Marstal, verfallene Schöne

Marstal, verfallene Schöne

Auf dieser Stadt liegt so eine Grundbedrücktheit, die man beinahe greifen kann. Überall Verfall.

Noch nicht mal der örtliche Puff findet Freier. Der vorherrschende Westwind hat beim Nachtklub „Miss Sophy“ schon die ersten Fensterscheiben eingedrückt.

Marstal verschwindet langsam.

Das zerfledderte Schild der ‚Bageri‘ erneuert hier keiner. Wieso auch, weiß doch jeder, was es hier zu kaufen gibt.

Marstal und seine Bewohner versprühen Novembercharme, mitten im August. Mir scheint, diese Seefahrerstadt hadert, ein Jahrhundert nach der größten Blüte. Versinkt immer tiefer in einer rückwärts gewandten Bedeutungslosigkeit.

Eine Fähre nach Rudkøbing soll es richten; so klein denkt man hier mittlerweile. Dabei wäre eine nach Kiel womöglich hilfreicher, um Ærø wieder lebendiger zu machen.

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Und doch gibt es immer wieder Lichtblicke, erwächst etwas Neues im alten. Unten am Hafen, beim Aufgang zur Bäckerei hat ein neues Café aufgemacht. Das probiere ich nachher mal aus. Soviel Mut soll man belohnen.

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