “Hand” oder “zu Fuß” knapp 5.000 am Sonntag. Nun mag das auch mit dem Wochentag und er Tageszeit zu tun haben, ist aber augenfällig, dass Links per RSS-Automatik von Facebook abgestraft werden.

Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht?

@Nico macht sich Sorgen um Deutschlands Ruf in Facebook und der Welt

Nico Lumma kommentiert die Meldung des Schleswig Holsteinischen Datenschutzumsetzers des ULD, dass Facebook erwaägen soll, Daten, die via IP-Adressen aus diesem Bundsland erhoben werden, nicht in die USA zum Speichern zu schicken, und macht sich Sorgen, dass Deutschland als “das Land der seltsamen Querköpfe angesehen werden (könnte), die irgendwie darauf pochen, daß das Internet anders zu funktionieren hat als es gängige Praxis ist.”

Ich fände diesen Ruf ja ganz famos. Habe ich mir doch schon früher schon gewünscht, dass “Informationelle Selbstbestimmung”, ja Selbstbestimmung im Allgemeinen ein Exportschlager des Deutschen würde, wie Weltschmerz und Kindergarten.

Ich würde sogar noch weitergehen, und mir wünschen, dass wir Deutschen als diejenigen Querköpfe bekannt werden,

“die irgendwie darauf pochen, daß das Liebe und Leidenschaft anders zu funktionieren hat als es gängige Praxis ist.”

“die irgendwie darauf pochen, daß das Solidarität, bspw. mit Griechenland, anders zu funktionieren hat als es gängige Praxis ist.”

“die irgendwie darauf pochen, daß das Finanzwirtschaft und materielle Teilhabe anders zu funktionieren hat als es gängige Praxis ist.”

Ja, das wünsche ich mir, als Sozialromantiker. Und dass der hsv absteigt, aber das ist eine andere Dimension des gleichen Defektes.

#OccupyFacebook

Facebook Ipad App – filtert Google+-Buttons

Ich habe mir heute Abend die mit viel Vorschusslorbeeren ausgestattete Ipad App von Facebook aus dem App-Store heruntergeladen und ausprobiert. Dabei wollte ich mir auch ansehen, wie unser neues Responsive Design bei wer-weiss-was in der App, bzw. dem integrierten Browser aussieht.

Da fiel mir auf, dass Facebook den Google Plus Button bei wer-weiss-was herausfiltert nicht anzeigt:

wer-weiss-was im Facebook Ipad App Browser - ohne Google+
wer-weiss-was im Facebook Ipad App Browser - ohne Google+
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Status is the new Hoax

Ich kann mich noch sehr gut an eine Begebenheit erinnern, die liegt so weit zurück, dass ich sie ins digitale Mittelalter verorte (auch wenn es ernst zu nehmende Zeitgenossen gibt, die behaupten, dass wir dieses dunkle Kapitel noch vor uns haben). Ich arbeitete in einer Online-Redaktion in einer Medienunternehmung. Den Sender gibt es heute nicht mehr, ihn umgab aber etwas Besonderes. Es war der erste Fernsehsender in Deutschland, der vor dem TV-Kanal eine Website hatte. Na? Wer weiss es? Buhler?

Ich habe dort gerne gearbeitet, auch wenn wir die – Thomas Knüwer würde Geeks sagen – Nerds waren, die da nachts und tags an ihren Rechnern hingen. Alle noch grau obendrein. Also die Rechner. Alle um uns rum waren eigentlich zu gebildet oder zu cool für ihren Job, eine Haltung, die ich in Redaktionen seitdem immer wieder antreffe ;), aber im Grunde super-nette Mädels und Kerle. Feine darunter, auch inzwischen gute Freunde. Nur eines ging mir damals schon auf den Keks. Die Manie, jede döspaddelige Warn-E-Mail vor Viren, Trojanern und Weltuntergangssoftware zu verbreiten. Als ich mal wieder dutzende E-Mails bekam in denen vor einer E-Mail mit Betreff “Penpal Greetings” gewarnt wurde, die komischerweise immer an den “großen Verteiler” gingen, schnappte ich ein, schickte meinerseits eine E-Mail mit dem Link zu den aktuellen Hoaxlisten* und überschrieb sie mit dem Betreff, eben, “Penpal Greetings”.

Da war nun die Hölle los. Dutzende Redakteure legten die Arbeit nieder und die Hotline der Admins lahm, weil sie nun Angst hatten, die E-Mail zu öffnen. Die IT-Leiterin stand wutentbrannt im Büro meines Chefs und forderte meine sofortige Entlassung. Panik.

Ziemlich schnell beruhigte sich der Hoax-Alarm wieder. Und keine zwei Tage später hatte ich die nächste E-Mail im Postfach, nie, aber auf keinen Fall folgende E-Mail zu öffnen. …

Ich habe gedacht, die Hoaxes seien ausgestorben. Nur um sie in den Statusmeldungen meiner Kontakte bei Facebook wiederzuentdecken. Panik!

* Hoax Liste der TU Berlin ->>
*Facebook Hoaxes – Page ->>

The Me Magazine #Facebook #Timeline

“I’ve had the timeline of my life”

Ich habe in diesem Blog ein Plugin installiert, das in der Seitenleiste die Artikel anzeigt, die am gleichen Datum in den Vorjahren hier von mir geposted wurden. Da ist viel Unsinn dabei, und Unsinn an den ich mich gerne erinnere. Eigentlich ist Bloggen ja etwas für Vergessliche.

Facebook hat mit dem Developer Release seines neuen Timeline-Profils einen großen Schritt in Richtung Lebenschronik gemacht. Meine beginnt 2007. Die vieler Kinder meiner Freunde und Kontakte bereits bei ihrer Geburt. Eine enorme Änderung menschlicher Kultur, die es in den Datenbanken von Facebook (und Co.) schon lange gab und die sich nun auch visuell Bahn bricht.

Anders als Thomas Knüwer halte ich den rituell kritischen Diskurs darüber für wichtig, auch emotional und populistisch geführt. Und noch lange nicht besprochen.

Wo ist die Google+ Api? Warum Facebook noch die Nase vorn hat.

Mir hat an Facebook am meisten imponiert, dass es sich in einer Zeit als soziale Netzwerke erfolgreiche Silos waren, die um die Gunst der Nutzer buhlten -in Deutschland StudiVZ, in den USA myspace – den Mut hatte sich zu einem Layer auszubreiten, zu öffnen. Über eine einigermaßen offene API über die Dritte die sozialen Anknüpfungspunkte der Facebook-Nutzer ansprechen und im besten Sinne bedienen konnten. Neben dem Ansatz von Apple die wichtigste Innovation, die zum heute bekannten App-Universum führte.

Google+ ist da noch Äonen von entfernt nicht soweit, oder ist mir die Google+-API entgangen? Noch gibt es keine Anwendungen, die auf Google+ aufsetzen, bis auf die Spiele-Sektion, aber so etwas meine ich nicht.

Ich vermute, dass dies das Rennen des nächsten Jahres 2012 sein wird. Wer steuert die technisch beste und für Nutzer offenste API bei. Google oder Facebook? Und schwupp sollten wir einen Totgesagten wieder auf den Radarschirm nehmen: Twitter. In Sachen API-Soziotop sind die Jungs nämlich imho noch ungeschlagen!

Was US-Studenten mögen, essen, konsumieren …

… das kann man in Marktforschungen herausbekommen, wie in der tollen Bravo-Studie, die regelmäßig die Gewohnheiten und Vorlieben der deutschen Jugendlichen erhebt.
Oder man betrachtet ihr Verhalten in sozialen Netzwerken.

Und findet erstaunliches heraus. Beispielsweise, dass unter amerikanischen Studenten die elektronische Macht der Firma Apple erschreckend groß ist. Oder dass die 80er Jahre im Bier-Konsum sich wiederbeleben. Corona, mein lieber Scholli … und dazu Country Music vom Ipod ;)

facebook according to college students
facebook according to college students

via tnw

Warum Facebook stirbt?

Facebook stirbt - Medientage Panel

Zugegeben, auch ich habe mir seinerzeit Gedanken über “Sterben als Geschäftsmodell” und möglichen Exit für Facebook gemacht. Dennoch wundere ich mich über dieses Panel auf den Medientagen München. Pikant, dieses Panel findet im Segment “Aus- und Weiterbildung” statt, so als spräche man nicht über eine Hypothese, eine provokante obendrein, sondern als betrachtete man Facebooks vollendete Zukunft. Digitales Futur II.

Sitzt da @tkulow auf dem Panel?

Flunkern: was in Zukunft nicht mehr geht … oder, die neue Ehrlichkeit #HD

Wir stehen vor einer Zeitenwende. Ehrlichkeit ist keine Tugend mehr, sondern Mittel zur Raison. Denkt man Facebooks Gesichtserkennung und das mediale Aufnehmen im öffentlichen und privat-öffentlichen Raum (Festivals, Rock-Konzerte, Fußballstadien) zusammen, dann sind kleine Ausreden nicht mehr möglich:

– Chef, ich fühle mich heute nicht.
– Mama, ich bin dann mal zum Klavierunterricht
– Schatz, ich bin mit ner Freundin bei Udo Lindenberg

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Mark Evil

Es geht eine merkwürdige Erleichterung durch meinen digitalen Bekanntenkreis. Google Plus ist da und plötzlich ist da sowas wie Aufbruchstimmung. Endlich, Google hat es geschafft, hört und liest man aus den begeisterten Blogposts und Twitter-Meldungen unweigerlich heraus. Dabei ist die Freude über die gelungene Inweltsetzung einer ernst zu nehmenden Konkurrenz keine Liebeserklärung an Google, sondern vielmehr Ausdruck eines tiefen Misstrauens gegen Facebook und seinen Übergründer Mark Zuckerberg. Dieser hatte das Ende der Privatheit ausgerufen und sein social network hatte sich in der Hybris des exponentiellen Erfolges auch so benommen, als gehörten die Nutzer und ihre Daten, ihre Bewegungen und ihr digitales Leben ihm.

Das haben immer mehr von uns nur widerstrebend mitgemacht. Vielleicht sogar nur als diffuse, in Amerika “German” genannte, Angst. Verborgen hinter den fröhlichen Statusmeldungen, weil die sozialen Kosten eines “Nicht-mitmachens” immer größer werden, je mehr und je länger wir den blauen Riesen (und damit ist schon lange nicht mehr IBM gemeint) benutzen.

Google+

Google ist nicht besser, hat keine endgültigen und befriedigenden Antworten auf das Thema “Privacy”, auch bin ich noch nicht abschliessend überzeugt, weswegen unser soziales Leben unter den Regeln privater amerikanischer Unternehmen organisiert werden muss. Aber Google hat eine entscheidende Lektion gelernt, sie schon lange in der DNA ihrer Unternehmenskultur verankert: Offenheit und Nutzerzentrierung. Offene Standards machen Google für Facebook-geplagte so interessant. Google hält sich permanent selbst in einer prekären Situation. Wenn morgen eine Suchmaschine entwickelt wird, die besser ist, dann ist Google weg vom Fenster. Diese triviale Erkenntnis von Marktmechanismen ist nicht neu, wird aber in vielen anderen Branchen, auch meiner eigenen, oft lange ignoriert. Googles Algorithmus adaptiert, so gut er kann. “When i lose its like winning”, hat Rapper Chamillionaire auf der mlove 11 in der hallensischen Provinz gesagt, und benimmt sich so, als meine er das auch. Für Google gilt dasselbe.

Was einem alten Trekkie die Angst in die Füße boxen kann, Stichwort “we will adapt” und “resistence is futile”. Anders als die Borg hört Google aber auf zu existieren, wenn wir es ignorieren. Obwohl, dieses Schicksal hat die Borg ja auch ereilt. ;)

Weiteres:

I am a Nerd too ;)
TNW about the acceptance of Google+
Google+ vs. Facebook

Leseempfehlung zum Thema Facebook und Gesichtserkennung, Datenschutz und Überwachung

//Die Neuerung ist, daß Facebook jetzt automatisch eine Gesichtserkennung durchführt, anstatt daß der Freund das manuell mit seinem eigenen Gehirn tun muß. Mein Name wird dem Freund dann automatisch vorgeschlagen, anstatt daß er ihn manuell eingeben muß.

Man kann diese Funktion abschalten. Dann führt Facebook die Gesichtserkennung immer noch durch. Denn: bis das Gesicht erkannt worden ist weiß Facebook ja nicht wer darauf zu sehen ist, und wie diese Person die Privacy Settings eingestellt hat, schlägt dann aber den gefundenen Namen nicht mehr automatisch vor. Die Operation ist technisch also dieselbe. Nur das Ergebnis wird geheim gehalten.

Meine Twitter Timeline, meine Facebook Timeline und meine RSS Feeds sind heute voll von Ratschlägen, wie man “die Gesichtserkennung” abschalten kann.

Das kann man nicht.
Prinzipbedingt.

Man kann nur das Anzeigen des Ergebnisses bei seinen Freunden unterdrücken. Das ändert genau gar nichts. Aber man fühlt sich echt besser.
Placebo Forte N, Anstaltspackung – heute im Sonderangebot.// – Kristian Köhntopp

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//Facebook erkennt, dass ein Gesicht auf dem Foto zu sehen ist, nimmt diese Gesichtsbilder-Auswahl, erkennt darin ähnliche Bilder und gruppiert sie entsprechend. Bevor eine Person ins Spiel kommt, hat Facebook bereits zweimal auf euren Uploads Gesichter erkannt.

Theoretisch und in dem Fall, dass ihr bereits auf einem Foto getaggt- und ihr mit der Person befreundet seid, erkennt Facebook Personen und nun schlägt Facebook automatisch euren oder Freundesnamen vor.

Dumm, dass die automatische Gesichtserkennung, bzw Personenerkennung bei mir gar nicht funktioniert.// @svensonsan auf pop64.de

Übrigens: Folgende Überwachungstechnologien und -maßnahmen werden in Deutschland bereits eingesetzt oder sind bereits beschlossen. Kritiker sehen hierin bereits deutliche Schritte hin zu einem Überwachungsstaat. Continue reading “Leseempfehlung zum Thema Facebook und Gesichtserkennung, Datenschutz und Überwachung”

Wie “Privat” ist man im Social Web? #Arbeitgeber #Facebook

Kommunikative Fähigkeiten im social web sind inzwischen Standard-Anforderungen an den modernen Arbeitsplatz und Arbeitnehmer. In Zeiten der Post-Ich-AG setzen Unternehmen, vor allem diejenigen der Digitalen Wirtschaft, Medien und Hersteller von hippen Konsumgütern und Dienstleister, auf Angestellte und Freiberufler, die sich auch im Internet zu bewegen wissen.

Wie wollen wir das aber regeln, wenn Arbeitszeiten oder der Ort an dem ich kommuniziere allein nicht mehr zur Unterscheidung taugen, ob eine Äußerung als Privatperson oder als Angestellter eines Unternehmens erfolgen. Das ist wichtig zu wissen und zu diskutieren. Zwei aktuelle Beispiele kommen mir hier in den Sinn. Zum einen der Fall des Asstel-Experten, der für sein Unternehmen bei gutefrage.net Antworten, auch zu versicherungsfremden Fragen, gegeben hat. Zum anderen Stefan Keuchels wütender Hinweis an Facebook, dass ihm das Auffinden, Verstehen und Löschen von Facebooks Gesichtserkennung zu umständlich ist.

  • Haben wir das noch selbst im Griff, dass uns unsere sozialen Kontakte als Privatpersonen wahrnehmen?
  • Hat das mit der Tageszeit zu tun? – Sind private Äußerungen nur nach Büroschluss erlaubt?
  • Sollten wir private Äußerungen markieren?
  • Haben Angestellte eines Unternehmens das Recht, ihre Meinung und Expertenschaft bspw. bei gutefrage oder wer-weiss-was zu kommunizieren, wenn sie sich an die Regeln halten?
  • Eine spannende Diskussion, die wir nicht den Juristen überlassen sollten.

    Disclosure:
    Der Autor ist mit Stefan Keuchel bekannt, würde diese soziale Beziehung als öffentlich-privat bezeichnen. Außerdem möchte er als GF des Wissens-Dienstes wer-weiss-was zu der Causa Asstel keinen wertenden Kommentar abgeben, hält die Diskussion aber auf der Meta-Ebene für spannend und angebracht.

    Mail an Facebook – Verknüpfungen von Fotos zu Profil löschen

    Die Gesichtserkennung von Facebook lässt sich mit analogen Mitteln leicht umgehen, einmal verknüpft, ist es schwierig, denn (imho) braucht Facebook ja die Gesichtserkennung um dann zu entscheiden, welche Personen nicht markiert werden sollen (Opt-out). Stefan Keuchel (Privat HSV-Fan und beruflich Pressesprecher bei Google Deutschland) hat sich darüber beschwert, dass man die Funktion, seine Verknüpfungen zwischen Profil und Fotos zu löschen so schwer findet.

    In seinen Kommentaren dann die Links, die weiterhelfen:
    » Wie kann ich die Zusammenfassung der über mich für Markierungsvorschläge gespeicherten Informationen löschen?

    Du kannst uns kontaktieren, um uns aufzufordern alle deine zusammengefassten Fotoinformationen zu entfernen. Dadurch wird die durch den Vergleich der markierten Fotos von dir gewonnene Zusammenfassung entfernt. Hinweis: Damit werden keine Markierungen entfernt und Freunde können auch weiterhin manuell Fotos von dir markieren.

    Das sieht dann so aus.*

    *Ich habe die Anrede geändert. Dienste, die ich als potenziell totalitär einstufe duze ich nicht. ;)

    Der beste Schutz gegen Facebook Gesichtserkennung (funktioniert auch bei Google Picasa/Goggle)

    Facebook eilt von einem Gesichtsverlust zum Nächsten. In unbeeindruckter Ignoranz startet das Social Network Datenschutz-sensible Dienste in Reihe, ohne die Nutzer entsprechend vorher zu informieren. Neuster Aufreger: Die Gesichtserkennung von Facebook.

    Schnell finden sich findige Social Media Berater, die in Blogs zum Thema Tipps und Hinweise geben, wie man am besten sich gegen die Gesichtserkennung bei Facebook wehrt. Ring2 ist es gelungen einen todsicheren Algorhythmus zu finden, mit dem man Googles Goggles und Facebooks Gesichter-Erkennung garantiert aussperrt: Continue reading “Der beste Schutz gegen Facebook Gesichtserkennung (funktioniert auch bei Google Picasa/Goggle)”

    Kein Gesicht auf Facebook

    Facebook aktiviert die automatische Gesichtserkennung, lese ich aktuell bei netzpolitik.org, und klopfe mir heimlich auf die Schulter (nur ein wenig, keine Angst), denn ich habe bisher penibel darauf geachtet, dass es keine Fotos auf Facebook gibt, auf denen mein (ganzes) Gesicht zu sehen ist.

    Irgendwie doof und ein wenig paranoid, gebe ich zu. Aber wer weiss, wozu das nochmal gut ist.
    Auch wenn ich weiß, was “Facebook” übersetzt heißt. Dazke.

    Update: Das waren noch Vorsätze. Leider ist das alles nun hinfällig ;)

    Woizzer unbenutzbar

    … zumindest für mich.

    Woizzer, nach eigener Auskunft ein soziales Netzwerk für Sprache (“Spoken Media überträgt die Idee von Social Media in die Welt der gesprochenen Sprache”) verlangt nämlich obligatorisch den Abgleich mit dem privaten Adressbuch. Virales Marketing mit der Pistole auf der Brust, das mag ich ja besonders gerne. Schade.

    Vielleicht lass ich die App drauf, so als abschreckendes Beispiel bei Präsentationen: Erlauben Sie Woizzer Zugriff auf ihr Adressbuch? -> Nein -> Woizzer muss Zugriff auf ihr Adressbuch haben, um … blablabla -> Ablehnen -> Erlauben Sie Woizzer Zugriff auf ihr Adressbuch? -> Nein -> Woizzer muss Zugriff …

    Frisch aus dem Echoraum: Kriegerin Silke erklärt Cherno Jobatey den “Like”-Krieg

    Silke Burmester, taz-Kriegerin, Facebook Page
    Silke Burmester, taz-Kriegerin, Facebook Page
    “Facebook ist ein Staat”, sagte mir einmal eine gute Freundin und wollte damit ausdrücken, dass dieses gesellschaftliche Gebilde inzwischen tatsächlich Eigenschaften eines (totalitären) Staatsgebildes annimmt. Nun, wenn man den Grad von Agitation und Auseinandersetzung als Maßstab nimmt, dann benimmt sich Facebook, besser seine Bewohner, tatsächlich, wie in den Pionierzeiten bspw. der USA. Da werden Claims abgesteckt und nach profanen “Likes” um die Wette gerannt. Einige scheuen sich nicht, ihre persönlichen Fehden oder uralte Stammesdifferenzen (Frau-Mann ;) in diese neue Welt zu tragen.

    Nun sind Silke Burmester (taz-Kriegerin) und Cherno Jobatey nicht Gregory Peck und Jean Simmons (The Big Country, deutsch: Weites Land – einer meiner Lieblingsszenen, als Charlton Heston und Gregory Peck bis zum Morgengrauen aufeinander eindreschen, um die Gunst einer Frau ringen und sich dabei so nahe kommen, dass sie sich kraftlos umarmen), aber der Niggemeiser hat sich als Durchlauferhitzer des Konfliktes hergegeben – “Auch wenn Sie sie nicht kennen (Silke Burmester), können Sie ruhigen Gewissens mitmachen (Ziel: mehr Likes als Jobatey), denn Sie kennen ja Cherno Jobatey.”

    Das ist alles so albern, und auch ein wenig peinlich. Deswegen machen wir ja mit!
    (Aber auf der anderen Seite – habe eben Cherno Jobatey geliked ;)

    Todesfalle Facebook Feuerwehrfest

    Todesfalle Facebook - BILD
    Todesfalle Facebook - BILD

    Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Mann zwischen 2004 und 2009 fünf Kinder und Jugendliche in Rinteln missbraucht hat. Einige seiner Opfer hatte er als Jugendbetreuer der Feuerwehr Rinteln kennengelernt. (NDR.de)

    Der Unterschied zu jedem analogen Stalker und Vergewaltiger, wenn er digital zuwerke geht, sind seine Spuren, die er in Facebook oder anderen Communities hinterlässt.

    Facebook Targeting verwirren

    Wenn man seine digitalen Spuren nicht adäquat managen kann, sie sich ganz von alleine zu einem Profil verdichten, auf das Werbetreibende dann auch anlegen und abfeuern können (targeting), dann bleibt einem nur das maskieren der Daten. Das Unsinnig-machen.

    Für Facebooks Targeting Engine bin ich 101 Jahre alt, so alt wie der magische FC und weiblich. Dann macht die Werbung oben auch Sinn.

    Facebook Places und die Privatsphäre

    Privatsphäre Einstellungen Facebook Orte
    Privatsphäre Einstellungen Facebook Orte

    Bei Facebook muss man immer hinterher sein, wenn es um die eigene Privatsphäre geht, manchmal schwindelt Facebook auch. Solltet ihr Facebook Orte benutzen und nicht wollen, dass eure Kontakte Angebote von Sponsoren bekommen, in denen euer Besuch werbend genutzt wird, dann solltet ihr obige Einstellung “Orte, die ich besuche” in “Informationen, die durch deine Freunde zugänglich sind” abhaken.

    Kurz zusammengefasst funktioniert das neue Marketing-Tool wie folgt: Checkt User A über Facebook-Places in einem Starbucks ein oder gibt einen Kommentar über ein Starbucks-decaf-no-fat-milk-but-chocolate-cream-vanilla-tall-mokka ein, erscheint das in dessen Timeline. Soweit nichts Neues. Hat aber Starbucks die „sponsered story“ gebucht, erscheint dieser Kommentar samt Foto auf der Werbefläche im Profil von „Freunden“.

    Eine juristische Einschätzung lese ich hier gerade dazu — und bin immer wieder erstaunt über die Impertinenz dieses Unternehemens, mit “meinem Namen” zu werben.

    Friedhof Facebook

    Auf Facebook liegen bald mehr Tote als auf Zürichs Friedhöfen. Denn wenn ein Mitglied aus der Online-Community verstirbt, bleibt sein Profil weiterhin aktiv. Es kann nicht gelöscht werden – sofern der Verstorbene sein Passwort nicht an Freunde weitergegeben hat. Doch das macht fast niemand. Facebook ist ein Ort für die Lebenden, der Tod ist in der schönen Welt des sozialen Netzwerkes schlichtweg nicht vorgesehen. (NZZ)

    Facebook Friendfinder – Facebook lügt!

    Facebook animiert mich, meine private Adressen-Sammlung ebenfalls per Facebook Friendfinder zu offenbaren. Immerhin hätten Freunde von mir das auch getan (und so weitere Freunde auf Facebook gefunden). Ebenfalls? Keineswegs!

    Ich habe Susanne gefragt, und auch Anja bestätigt mir: Nein, sie haben nie den Facebook Freundefinder genutzt. Facebook lügt! – und wieder wirbt Facebook in unsäglicher Art und Weise mit dem guten Namen seiner Mitglieder. Liebe “Freunde”, wenn euch Facebook suggiereren sollte, dass ich den Facebook Friendfinder nutze oder durch ihn neue “Freunde” gefunden habe, glaubt ihnen kein Wort. Schickt mir bitte den Screenshot, damit ich gegen diese erneute Frechheit vorgehen kann.

    Mann! Eine Steppdecken-Butterfahrt ist seriös dagegen.

    Google Boulevard

    “Die sonst so diskrete, scheinbar abstrakte Überwachung in weit entfernten Rechenzentren ist auf einmal offenkundig – und genau das scheint den Blick auf die ganze Onlinewelt zu verändern”,
    schreiben Karsten Lemm, Dirk Liedtke und Stefan Schmitz in ihrem Google-Streetview-Artikel “Google sieht dich an” – und treffen so ziemlich genau den Kern der Debatte. Wer schon einmal beim Müll wegbringen auf seinen Facebook-Status angesprochen wurde, weiß was gemeint ist: die Schwerfälligkeit, mit der wir emotional begreifen, dass das Online-Leben immer auch ins analoge Echte zurückwirkt (wie zuletzt bei einem privaten WM-Viewing, das plötzlich public wird).

    Da hilft es nicht viel, wenn verkopfte Raucher sich sachlich aber genervt mit den Kritikern auseinandersetzen. Es geht um Macht. Und um Selbstbestimmung.
    “Wollt ihr lieber, dass der Staat oder Google eure Daten verwaltet?”, hat sinngemäß der Europa Chef von Google auf dem DLD mal gefragt. Meine Antwort: Keiner!

    Eine wichtige Debatte, die wir gerade führen – da schadet es erstmal nicht, dass sie aus dem populistischen Sommerloch in die Öffentlichkeit fließt.

    Mehr Gedanken zum Thema:
    Der Welt-Boulevard und das Grundrecht auf Privates, Feb 2008
    – “Informationelle Selbstbestimmung” ist ein deutsches Wort, eines von denen, die vielleicht irgendwann ins Amerikanische übergehen werden, wie Kindergarten oder Weltschmerz. Denn es ist eine urdeutsche und dennoch globale Befindlichkeit, die sich in diesem sperrigen Begriff widerspiegelt, Facebook und informationelle Selbstbestimmung, Nov 2007
    – Wenn ich jetzt ein Stalker wäre, Dez 2007
    Wir sind die Einwanderer von Digitalien, Feb 2009
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