Eisgang auf der Elbe (Hamburger Hafen)

Eisgang auf der Elbe im Hamburger Hafen
Eisgang auf der Elbe im Hamburger Hafen (Foto. ring2 cc-by-nc)

Der Osten Wind ist ein wenig eingeschlafen. Die Luft schneidet nicht mehr in mein Gesicht, sondern arbeitet sich kalt langsam an meinem norwegischen Hautschutz ab. Klar ist sie, die Hamburger Luft am Altonaer Fischmarkt. Das Eis knackt und bedeckt jetzt schon fast den ganzen Fluss. Die Elbe erstarrt.

Schön ist das. Und ich möchte nirgendwo anders sein. Ein paar Minuten lausche ich den Eisschollen, die sich missmutig im Schwell aneinander reiben. Zusammen mit dem dumpfen Brummen des Container-Hafens gegenüber fast eine Melodie.

(Hört mal bitte den Sound diese Flusses, wenn er friert …)

Sozialer Wohnungsbau 2.0

“Während fast 1.000.000 Quadratmeter an Büro- und Gewerbeflächen leer stehen, fehlt in Hamburg vor allem bezahlbarer Wohnraum. Jedes Jahr werden in Hamburg über 3.000 Wohnungen zu wenig gebaut, um den tatsächlichen Bedarf zu decken.” (Initiative Droit au logement / Recht auf Wohnraum)

… ich bin am Wochende durch den Park an der Altonaer Rampe nach Neumühlen runtergelatscht. Den Blick auf die Elbe versperren da seit ein paar Jahren Bürotürme, wie man sie in den ehemaligen Hafenanlagen von Düsseldorf, Amsterdam oder Kopenhagen auch findet. Sie stehen leer – manche seitdem sie erbaut sind.

Das schreit geradezu nach sozialer Rückführung. Mit Elbblick!

Osterlämmer

am Montag.Der Wind schneidet nicht mehr ins Gesicht, obwohl er stramm aus Lühe herüberbläst. Osterlämmer mit blauen Flecken auf der Wolle rollen sich den Deich herunter. Eher aus Versehen und landen im Reet.

Ein paar St. Paulianer sind zum Auswärtskuchen in Fährmannssand eingekehrt. Wir setzen uns dazu. Eigentlich soll ja am Freitag Abschied genommen werden, wir aber zelebrieren schon – das Osterfest und die Unwetter-Taktik

Eisgang im Abendrot

Eisgang mit Abendrot“Geht nicht so nah an die Eisschollen, Kinder” – keiner kann euch da mehr rausholen. Tja, was Väter ihren Kindern so raten.

Motiviert aus den Erinnerungen an das eigene Bein in der eiskalten Elbe, weil man natürlich nicht kommen sah, wo das Land zuende geht. Und der Respekt, den dieser Fluss einem im Laufe des Lebens gelehrt hat.

Das Fürchten dabei, das Knirschen des Eises so vertraut. Wie in einem Cocktail-Glas, quasi als Sundowner.

An der Elbe: diesig geht das Jahr zuende

Diesig geht das Jahr zuende
Es ist diesig. Die Wintersonne ist zu sehen, schickt aber zu wenig Kraft, um nachmittags den Nebel vom Fluss zu vertreiben.

Bis zum Hamburger Hafen kann man kaum sehen. Das gegenüberliegende Ufer ahnt man mehr, als dass man es betrachtet. Einen Glühwein noch als Sundowner, dann geht an der Dübelsbrück die Sonne unter.

Sundowner
Jetzt sehnt sich die Zeit, alles in 2008 ist fast überstanden, erlebt und erledigt. Was liegen blieb, muss warten. Hinter mir wird es dunkel. Vor mir greift der Nebel den letzten Rest Finkwerder Ufers.

Bob Marley, mir fiel nix besseres ein

Kleine Rast

“Hey, why you guys don’t surf here”, fragte mich 1985 mal einer der saucoolen aber offensichtlich strohdoofen Kalifornier, die zum Austausch nach Hamburg gekommen waren (wir hatten uns einen Spaß gemacht und er auf Bolivien gezeigt, im braunen Diercke-Atlas, als er Hamburg verorten sollte). Wir saßen an der Elbe, dort wo heute der Super Guppy 3.0 über die Köpfe schwerreicher Rentner brettert war damals schon ein Kiosk. Die kleine Rast.

Ich habe selten mehr Unverständnis gesehen, angesichts der Brühe, die da ständig aus dem Ostblock kommend an uns vorbeizog und unserem Mindergefühl diesem Strand gegenüber. Meine Oma erzählte immer wieder, wie gefährlich das sei in der Elbe zu baden mit vollem Magen und meinte eigentlich die Strömung, weniger den Chemiedreck. Wir starrten den Jungen an. Er zurück, denn er hatte eigentlich nur cool und nett sein wollen, dachte das gehört doch irgendwie dazu, wenn man einen beach vor der Tür hat. Und den hatten wir ja nu, mit kühlem Bier, schicken Mädchen (so aus Hamburger Sicht, wie das in Kalifornien so bewertet wurde sah ich dann drei Wochen später) und nahezu weißem Sand, in den sich lediglich über die Jahrzehnte Tonnen von Holzkohle gemischt hatten.

Wie komme ich jetzt darauf? Ach ja. Heute war ich wieder da. Wollte an dem Baum, an dem wir damals unsere Fahrräder abgestellt hatten umdrehen, nach Hause nach Ottensen (weit bin ich ja wirklich nicht gekommen ;). Das nur nebenbei, den Baum haben sie gefällt die Schweine, dafür ist die Elbe jetzt sauberer und die Luft vordergründig auch: die Scheisse ist jetzt nur feiner.

Aber das wollte ich gar nicht erzählen, sondern, meinen Verdacht, dass die Graffitti auf der Kleinen Rast irgendwie beauftragt wirken. So als wollte da einer cool und nett zugleich sein. “Bob Marley is in the House” kam ihm wahrscheinlich so vor, als gehöre das da hin, an einen “beach” voll US-Steil.

Komme nach Hause und lese über Momos Jugend in Hanover. Gut, es gibt schlimmere, als meine.

Selbstzeichnung

Selbstzeichnung

Also: 1984 (15jährig)
– mit Zippe
– mit brettharten Haaren (FCKW gestärkt mit 3-Wetter-Taft meiner Oma)
– gerne auch mit einem HoPiHaLiDo (Holsten Pilsener Halbe Liter Dose) in der Hand
– anderen beim Kiffen und Gitarre spielen zuhörend an der Elbe sitzen
– irgendwie eine Mischung aus New-Wave-Hippie-Bomber-Mod-Rocker

Kiki konnte schon in der Schule gut zeichnen. Beetlebum bestimmt auch.
Ich konnte das noch nie, habe aber auch damals schon keine Gelegenheit ausgelassen, meine Defizite offensiv herauszuposaunen.

Waffen und Hasch nur gegen Fingerabdruck

Waffen Drogen und Substanzen

“Finger”-Dieter Wiefelspütz möchte den “Deutschen ab 16” den Perso mit Fingerabdruck schmackhaft machen.
Würde mich nicht wundern, wenn sich vor den Ämtern lange Schlangen bilden, wie beim IPhone, um den “zeitgemäßen” und “besten Perso der Welt” rechtzeitig und als Erster zu bekommen.

“Abdruck ja”, sagt er hier, “Datei nein”. Soll also nirgendwo gespeichert werden mein Fingerabdruck. Könnte ja mißbraucht werden.

Nur wenn man so Dinge macht, wie Waffen, Alkohol oder andere Substanzen einzukaufen. Mache ich jeden Tag. Und da zieht der Mann dann die Linie, nicht die, die ihr jetzt meint. Nee, die Linie, das nicht in eine Datei schreiben zu wollen, wer denn nun Waffen und Substanzen gekauft hat.

“Ganz klar!” Wer da einen Widerspruch herausliest, ist selber doof und völlig unzeitgemäß.
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Selber Schuld

… hab gestern son Spacken getroffen, der sich tatsächlich in meine Englandbefreitezone vorgewagt hatte. Jetzt bin ich erleichtert und der Kerl weiss, wo er in Zukunft einen Bogen drum zu machen hat, und wie so ein china made Trikot schmeckt. Seinen Kiefer habe ich ihm nur heil gelassen, weil das Trikot von Gascoigne ist. Da hat man ja Respekt vor.

(…)

Abgemahnt, angemahnt – der Abmahnstatusbutton

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Ich bin inzwischen während der vier Jahre meines Bloggerlebens drei mal ab- oder angemahnt worden.

Einmal feindlich, mittels Unterlassungsaufforderung und Anwaltsrechnung
Einmal halbfeindlich, per Rechnung
Einmal freundlich, per E-Mail

Eigentlich ein positiver Trend, zeigt er doch, dass es auch anders geht.
Trotzdem: Bloggen bleibt ein riskantes Hobby.

Für euch zum Selbereinhängen, die “Abmahnstatusbuttons”:

Für Jungfrauen:
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Für Novizen:
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Fürs dreckige Dutzend:
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Für Pros: das Abmahnabzeichen in Gold:
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Zum Thema auch ein Event bei der re:publica.
Alle Buttons wurde mit Adam Kalsey’s Buttonmaker gemacht.

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Spülhandschuhe am Flughafen

Es ist jetzt über zehn Jahre her, dass ich mich daran gewöhnen musste, dass mir mein Zahnarzt mit Spülhandschuhen in den Mund greift.
Aus Angst vor AIDS.

Nun haben auch die Bediensteten der Personenkontrolle an den Flughäfen diese merkwürdig pervertierten, weil ihrem natürlichen Umgebungsraum entrückten, Handschuhhände. Aus Angst vor Fußschweiß, nehme ich an.

Eben sehe ich eine junge blonde Frau, die mit den Worten “selber Schuld” ihre hohen schwarzen Stiefel ausperlt. Die Dame vom Zoll streift mit Gerät und behandschuhten Fingern über den nun atmenden Frauenfuss. Sowas eigenwilliges, da vergißt man echt die drohende Terrorgefahr. Ist sowieso spannender, das wahnsinnig banale an unseren Handlungen, vor allem, wenn sie Sicherheit bringen sollen.

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Saddam, seine Hinrichtung und das Internet, die doppelte Seuche

Das Internet ist eine Seuche.
Der Irak übrigens auch, total verseucht.

Das meint der “Aussenpolitische Sprecher” des deutschen Leitmediums Sueddeutsche, Stefan Kornelius.

Die Seuche Internet garantiert, dass die Bilder auf immer abrufbar sein (…) werden. (…) In einer gewaltdurchseuchten Gesellschaft wie im Irak (es folgt politisch korrektes Geseier) (…)

Nun, dann bin ich eindeutig verseucht. Passt ganz gut zu dem mittelalterlichen Gefühlen, die man bei öffentlichen Hinrichtungen sowieso schon hat.

Fraglich, ob ich je wieder in Bayern einreisen, geschweige denn das Internet noch einmal nutzen darf. Die Tagesthemen werde ich wohl auch nicht mehr schauen dürfen, ohne mich zu schämen.

Call it a badge, sticker, button, or whatever you’d like.
Get yours below and link wherever you like.

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Eminem Interview, und 50 Cent war auch dabei

… kam eben per E-Mail. Irgendwie klingt das mächtig wenig nach Straße (Vorsicht Trendausdruck), wenn man das Interview in der VIBE mit 50 Cent und Eminem auf deutsch liest.
Oder gerade, weil hier sich offenbart, wie wenig diese Männer zu sagen haben.

Am niedlichsten finde ich die Kosenamen mit denen sie sich, via Interviewer, ansprechen.
“Em”, “Fif”, LOVELY!

Eminem: Ich habe das, was Fif gerade macht, auch acht Jahre lang durchgezogen. Nichts als Züge, Flugzeuge, Autos, und dann den Druck, vor all diesen Menschen aufzutreten und keine Line zu versauen, keine Scheiße zu bauen. Die Leute zählen auf dich; sie haben diese Eintrittskarten gekauft, um dich zu sehen. Das war alles Druck, und dazu kam dann noch derjenige Druck, dem ich in meinem Privatleben ausgesetzt war. Also kam ich irgendwann an den Punkt, an dem ich mir sagte: „Alter, ich muss mal runterschalten.“

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Domaingrabbing lohnt sich nicht my darling

Gerade stolpere ich über die Welle der Empörung, die sich gegen und wegen StudiVZ und sein “CEÖchen” Bahn bricht.
Von Domaingrabbing ist da die Rede.

Sowas. Der geneigt Leser vgl.e bitte. Ist Deutschland in Gefahr? Hat die Sesamstrasse versagt? “Denkt euch selber mal was aus”-technisch?

youtube.de
technorati.de (bahnt sich da eine Kooperation an?) ;)
movabletype.de

Eigenwillig.

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Musicload Lassisten?

Bin ich der Einzige, der beim neuen Werbespot von musicload an Rassismus denkt?

Ist das lollende “L” der Chniesen nicht schon in der Comedy ein Tabu, weil so alt, dass nicht mal mehr halbsenile Heimbewohner darüber lachen können? Schlimm, so einen alten Zopf wieder herauszukramen.

Fühle mich an romantische Bonanza Zeiten erinnert, als Hop Sing, glücklich vom Rancherkönig einen Lebenssinn in der Küche erhalten zu haben, den ganzen Tag lächelnd Dankbarkeit und Loyalität ausdrückt.
Wie schön, dass bei musicload derselbe Geist herrscht. Wer sonst hätte dem dämlichen Chinesen ein Album der “Lamones” verkauft, wenn der Kerl zu dumm ist, Ramones richtig auszusprechen.

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Eva Herman und das falsche Ende der Debatte

In Eva Hermans PR-Büro gab es helle Aufregung, so stelle ich mir das vor, als die ersten messerscharfen aber reflexiv unsachlichen Anfeindungen der feministischen Frauenfront eintrudelten. Der Stachel saß.

Für Eva zu tief. So eine Welle hatte keiner erwartet. Keiner der Kritiker schien ihr Buch gelesen zu haben, keine zitierte es. Dabei war ihr der Inhalt doch so wichtig gewesen. Persönlich.

Inzwischen versachlicht sich der Streit, wie Eva Herman auf ihrem frisch eingerichteten Blog selbst feststellt. Allein, die Debatte selbst ist Unsinn.

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BILDblog

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“Wurde der BILDblog rausgegoogelt?”
Das fragt sich zumindest Gastwirres Stefan Niggemeider Niggemeier.
Hat BILD da was gedreht? Gute Kontakte hätten sie ja.
Eigenwillig.

Für den BMW X3 habe ich ja schon mal auf eine Produktseite verlinkt, weil ich der Meinung war, dass diese auf die erste Trefferseite bei Google gehört. Das BILDblog gehört da auch hin, auch wenn Kai und Google etwa anderer Meinung sein sollten!

Also:
BILD Dir deine Meinung, über BILD.

Zum selber linken:
(a href=”http://www.bildblog.de/”)BILD Dir deine Meinung, über (a href=”http://bildblog.de/”)BILD(/a).
… einfach aus den geschweiften Klammern, eckige Tags machen – fertig.

(Vorsicht, reine Blog-Spekulation;)

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akute biblische Lebenshilfe

Wer die Bibel zitiert, der möchte Weisheit vermitteln und Wahrheit. Das Dumme an der Bibel und ihren Zitaten ist nur, dass sie so oft übersetzt, neu zusammengeschwurbelt und einfach so unzeitgemäß sind, dass man das Heulen bekommen möchte.

Laura Schlessinger ist eine US-Radio-Moderatorin, die Leuten, die in ihrer Show anrufen, Ratschläge erteilt. Kürzlich sagte sie, als achtsame Christin, daß Homosexualität unter keinen Umständen befürwortet werden kann, da diese nach Leviticus 18:22 ein Greuel wäre.
Der folgende Text ist ein offener Brief eines US-Bürgers an Dr. Laura, der im Internet verbreitet wurde.

Liebe Dr. Laura

Vielen Dank, daß Sie sich so aufopfernd bemühen, den Menschen die Gesetze Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch Ihre Sendung gelernt und versuche das Wissen mit so vielen anderen wie nur möglich zu teilen.
Wenn etwa jemand versucht seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das Buch Mose 3, Leviticus 18:22, wo klargestellt wird, daß es sich dabei um ein Greuel handelt. Ende der Debatte.
Ich benötige allerdings ein paar Ratschläge von Ihnen im Hinblick auf einige der speziellen Gesetze und wie sie zu befolgen sind:

1. Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, daß dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Lev. 1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?

2. Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?

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Sternenhimmel über Moskau

Ich schaue in den Sternenhimmel und denke an das Menschenwerk am Boden. An einen Bundestagsabgeordneten, der in Moskau zusammen mit vielen anderen schwulen und lesbischen Menschen auseinander getrieben, verhauen und verhaftet wird.

Ich denke daran, dass ich mich darüber aufrege. Und gleichzeitig darüber freue, dass dies mich erreicht, erzürnt und ermuntert.

Ich denke an Wolfgang Schäuble, und an seine in der DDR angeblich zu Fremdenhassern erzogenen WählerInnen. Ich denke daran, dass auch in Bayern gerne viele Menschen mit Weihwasser gegen andere spritzen oder besser noch speien würden.
Ich denke an mich selbst, der immer erschrickt, wenn er über einen unkorrekten, so genannten Stammtischwitz, lacht. Einer der im Zweifel jeden gegen Brandenburger Kahlköpfe verteidigen würde, wie es einst der betrunkene Engländer tat, als ich, minderjährig in eine düstere jugoslawische Bredouille geriet. Kurz zuvor hatten wir uns noch über Elfmetertore in die Haare bekommen. Jetzt spürte ich seinen Schweiß an meinem klammen T-Shirt.

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Von eingebildeten und myspace Stalkern

Manchmal entstehen Themen, wenn zufällig an einem Tag verschiedenste Quellen komplett anders einen Begriff aufgreifen.
Heute lese ich im HA, dass die Stalkerin, die Jil Sander gepeinigt hat,- Es begann 1999 mit einem “selbstgestalteten” Buch, es folgten Briefe und es endete 2005 schließlich mit Morddrohungen – nun vor Gericht erscheint. Gut soweit.

Später finde ich in meinem RSS-Reader ein Posting von Robert, das ursprünglich aus dem Blog “Drin in der Stub`n” stammt. Eine satirische Geschichte übers Stalking. Sehr lesenswert:

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Blogzeichen XY ungelöst

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Christian F. scheint ein herzensguter Mensch zu sein, denn er leiht wildfremden Menschen in Not sein letztes Geld. So geschehen im April letzten Jahres am Flughafen S.F. – ein Trickbetrüger erleichterte ihn um 180 USD:

In breitem österreichischen Dialekt erzählte er mir, er hätte viel Übergepäck (ein Mountainbike) mit, für das er jetzt berappen müsste, er hätte jedoch nicht mehr genügend Geld – ob ich ihm etwas leihen könnte.

Obwohl ich ein etwas ungutes Gefühl dabei hatte, meinte ich “okay”, wenn er mir seinen Pass zeigen würde und mir unterschreiben würde, dass ich ihm Geld geliehen habe. Gesagt, getan. Pass schien in Ordnung, “Christian Rathpoller” aus Österreich. Zettel geschrieben, Geld ausgehändigt. Dummheit … sehr große Dummheit!

Nach wirren und entmutigenden Erlebnissen mit den deutschen Fahndungsbehörden und monatelanger eigener Recherche dann das erlösende Posting: Trickbetrüger gefasst.

Ein weiteres potenzielles Opfer hatte den Braten gerochen, als derselbe Betrüger es diesmal in Lima ansprach, wurde mißtrauisch und hat dann in einem Internetcafé den Namen des Betrügers, “Christian Rathpoller”, nachgeprüft und war auf den Artikel aus dem HongKong Blog gestossen. Verhaftung!

Endlich mal eine Geschichte, die wie die Faust aufs Auge in unsere kleine Postille passt. Von dieser Stelle eine dicke Belobigung. Das war amtlich gefahndet, ein schönes Beispiel für angewandte Kriminologie.

Foto: Hongkong Blog

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Hosteurope: Vanadium ist in 15 Minuten wieder da

Hosteurope:
Über Probleme meines Providers bei hoher Last auf den Webpacks habe ich ja schon berichtet. Auch über die freundliche Hilfe eines Bloggers im Support.
Nach diesem Vorfall folgten freundliche Gespräche mit der Marketing und Presseabteilung.
Man bot mir an die “Ringfahndung” zu gleichen Konditionen auf einen dedicated Webpack umziehen zu lassen. Nett.

Allein mir fehlte bisher die Zeit – und nun habe ich den Salat. Ringfahndung down, weil Vanadium down. Mein Server. Meiner und der von 200 anderen. Selber Schuld.

Ich zieh jetzte um!. Versprochen, mir in die Hand. Von nun an haben Postings über HostEurope den Beigeschmack eines Sponsorings, zunindest eines Halben.

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Heidi Klum ist nicht das Sozialgericht Bremen ist nicht Heidi Klum

Das Sozialgericht Bremen ist das Sozialgericht Bremen. Und es hat einen Namen, das Sozialgericht Bremen. Nach Meinung des Sozialgerichts Bremen darf der Shopblogger diesen Namen nicht nennen. Das widerum hält der Lawblog für einen Fake. Ist aber keiner, denn das Sozialgericht Bremen ist das Sozialgericht Bremen und nicht der Shopblogger, so gerne er auch das Sozialgericht Bremen wäre. Eigenwillig.

Ach. Und Heidi Klum ist auch Heidi Klum. Heidi Klum hat nicht nur einen Namen, sie hat auch noch eine Marke. Die ist ihr Name, Heidi Klum. Irgendwie beeindruckender Heidi Klum zu heissen, als das Sozialgericht Bremen, aber das ist eine andere Geschichte.

Nachtrag: Eben hat eine PR-Agentur angerufen und mich gefragt, ob sie diesen Text als Blindtext verwenden darf.
Gerne. Für juristische Konsequenzen seit ihr selber zuständig. Wenn ihr in Bremen wohnt vielleicht das Landgericht Bremen oder das “Amtsgericht Neue Vahr Süd”, wenn es das gibt.

Dr. Bahr sagt dazu:

Die Forderung (die Namensnennung zu unterlassen, Anm. d. Red.) ist daher – höflich formuliert – absurd.

Zu untersuchen wäre noch, ob es sich bei dem Shopblogger bereits um eine journalistische Publikation handelt, die unter den Schutz des Presserechtes zu stellen ist. Wie sehen das denn die Herren von der Juristerei?
Auf jeden Fall hat Klein-Blogbeck eine neue Sau, die es durch das Dorf treiben kann: Das Sozialgericht Bremen (Heidi Klum erwähne ich hier nur am Rande)