Mond und Sterne

Auch einem Stern ist es wichtig wahrgenommen zu werden. Existenzvergewisserung, wenn Jahrzehnte später mein Licht auf eine lebendige Netzhaut fällt. Der Mond hat es schwerer, er hängt an einem Hochhaus fest. Das hat seine besten Zeiten gehabt, als ich mein Licht aussandte. Ich werde zu einem roten Riesen, hier unten geht alles rote pleite.

Immerhin verliert noch der hsv.

TV – Niemand schlägt das Traumschiff

Ich finde diesen Trailer ja aus mehreren Gründen interessant. Zum einen, weil ich mir sehr gut vorstellen kann, dass junge TV-Macher ihre Formate auch noch eigenhändig, zu Fuß und zu Hause bei Mutti bewerben werden müssen in einer Medienlandschaft, die von Medienschaffenden einerseits Professionalität in Stil und Form verlangt, andererseits aber auch Excellenzen in social media und Co.

Da wirkt die Produzenten-Clique, die das Traumschiff macht, wie ein Klub der Paten aus einer guten alten Fernsehzeit.

In diesem Trailer:
Moderator Joko von neoParadise – die neue LateNight Show am Donnerstagabend in ZDFneo – also unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

ME_FREAK

Freak-Nerd-Geek

Nerd-Geek-Freak

Es ist mir egal, wie ihr mich nennt.
Denn ich mag das, was ich tue und ich bin tief hier drinnen.
Woanders oft als ihr, dort, wo ihr nicht hinschauen könnt oder wollt.
Noch nicht.

Ihr seid mir auf den Fersen, und ich weiss, es ist nicht klug immer wieder vorzulaufen.
Sparsam gehe ich mit meinen Ressourcen auch nicht um. Ich verschwende in euren Augen.
In meinem Leben gibt es das Wort Investition auch, nur anders.

Und ich bin Romantiker. Ich bin das Scheitern und Enttäuscht-werden gewohnt.
Ich bin ein Nerd, ein Freak und ein Geek, auch weil ich es immer wieder tue.
Ich liebe.

#FCSP
#w-w-w
#younameit

Haupt

Der Nacken spannt heute morgen mehr als sonst. Ich spüre mein Haupt, das er tragen muss. Die Schläfe pocht kraftvoll und schmerzt ein wenig. Hauptsache gesund. Ich denke, also … es knackt, wenn ich den Kopf ein wenig nach links oder rechts neige. Und es zieht auf der Schulter. Trotzdem fühle ich mich reicher, als noch vor einer Woche. Habe das Gefühl, ich bin voller. Vielleicht sogar einen Schritt vorangekommen.

Ich denke beim reden, und wer mir folgen will, der muss auch versuchen meinen Gedanken zu folgen. Das ist nicht leicht, wenn man von Außen zuschaut. Auch wenn ich den meisten einen Platz auf der Haupttribüne einräume. Sie rufen dann mit ihren Augen, feuern mich an mit Gesten und strafen mit Blicken, wenn ich zuviel Zeit in der eigenen Hälfte verbringe.

Denke an die alte Haupttribüne und schwelge ein paar Minuten in Erinnerungen. Der Druck im Kopf weicht nicht. Ich muss mein Blut wohl verdünnen. Damit es schneller fließt und meine Fülle auflöst, weiter treibt.

At last Not famous

Ich denke gerade an eine Reise, die 22 Jahre und ein paar Tage her ist. An zwei Männer mit denen ich am Lagerfeuer saß und T-Bone-Steaks briet. Dazu tranken wir Corona Bier, weil wir in Alabama waren und Guns n Roses T-Shirts trugen.

Würde ich nu sterben, dann hätten meine letzten Gedanken nicht meinen Kindern gegolten, sondern einem hochgewachsenen blonden Hünen, der sich vor vielen Jahren in einem Toyota Camry den Rücken ruinierte. Die Zwillingstürme des WTC standen damals noch (und kein Schwein nannte die so). In New York machte man an den Ampeln noch die Knöpfe runter.

Ich schaue in den Vollmond über Strande und Frage mich, warum ich mich so aufrege. 

Schwimmbeutel

Ich war immer ein Turnbeutelvergesser. Das war so schlimm, dass meine Mutter mir später nie wieder einen kaufte. Ich nahm meine Turnsachen unter den Arm oder stopfte sie in meinen Scout-Rantzen.

Und da blieben sie dann oft die ganze Woche, bis wieder Donnerstag war. Frühstunde. Die wir uns oft so vertrieben, dass wir Bälle auf das Turnhallendach schossen, die dann der Schulsprecher wieder runterholen musste. Der Lehrer war wegen der vielen Hilfestellungen gegenüber den Mädchen suspendiert, sein Ersatz oft so geschwächt vom Marihuana-Rauch im Geräteraum, dass er erst gar nicht kam oder im Lehrerzimmer blieb. Diesem Raum, der einem Bankschalter ähnelt. In dem man den Eindruck hatte man sähe aus einem Spionagezimmer in eine Welt von merkwürdigen Wesen. Die Rückseite der grossen Uhr war das Zeichen für eine erwachsene Perspektive. Sehr wohl habe ich mich in diesem Trainerzimmer nie gefühlt.

Die Augen jucken, in die Nase steigt ein Geruch von Sockenmuff und Staub. Zurück gehe ich durch die leere Umkleidekabine der Mädchen. Sie sieht genauso aus, wie unsere. Nur sauberer. Ich muss an Anton denken dem seit kurzem sowas wir Brüste wachsen. Es ist falsch ihn aufzuziehen, spannend anzusehen ist er aber auch.

Ich habe mir einen Ruf erworben. Aus Versehen und aus einem wütenden Reflex. Ich habe den größten Schläger der Schule KO geschlagen. Aus Versehen, wie gesagt. Beim Turnen hat er mich getriezt, von hinten immer wieder in den Rücken geboxt. Zuerst habe ich versucht es zu ertragen, zu ignorieren, doch er hörte nicht auf, wollte eine Reaktion, wollte dass ich mich umdrehe. Das tat ich dann auch. Ich traf ihn so glücklich unterhalb des Kinns, dass er ohnmächtig zu Boden ging. So viele Münder habe ich noch nie offen gesehen. Meiner und seiner ebenfalls.

Danach war alles viel einfacher. Die angekündigte blutige Revanche blieb aus, der Ruf blieb. Anton nun verliess sich darauf, dass ich ihn zur Not beschützte. Er war mein Freund.

Und doch, wenn er nicht dabei war, musste ich grinsen, kam die Sprache auf seinen hormonellen Exkurs.

Gestern musste ich wieder daran denken. An Anton, die muffige Turnhalle und den dampfenden Hallenboden aus Plastik, der die knarrenden Holzdielen abgelöst hatte. Und an die Vorstellungen und Methoden, mit denen wir uns zu Männern verschwøren wollten.

NOT HOT #WIRED

WIRED Deutschland Ipad App
WIRED Deutschland Ipad App
Eine App-Blattkritik automatique …

663 MB Download, das verursacht auch in Zeiten von VDSL bei mir noch ein mulmiges Gefühl. Erinnerungen wandern durch mein Bewußtsein, Erinnerungen an Zeiten, als wir noch nicht Geeks hießen und eine 1MBit Standleitung zum Fettesten gehörte, was es unter der Sonne gab. Aber Ent!

Hotwired hiess die Website, die sich anschickte unsere SPEX zu werden. Immer auf dem Grat wandernd, so verschwurbelt feullietonistisch zu sein, dass wir nur die Hälfte verstanden, aber nicht die Lust verloren (die Sprachbarriere tat da ihr übriges). Ein vernetzter Popdiskurs. – Und genau wie Popdiskurse eben sind, kann ich mich nur noch an das Lebensgefühl erinnern, nicht an Inhalte oder Positionen. Das will ich nicht der Hotwired vorhalten, liegt sicher an mir. Nun sitze ich, nein ich liege, ein Hexenschuss hat mich längsgestreckt und mich zur Muße verdonnert, und habe ein wenig Zeit, um den Download abzuwarten, der sicher allen bekannten Pilgerstätten der Digitalen Bohéme in Berlin oder der Hamburger Schanze die Bandbreiten dicht macht. 663 MB sind eben auch heute kein Pappenstiel, denn die Zahl der Geeks ist eben mitgewachsen.

Ich frage mich, ob die deutsche Wired politisch sein wird. Hoffe es ein wenig. Noch 100 MB, noch kurz umdrehen und dann anfangen Continue reading “NOT HOT #WIRED”

Likedeeler yourself

Wenn der grüne Lastwagen morgens vor meiner Tür hält, schnauft und brummt, dann kann man glauben er sei lebendig. Er strengt sich an, schaufelt in einem Ruck leere Flaschen in seinen Rücken. Eine Erschütterung der Macht, als wenn in einem Moment tausende in heller Panik aufschreien und dann verstummen.

Übertönt wird das Untier nur von einem brummenden Motorrad. Testosteron sollte verboten werden, dann hätten wir wieder unsere Ruhe. Die Kastanien dieses Jahr trotzen der Bräune, wegen der andere sich nach Gran Canaria beamen lassen, mitten im Sommer. Die Kinder auf den Fotos lächeln immerzu. Ob sie das dürfen? Immerfort glücklich sein? Nein.

Wer lächelt, der lügt. Das hat Marion mir einst gesagt, und war dann in den 187er gestiegen, zurück auf die falsche Seite der Osdorfer Landstrasse. Dürfen wir nicht erwarten, dass man zurücklächelt?, hatte ein Abendblatt Reporter gefragt und Reinhold Beckmann darüber den Glauben verloren. Nun verkauft er magische Unterhosen im Onlineshop von Pastor Fliege. Wie weit sind wir gesunken. Und an allem schuld ist die Altersvorsorge. Wir spekulieren uns reich und unsere Kinder arm. Wir sind alle kanadische Feuerwehrleute auf Kommando. Und unser Arschloch liegt irgendwo in der Nordsee. Eines davon.

Meran, Metan, Moral. Mir wird die Verantwortung zu schwer, ich hab immerhin noch drei Kaninchen durchzufüttern. Entweder alles verschenken oder alles rauben, dazwischen leben nur Spiesser. Oder? Moment, erst alles rauben und dann verteilen. Ja, ich färbe nun meinen Bart schwarz und trainiere unerkannt auf Mittelalterfesten. Al-Kaida oder die Revolution. Likedeeler, nicht Like-Dealer, kein Start-up, sondern eine Bande mittelalter Taugenichtse.

Revolution, ja, nur mit wem?

Good Night Lou

Du bist der Barde einer Stadt, die es zwar noch gibt, die aber untergegangen scheint. New York, hold on. Du legst Dich mit Jacksons und Waldheims an, und das passt gerade so aktuell zu meinem FC St. Pauli, dass ich heulen könnte. Common Ground, alter, aber immer perfekt arrangiert, als Folk und Protestsong. Ich meine ja, dass New York Dein bestes Akbum war. Frei von der euphorischen Hoffnung der 70er, angekommen in der Wirklichkeit eines Gordon Gecko, die wir immer, die mich leben im dritten Aufguss.

Starman, stahaarman. Gute Nacht St. Pauli bleib dreckig.

Schlaf in den Augen zu und durch

Kaum ist man aufgestanden, hat sich den Schlaf aus den Augen gerieben und sich gereckt – denn das ersetzt ja bekanntlich eine Stunde Schlaf, ein Schlaf der mit nun fehlt – schon muss man die Augen zu machen und durch. Durch hindurch das Dickicht an Formen und Ranken, die wie ein Schwarm Mücken sich vor einem auftun.

Wach sein ist doof, wenn man müde ist. Ich stecke unten in einem Glas voll von fruit loops und versuche, nach oben zu klettern. Das erst so süße Duften nimmt mir schon nach kurzer Zeit den Atem, nach einer weiteren Weile wird mir übel. Alle Kraft saugt dieser Aufstieg aus mir heraus. An den rauen Kanten reisse ich mir die Hose auf und das Hemd. Blut tritt aus vielen kleinen Rissen auf meiner Haut. Kein Verschnaufen, schon kommt ein grosses fünfgliedriges Monster auf mich zu, nimmt das Glas und schüttelt es, kaum, dass ich so weit gewesen wäre den Rand zu greifen.

Aber ich falle nicht nach unten, wo ich herkam, es wird hell, gleissend hell. Ich falle heraus aus der gedrückten Form, nach schräg vorne / Und für einen Moment fühlt sich das wie Fliegen an.

rotten tomato

Verrottet Gemüse
rotten tomatoe - von racineur

rotten tomatoe

Wenn Tomaten verrotten dann beginnt das lange vor dem Schimmel. Innen sammelt sich süßes Wasser und vergiftet sich. Nach aussen sieht die Tomate nun immer besser aus, strahlend prall. Sie glänzt sogar. – Als ich heute morgen in die Küche komme, riecht sie nach Montag. Oder Dienstag, warte mal, was haben wir heute? Seit man im Sommer heizen muss, kann man sich auf die Sinne nicht mehr verlassen, wenn sie nach einer Gewitternacht nach draussen schauen in den feuchten Himmel.

– rot und süß

Rot uns süß, wo kommt der her, der Geruch, der eine Farbe hat? Ich krieche auf dem Boden herum und er in meine Nase. Die Kaffemaschine blubbert aber ihr wohliger Duft, der mich immer in den Morgen begleitet, er ist weg. “Wenn sie anfängt zu blubbern, dann nimm sie von der Flamme”, hatte Piero gesagt, der eigentlich Peter heißt und im Norden von Altona, im Hamburger Schanzenviertel, ein Café betreibt. Dort wo sie bei 30 Grad im Schatten für Ordnung sorgen wollen am Wochenende. Schanzenfest, bunt und froh, dann ab 23 Uhr eingesperrt und abgeschottet, zumindest, so die Erfahrung aus dem Mai – da war es warm und man konnte riechen, in welcher Zeit des Jahres man lebte – die Weißen, Gesetzten und Adretten. Adrett verrotten auch die Tomaten. Höflich sehen sie solange schmackhaft aus, bis ihnen die Schale platzt vor lauter Schimmel, der untendrunter drückt. Immer wohlgenährter – mit süßem Wasser innen und putzigem Lächeln draussen. Der Feind der Liebe sieht aus wie ein Teddybär. Und wenn der Stempel Deine Haut zerreisst, dann ist es zu spät. Die anderen denken nun, es sei Deine eigene Schuld.

Der Kaffee verbrennt, wenn er zu lange auf der Platte steht, sagt Piero. Der Rest, der oben rauskommt ist pures Gift.

Welcher (peinliche) Pop-Song erzählt die schönste Geschichte ..? #storytelling

Meinetwegen auch jedes andere Genre: Rock, Hardrock, Folk, Country, Blues, Rap … younameit?

Ich bin letztens mit @momorulez drauf gekommen, als wir beim Mittagessen im Raval diskutierten und mir wieder einfiel, dass wir beim “vh1-derland” damals ein Ritual hatten, bei dem jeder einmal seinen peinlichsten Lieblingssong spielen durfte/musste.

Nun stolpere ich bei quora über die Frage nach den besten “storytelling songs” … und es sind gleich ein paar meiner echten und peinlichsten Favoriten dabei: ;)

Convoy by C. W. McCall
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Nespresso mit Sharon Stone

Kijiji, das bedeutet “Kleines Dorf” oder “Kleine Welt” in der Sprache aus der wohl die meisten Start-Up-Namen stammen: Kesuaheli.

Heute Mittag schlendere ich durch die Hamburger Innenstadt und bleibe am Nespresso-Flagship-Store hängen. Wie so oft schon zuvor, betrete ich ihn, in der wagen Hoffnung, dieses Mal würde der Funke überspringen und ich mir eine Maschine kaufen, nebst angebotenen Nespresso-Sorten, die mich dann auf ewig an die Nadel Nescafés hängen. Ist ein wenig, wie Rauchen-anfangen. Zuerst wundert man sich, überwindet Barrieren der eigenen Warnungen, nur um sich dann einen Genuss zurecht zu phantasieren, von dem man nur schwer wieder loskommt.

“Wieso gibt es eigentlich keine Werbung für Nespresso mit berühmten Schauspielerinnen?”, frage ich mich, wo ich da stehe, mitten in dem Verkaufsraum, der eher an ein Autohaus erinnert, als an einen Kaffeeröster. Sharon Stone beispielsweise, wie sie Gott ihre Kapseln vorenthält, ihn mit einem wahnsinnig gekonnten Beinschlag verführt. Ich freue mich, lächele ein wenig doof, als mir der Verkäufer nachsieht, denn nun kann ich den Laden für Koffein-Junkies getrost verlassen. Solange bis ich eine Nespresso-Werbung mit Sharon Stone sehe bin ich immun.

Menschen. Biere. Sensationen

Das Bier ist schon wieder alle. Und die Woche ist noch gar nicht richtig rum. Mist, denkt sie, heute Abend kommt er wieder nach Hamburg zurück. Von einer Übung, hat er gesagt. Freut sich schon auf “sein Sommermädchen” hat er gesagt. Und dann gelacht.

Am liebsten trinkt er chinesisches Bier. Man müsse sich vorbereiten, hat er gesagt. Die würden bald die Welt regieren, die Chinesen. Und deren Bier kommt aus Deutschland. Tsingtao heisst es und kommt aus der gleichnamigen Stadt am Meer. Das sind Verbindungen, die am Ende zählen, hat er gesagt. Und seitdem er dies erkannt hatte, bereiten sie sich darauf vor. Jedes Wochenende, wenn er von einer Übung, einem Lehrgang oder so wieder nach Hause kommt.

Zu ihr. Sie wohnt seit 12 Jahren in Hamburg Osdorf. Umschlungen vom Ring2. Im Süden der Reichtum, im Norden der Resskamp. Ganz unten. Immerhin, nicht der Osdorfer Born.

Überhaupt ist sie viel zu viel zuhause. Wartet. Und trinkt Bier.
Am Wochenende dann zum HSV. Oder an den nahen See am Born. An die Elbe will er nicht. Will seine Ruhe, und Kumpels sehen.

Eben, als sie wieder einmal allein war, ist ihr ein Mann aufgefallen. Bei Graeff hatte er Getränke gekauft. Wasser, Mineralwasser ohne Kohlensäure und tschechisches Bier. Pilsener Urquell. Einen Kasten. Und ein wenig Wein. Bio-Chips hatte er auch noch in das Heck seines Volvo geladen. Sie hatte es nicht kommen sehen, und auch vorher noch nie erlebt. Wie eine Welle überschwappte sie eine glühende Sehnsucht und Begierde nach diesem Mann, seinem Leben und seinem Biergeschmack. Die Zugkraft war enorm, und doch stand sie da, wie angewurzelt. Blinzelte hinüber zu ihm und wunderte sich darüber, dass es so weh tat.

Sie stand noch eine Weile da, als der Volvo lange nach links in Richtung Blankenese abgebogen war, blickte auf das Reklameschild des Getränkehändlers – “Menschen. Biere. Sensationen” – und fing an zu weinen.

Hamburg, Ring2, Osdorf, Getränke Graeff
Hamburg, Ring2, Osdorf, Getränke Graeff

Über die Reeperbahn #St. Pauli

Morgens, kurz vor 10. Der Schnellbus #36 verlässt Altona über das Nobistor und hält an der S-Bahn-Haltestelle “Reeperbahn”. Wie jeden Morgen steigt eine rosafarbene Jogginghose mit Mensch drin in den Bus, wuchtet sich schnaufend auf den Einzelplatz rechts vorne. Wie jeden Morgen schaut der Mann nicht nach hinten. Vielleicht hat er tatsächlich das Gefühl, der Fahrer fährt nur ihn allein. Die Türen schließen. Ich habe es eilig, und eine dumpfe Hektik breitet sich in meinem Magen aus. Irgendwie schaffe ich es nicht, mich in Bussen einfach dem Fluss der Straße hinzugeben. Das gelingt mir beim Bahnfahren besser, da verschwindet aufkommende Hektik sehr schnell wieder, denn hier bin ich machtlos und muss nicht agieren, bin nicht verantwortlich für das Fortkommen. Im Straßenverkehr habe ich, sachlich betrachtet, genauso wenig Einfluss auf die Geschwindigkeit, mit der ich mich tatsächlich meinem Ziel nähere. Komplexes System, das mir durch meine Hand am Steuer und den Fuß auf dem Gas suggeriert, ich müsste, könnte und sollte eigentlich. Dem Zwang dieser scheinbaren Freiheit kann ich mich heute Morgen ganz gut entziehen. Die Menschen, die ich entlang der Reeperbahn beobachte, helfen mir dabei. Continue reading “Über die Reeperbahn #St. Pauli”

Komisch

Komisch. Ich komme mitten in der Nacht nach Hause, und bin wach.

Auf der Straße lungern Jugendliche, naja, das “Lungern” leite ich von der Uhrzeit ab. Es ist halb drei.

Ich schliesse leise auf, in der Küche klopft laut die Uhr, Klick, Klock, Beruhigend, wie bei Oma damals, Klick Klock. Ich stelle mich auf die Terrasse, der Blick in den Himmel gerichtet. Hamburger Himmel: Sterne, manche, trotz dem Gelben Hafenhimmel.

Links wird gerülpst, Rechts, beim Maler, trotzig das Leben begossen, mit Rauchen und allem Zipp und Zapp.
Gute Nacht:

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Post von Heiner

Selbstgespräche sind ja in diesem Blog nicht unbekannt, nä Peter? Sie zu Literatur zu veredeln liegt aber nicht in meiner Macht. Dafür hat das ein anderer gemacht, der olle Vahraone Sven Regener hat seine Jahre mit Hamburg-Heiner, die Blogartikel von mehreren Jahren in Buchform herausgebracht.

Der Verlag hat mir auf meine Anfrage hin ein Exemplar geschickt und noch ein paar Informationen beigepackt: Continue reading “Post von Heiner”

Geheimsprache

Meine Tochter liest gerade ein Buch. Über einen Jungen, der unbedingt der beliebteste Junge der Highschool werden möchte, es aber nicht schafft. Weil er ein Spacken ist. Er spackt sich aber so schön durch sein fast schon pubertierendes Leben (er muss kurz davor sein), dass es einen unweigerlich an einen selbst erinnert. Ja, inzwischen bin ich lange genug auf der Welt, um zugeben zu können, dass ich ganz schön spackig sein kann und in diesem Alter war das besonders so. Continue reading “Geheimsprache”

Krieg der Sterne

Heute ist Star Wars Tag. Wessen wird hier eigentlich gedacht? Den Nerds, die Death Star Cantine auswendig mitsprechen können? Oder den Jedis, denen wir laut Herrn Dueck, dem neuen Liebling der Netzgemeinde seit der re:publica, nacheifern sollen?

Dueck: Als Professional hat man keine Angst! Es gibt eine gewisse Demut, dass fast nichts ohne Schwierigkeiten funktioniert. Aber ansonsten muss man beherzt an alles herangehen und die Schwierigkeiten aus dem Weg räumen. Man sollte lernen, es hinzunehmen, wenn etwas nicht klappt. Das bedarf einer inneren Ruhe. Und es hat den Vorteil, dass man auch nicht mehr so böse auf Leute ist, wenn man weiß, dass Dinge nun einmal schief gehen und Fehler passieren. Man ist dann etwas gnädiger und nicht mehr so auf Konfrontation aus. Wie ein Jedi Ritter, der ruhig sein kann, auch mitten im Chaos. – zeit.de

Wer entscheidet eigentlich, wann welcher Tag begangen wird? Ich stelle mir da in New York ein ehrwürdiges Gremium vor, dass regelmäßig tagt. Aber da falle ich wohl auf den Lucas’schen Trick rein, soviel zu zitieren, auch visuell, dass man am Ende immer wieder bei Star Trek landet, obwohl man woanders her kommt. Bin Laden? Immerhin, die Jedis, also Luke haben den Bösen am Leben gelassen, also Darth Vader – am Ende, das eigentlich der Dritte Teil war. Verwirrend. Gestorben ist dann der Oberböse. Der ist im wirklichen Leben Rancher. Und Gottes-fürchtig genug, nun die Klappe zu halten.

May 4

This day is considered an unofficial holiday by Star Wars fans to celebrate Star Wars culture and remember the films. [1]
May 4 is called Star Wars Day (also sometimes known as Luke Skywalker Day) because of the popularity of a common pun spoken on this day. Since the phrase “May the Force be with you” is a famous quote often spoken in the Star Wars films, fans commonly say “May the fourth be with you” on this day.

Star Wars fans were not the first to use the creative reading of “may the force Be With You”. When Margaret Thatcher was elected Britain’s first female prime minister, it happened on the fourth of May 1979. This led her party to place an advertisement in the newspaper the London Evening News, which said: “May The Fourth Be With You, Maggie. Congratulations.”[5]

In 2005 German news TV channel N24 interviewed George Lucas and asked him to say his famous sentence, “May the Force be with you.” The translator simultaneously translated to German: “Am 4. Mai sind wir bei Ihnen”. (We shall be with you on May 4). This was captured by comedy show TV Total and aired on May 18, 2005.[9][10] However, the “May the 4th be with you” joke was already a known yearly joke to many before 2005.
-wikipedia

Ritter der Kokosnuss embedded #arte

Monty Python's Ritter der Kokosnuss als Internet-Video von arte
Monty Python's Ritter der Kokosnuss als Internet-Video von arte

Frage mich gerade, ob meine Kinningse das wohl witzig finden, Monty Pythons erster abendfüllender Spielfilm. Die Blues Brothers hat sie schon deswegen genervt, weil ich den Film mitgesprochen habe. Dieses Mal bleibe ich still, befüchte aber, dass dieser Humor einer anderen Generation angehört: Continue reading “Ritter der Kokosnuss embedded #arte”

Streetart Galerie

… und was das hier mit Holger Stanislawski zu tun hat.

Streetart Galerie (Gängeviertel Hamburg)
Streetart Galerie (Gängeviertel Hamburg)

Das ist doch ein Widerspruch in sich, oder? Eine Streetart Galerie, das Ausstellen einer Kustform, die eben nicht wirkt, wenn das Drumherum fehlt. Die Straße, der Schmutz, der Verkehr, das Illegale. Das ist ein Symptom unserer Welt, die alles zerlegen und konsumierbar machen muss. Streetart ist ein Dagegen, denn Straßen-Kunst kann man nicht in schicken Glas-Ateliers und Galerien konservieren, sie geht kaputt, wenn man sie aus ihrem Bedeutungsraum hebt. Ob das in gleichem Maß für die Künstler gilt ist eine spannende Frage, die wir uns auf St. Pauli ja gerade in Person unseres Cheftrainers Holger Stanislawski auch fragen. Continue reading “Streetart Galerie”