Für die Stunden im Büro: Meeresrauschen und Segelfilme

Das Geräusch der Ostsee, wenn man mit dem Blick auf den Leuchturm in Schleimünde beim Sundowner sitzt, oder das Rauschen der See, wenn dine Yacht durch die Dänische Südsee pflügt, das wollte ich gerne erhalten. Für die Stunden, in denen es im Büro oder anderswo mal wieder drunter und drüber geht: Continue reading “Für die Stunden im Büro: Meeresrauschen und Segelfilme”

Elektronische Tickets der Bahn nicht für das IPhone?

Sitze gerade im ICE nach Berlin. Fahrkartenkontrolle. Der Mann hinter mir zeigt seine elektronische Fahrkarte (e-ticket) auf seinem IPhone vor.

“E-Tickets dürfen wir nur auf Laptops, Notebooks und Tablets entgegen nehmen” sagt die Schaffnerin, und erzählt von einer internen Anweisung. Der Mann blickt erstaunt und auch ein wenig angespannt, als die wuchtige Dame lächelt. ’Aber nu erzählen Sie mir mal, wo ein Tablet anfängt und ein Smartphone aufhört’.

Das mag ich an der Bahn ja, wenn Menschen im Sinne ihrer Kunden (und sicher auch aus Bequemlichkeit) ihren Ermessensspielraum ausnutzen.

Bravo!

John Zwo

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Foto: Hauseingang

Die Amnesie kam immer plötzlich, tat aber gar nicht weh, was mich ein wenig verwunderte.

Eigentlich fühlte ich mich wie immer, nur dass ich partout nicht mehr wusste, was ich vor dieser grünen Tür wollte. Dass mir augenblicklich auch entfallen war, wer ich bin, fiel mir erst auf, als mein Haustürschlüssel nicht in diese Tür passte.

Die Panik, die mich dabei erfasste, kann ich kaum beschreiben, man glaubt sich ja selbst nicht, lacht los und schüttelt den Kopf. So, als ob dadurch alle Erinnerungen wieder an den richtigen Ort rücken würde.

Es war zwecklos, ich konnte mich anstrengen, wie ich wollte, die Erinnerung an mich selbst kam nicht zurück. Schlimm war, dass mir immer mehr perdu zu gehen schien, je angestrengter ich nachdachte. Inzwischen fielen mir auch die Namen meiner Eltern nicht ein, mein Geburtsort und alles andere, was mich als Person betraf, war verschwunden. Ich beschloss, nicht weiterzuforschen und hörte einfach auf nachzudenken. Das schien mir das beste.

Stattdessen lief ich los.

“Deelböge-Braamkamp zwischen Alsterkrugchausse und Bebelallee ist wegen Brückenarbeiten bis Ende 2013 in beiden Richtungen nur eine Spur frei”

Diese Meldung schoss mir in den Kopf, warum weiss ich nicht. Aber sie war da und wieder musste ich lachen: “In beiden Richtungen nur eine Spur frei”, wirkte in meiner Situation irgendwie passend. Und komisch.

Ich fasste den Entschluss, die Bebelallee aufzusuchen. Wie man in Hamburg mit der U-Bahn fährt wusste ich noch und ein besseres Ziel fiel mir ja nicht ein. Fein, dachte ich, darauf liesse sich aufbauen. Die Angst wurde langsam weniger, fast hätte ich gepfiffen, denn nun hatte ich ein Ziel.

Als ich den Braamkamp überquerte, kam es mir vor, als ob ich eine Grenze überschritt. Überhaupt erschienen mir Straßen wie Stromkanten, bedrohlich wirkten vor allem die vierspurigen. Langsam war es duster geworden, außerdem wurde ich müde. Die Angst kam wieder hoch. “Zur Polizei?”, schoss es mir in den Sinn; warum hatte ich daran nicht früher gedacht? Aber was sollte die mir helfen, wenn ich selbst so wenig beizusteuern hatte. Es kam mir selbst komisch vor, aber was war, wenn ich ein Geheimagent war, oder auf der Flucht? Vielleicht war ich verrückt geworden und hatte schlimme Dinge angestellt.

Gegenüber der modernen Altersheime, die an der Bebelallee in den letzten Jahren entstanden waren, teure letzte Wohnstätten am nördlichen Lauf der Alster, fiel mir ein kleiner Kleingartenverein auf.

Jetzt, Ende Februar wird dort keiner zugange sein, dachte ich. Vielleicht findet sich ja eine leer stehende Laube, in der ich ein wenig über meine Situation nachdenken konnte. Ich stieg also über die niedrige Pforte in einen Garten ein, der ein Haus hatte, das mir mit seinem spitzen grünen Dach einigermaßen gemütlich erschien, aber bei dem ich hoffentlich keine allzu aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen zu überwinden hatte. Mit ein wenig Gewalt war das Schloss schnell geknackt. Ich trat ein.

Innen roch es nach Staub und Torf. In der Ecke stand ein Sofa, das neu bestimmt ansehnlich und teuer gewesen war. Es war aus braunem Leder und hatte massive Holzarmlehnen. Zum Glück lag eine Wolldecke darauf. Als ich mich hinlegte und meine Beine ausstreckte merkte ich erst, wie müde ich war. Vielleicht, dachte ich, genügt eine Mütze voll Schlaf. … Den Gedanken hab ich wohl nicht mehr zuende gedacht, denn ein leises Schnarchen wog durch die einsame Laube.

Andrea Petkovic und die zweite Welle #VcA

Andrea Petkovic - Vca Spende (ARD Screenshot)
Andrea Petkovic - Vca Spende (ARD Screenshot)

Benny Adrion hat einen Stein ins Wasser geschmissen vor ein paar Jahren und heute spendet eine Tennisspielerin einen Brunnen in Afrika.

Ich stelle mir vor, dass Benny Adrion, Gründer von Viva Con Agua und ehemaliger Profi des FC St. Pauli (sprachen wir in der Regionalliga von “Profifußballern”?) nach seinem initialen Eindruck, dass Menschen Trinkwasser zu bringen zu einer wirklich guten Idee werden könnte, am Strand einer Karibikinsel spazieren ging und ein wenig gedankenversunken einen Stein ins Wasser kickte.

Die Wellenkreise, die dieser Stein zog, haben sich langsam ausgebreitet. Erst waren sie deutlich zu sehen. Benny, Sankt Pauli – Wasser, alles klar. Inzwischen muss man etwas genauer hinschauen, wenn man die Energie dieser Wellenkreise noch sehen will. Aber sie ist noch da. Sie wandern immer noch um die Welt, nur ihre Eindeutigkeit ist ein wenig gewichen.

So kommt es, dass Jahre später eine andere deutsche Sportlerin, Andrea Petkovic in einer Fernsehsendung 25.000 EUR gewinnt – und sie Viva Con Agua spendet.

Madame Petkovic hat gerade 25.000.- Euro bei Kai Pflaume in der ARD an VcA gespendet, schon mitbekommen? Ist dieses Viva con Agua nicht diese Organisation die von dem kubanischen HSV Spieler gegründet wurde?

Die Energie ist immer noch da, der Zweck zumindest. Auch wenn die anderen Informationen auf dem Atlantik verloren gegangen zu sein scheinen … ;)

Im ersten großen TV-Quiz des neuen Jahres fühlt Gastgeber Kai Pflaume seinen prominenten Mitspielern mit besonders kniffligen Fragen auf den Zahn. Dabei sind für einen guten Zweck bis zu 150.000 € zu gewinnen. Im Rate-Ring versammeln sich diesmal die ‘Tatort’-Kommissare Axel Milberg, Sabine Postel und Oliver Mommsen, Sportschau-Moderator Matthias Opdenhövel, die große deutsche Tennis-Hoffnung Andrea Petkovic, sowie Christian Tramitz und Helmfried von Lüttichau, bekannt als Polizisten-Duo ‘Hubert und Staller’.

Quelle: NDR – Mediathek, ca. 1:54.00

Opa bekommt ein Angebot, das er nicht abschlagen kann

2011, fast die Hälfte aller Rentner und Rentnerinnen gehen in Frührente. Die staatlich kontrollierten Medien versuchen auf absurde Weise, das wie eine Freiwillige Entscheidung Vergnügungssüchtiger aussehen zu lassen. Ich sitze gerade beim Frühstück, meine Tochter liest ein Buch.

2031, ich habe gestern ein Angebot eines australischen Medienunternehmens vorgelegt bekommen, auf das ich heute noch antworten wollte. Ich sitze gerade beim Frühstück, im Cockpit meiner Najad 33. Sie ist wie ich selbst ein wenig in die Jahre gekommen, aber noch gut in Schuss. Was die Werft für sie, ist der zweimonatliche Ausflug in die Wellness-Stadt Bergen für mich.

Streamco sucht einen Projekt-Grandfather für ein Jahr, 12 Wochenstunden á 400 Gold-Dollar. Das kann sich sehen lassen. Genauso wie die Wettervorhersage für die westliche Ostsee. Sonne, 21 Grad und Wind aus Ost mit beständigen 3 bis 4 Bft. Nach meinem kleinen Schlag, rüber nach Marstal, werde ich zusagen.

Vier und dann Linksrum

Viele Tonnen sind wir schwer, wie wir da so zur Startbahn rollen. Und das soll nun fliegen. Glücklicherweise habe ich das schon erlebt, ist synaptisch reguliert. Das geht, und doch formen sich meine Hände immer noch und jedes Mal wieder zum beten. War doch alles schön bisher, denke ich dann, wenn der nasse Beton an mir vorbeifliegt und der Druck in den Ohren langsam steigt.

Einen Plattfuß können wir uns nicht leisten, nicht mal den. Schwer geht es nach oben. Von Freiheit keine Spur. Immerhin immer sonnig. Die Luft riecht nach Abgasen. Unter uns das graue Hamburg, Altona. Der Bahnhof. Wie groß der ist. Über Altona 21 liegt noch der Nebel der letzten Wahl.

Wieder Beton. Und Asphalt. Schulden sind der Freiheit Tod – am Boden ebenso. Habt ihr an die Landebahnen gedacht, die wir brauchen, wenn die Luftschlösser platzen und Turbolenzen platz machen? Die Petrikirche ist zu erkennen und die Christianskirche. Danach Kurs nach Süden. Ins Amigoland.

Jena ist nicht Braun, es ist weiss

Ich habe den Aspekte Beitrag, um den es nun soviel Empörung gibt gesehen, und fand ihn zwar ein wenig merkwürdig, aber nicht tendenziös. Gewundert habe ich mich eher, dass der Schriftsteller Steven Uhly sich ausgerechnet in München vor Rassismen sicher fühlt. Das Sujet, dass sich Menschen mindestens unwohl fühlen in der ostdeutschen Provinz, die nicht in das Bild vom Mehrheitsdeutschen passen, ist allerdings auch in meinem Bekanntenkreis permanent vorhanden und ein wichtiges, einerlei, wie merkwürdig es inszeniert sei.

Ich habe mehrere Freundinnen, die nie wieder einen Fuß nach Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg setzen. Bis Thüringen sind sie nie gekommen und ihre Geschichten hören sich für einen weißen, blonden Mann so abstrus an, dass man sie kaum glauben mag. Geschichten von Übergriffen, von Anzeigen und der Weitermisshandlung durch Sicherheitsbeamte sind mir geläufig, da ist es kein Wunder, dass diese Freundinnen es nie nach Jena geschafft haben.

Als Jenaer kann ich nun auf zwei Arten reagieren.

Ich kann die Ängste vieler Deutscher mit Migrationshintergrund ernst nehmen und versuchen, Vertrauen zu schaffen. Mindestens darüber zu reflektieren, woher so ein Gefühl wohl kommt.

Oder ich kann mich angegriffen fühlen, und dem ZDF tendenziöse Berichterstattung vorwerfen, um dann das Thema zu relativieren.

“Jena ist nicht brauner, als der Rest Deutschlands”, ist dann oft nur eine Variante von “die sind sonst nicht da”, die man vornehmlich in Rostock, Dresden und , ja, auch Jena hört, wenn es um Nazihools im Stadion geht – und die falsche Reaktion, wenn man sich auseinandersetzen möchte.

Ein Freund von mir hat ein Ferienhaus im wunderschönen Cammin in McPomm. Er hat mich schon lange eingeladen. Ich komme gern, habe ich ihm gesagt, aber nur, wenn ich mit meinem FCSP Shirt morgens zum Bäcker kann. Er hat seine Einladung bisher nicht wiederholt.

Noch einmal nach Marstal

Wege sind etwas komisches, denn sie führen ja nicht irgendwohin, sondern auf etwas herum. Eigentlich mag ich das Gefühl sogar, mich auf Wegen zu bewegen, die Menschen und andere Ochsen schon seit Jahrhunderten begehen. In Maasholm gibt es ein Museum, nein, eher eine Ausstellung. Sie ist neben einem Naturerlebnisspielplatz für Kinder und zeigt die drei verschiedenen Wege, wie die Schlei sich den Weg zur Ostsee bahnte, oder ja, eher umgekehrt. Der dritte bekannte Weg, Schleimünde, ist ein künstlicher Schleiausgang. Auch ein Zeichen unserer Zeit.

Die Wikinger haben sich schon mit ihren Schiffen über Schleswig in die Eider gewuchtet, um in der Nordsee Angst und Schrecken zu verbreiten. Heute sind es radelnde Frühpensionäre, die in ihrer griechischen Form ebenfalls Panik zu verursachen in der Lage sind.

Mein Wikingerboot besteht aus Kunststoff und ein gehöriger Teil meines Wesens will einfach nicht einsehen, warum die Saison schon vorbei sein soll, wo der Sommer so kühl und der Herbst so warm und wohlig ist. Ich träumte heute Nacht davon, noch einmal in diesem Jahr in Marstal anzulegen, noch einmal die 30 Seemeilen über die Ostsee, noch einmal Hot Dog mit Ristet Pølser und zum Nachtisch ein Softis mit Fløde.

Dann kann der Merkelsche Winter kommen. Ich habe meine Petroleumheizung von Bord in unseren Keller gestellt. So haben wir in strengster Zeit immer einen Raum warm. €€€

Zusendungschaos bei den Abokarten des HVV

Eine Kernforderung der Piratenpartei ist der kostenlose öffentliche Nahverkehr. In Hamburg über die Hamburger Hochbahn und den HVV organisiert. Wären die Piraten auch in Hamburg in der Bürgerschaft vertreten, hätte ich womöglich den Hazzle mit der “automatischen” Aboverlängerung nicht.

Für alle Mit-Abonnenten, die derzeit auf ihre Wertmarke warten, poste ich hier die Info, die mir die ABO-Hotline des HVV eben gab.

– Die alten Wertmarken sind noch bis zum 4.10. einschließlich gültig. Wegen des Feiertages am 3. Oktober.
– Die Deutsche Post ist ein wenig überfordert mit den mehreren tausend Abo-Briefen, die sie verschicken muss.
– Sollte die Wertmarke bis Anfang nächster Woche nicht im Briefkasten sein, will der HVV mich in sein Büro zitieren. Dem habe ich bereits eine Absage erteilt. Abo heisst zuschicken. Pünktlich!

tbc …

Wirtzhaus

Ich kenne in der Gegend kaum noch eine Kneipe, die den Namen verdient. Büsing, Schlag; alles versunkene Namen. Es waren die Kneipen meines Grossvaters, wo man anschreiben konnte, weil er sich jeden Abend, später jeden zweiten, die Mühe des Arbeitstages herunterspülte. Eine andere Art Generationenvertrag.

Gehe ich heute durch Ottensen dann klingt dieses Gefühl höchstens noch nach. Überlagert von stylischen Restaurants mit Pseudo-ajurvedischer Billigküche in Rotholzimitatambiente. Das Ribatejo kommt meinem Verständnis von Kneipe noch am nächsten. Deswegen fühlen wir uns dort wohl so wohl, eben weil neben den Touristen sich auch eine Nachbarschaft dort trifft, denen Carlotta auch Kredit gibt, und unseren Kindern auch. Währenddessen sind Portugal und Altona gleichsam unter Belagerung durch Menschen in schwarzen Anzügen, die ihr Dasein in Rollkoffern hinter sich her ziehen, die genau in ein Overhead Compartment passen.

Ich befinde mich derzeit auf Reisen. Ja, ich besitze auch einen Rollkoffer. Und gleich begebe ich mich auf eine Verandtaltung voller Männer mit schwarzen Anzügen. Da war es wichtig und gut, sich im Gasthaus Wirtz in der Südstadt (auch so ein Nachklang-Viertel) mit Kottelet und hausgemachtem Kartoffelsalat aufzuladen. Mit ein paar Kölsch im Kopf die Patina dieser untergegangenen Welt zu sehen. Fortuna-Wimpel an der Wand und Erinnerungen an grosse Boxer aus Köln. Echte Menschen, laut und fröhlich. 

Regenfeld

Es regnete bereits die ganze Woche in Strömen. Einige davon beendeten ihr kurzes Leben auf seiner Windschutzscheibe. Wie lange er schon in diesem Wagen saß konnte er unmöglich genau sagen. Keine Anzeige ging mehr. Alles tot.

Gestern morgen war es noch so schön gewesen, als er losfuhr. Über der Ostsee ging gerade die Sonne auf – und an der Ostsee geht immer die Sonne über dem Meer auf, es sei denn man war im östlichsten Winkel von Estland. Nächtlicher Dampf überlagert dann den Horizont und das Morgenlicht lässt alles um dich herum weicher erscheinen, als es mittags auf die Welt wirkt. Vielleicht, dachte Peter, ist Gott doch eine Frau.

Dann war er losgefahren und nicht weit gekommen. Nun saß er hier, das Handy aus und das Auto auch. Blackout. Schon komisch, wie sehr man sich darauf verlässt, dass einem das Iphone sagt wo man ist. Es müssten nun mehrere Stunden sein, die er sich nicht bewegen konnte. Immerhin, keine Schmerzen. Da hinten wurde es hell und danach wieder dunkel. Langsam wurde ihm kalt im Rücken.

… to be continued

Gutenachtgeschichte

Uwe ist Pilot. Schon sein ganzes Leben. Seinen Neffen erzählt er gerne von seinen vielen langen Reisen und dass seine Flugmeilen zweimal zum Mond und zurück reichen würden. Sie machen dann immer grosse Augen.

Sein Flugzeug war ihm sehr ans Herz gewachsen und er hatte ihr einen Namen gegeben, Lisbeth, und würde sie nie im Stich lassen, so wie sie ihn nie im Stich gelassen hatte.

Seine Fracht war meist profan. Forschungsmaterialien, technischer Nachschub für Bohrvorhaben oder Kisten, bei denen man nicht so genau nachfragte, was darin war. Passagiere flog er nie. Continue reading “Gutenachtgeschichte”

Siebenuhr Fünfundzwanzig

Die Ecke hoch geklettert und nicht weitergekommen, wieso auch, weshalb? »i« Feuersteine blitzen in der Nacht, aber es wird und wird nicht hell. Will nicht zünden der Reisig, riesig und dunkel liegt sie da die Steppe von A. – bedrohlich und kalt.

Ich nehme das Fell aus meinem Seesack und lege es mir um, bevor ich es noch einmal probiere. Wie bin ich hierher geraten? Blöße und Stolz, Trotz und Dummheit, ja ich weiss, aber schon ershcreckend, wie wie sich das alles zusammenfügte, so ohne Gegenwehr und trotz Allradantrieb. Continue reading “Siebenuhr Fünfundzwanzig”

Die Dame aus Marstal

Marstal

Marstal, quasi Hauptstadt, weil grösster Hafen auf der Südseeinsel Ærø, hat eine bewegte Vergangenheit als Handelshafen. Heute liegen Sportyachten in denselben Päckchen, wie vor 100 Jahren die Neufundlandfahrer, der Stolz der südfünischen Seeleute.

Auf Ærø ist öfter gutes Wetter, als im Rest der westlichen Ostsee. Vielleicht heiraten deswegen so viele Menschen hier. Und trotzdem hat Ærø ein Problem: ihr wandern die Bürger ab. Seit kurzem gibt es eine Broschüre, die die Schönheiten und Vorzüge der Insel beschreibt. Am Ende ist die Adresse einer Dame zu finden, die sich um die Formalien einer Einbürgerung als Insulaner kümmert. … ;)

Kopfhörer

Headset Sennheiser HD 202
Headset Sennheiser HD 202

In meiner Welt ist es laut. Ungebremst fluten diese lauten Wellen meinen Kopf. Erhöhen den Druck in meinem Kopf, leiser Schmerz schmiegt sich von innen an meine Schädeldecke zu einer angenehmen Einsamkeit. Paradise City. Wuchtige Gefühle steigen herauf, wollen empfunden werden. Ich schließe die Augen. Das Außen und ihre Wahrnehmung passen nicht mehr zu der Athmosphäre, die ich durch meine Ohren atme.

Jetzt passen die rot-orangenen Lichtpunkte besser. Bis auf ein leises Zischen habe ich alles ausgesperrt. Würde mich nicht wundern, wenn alles verschwände in diesem Moment.
PAX

Etwas stößt an mein Knie. Ich nehme den Kopfhörer ab und bitte um einen Kaffee und ein stilles Wasser. “Nein Danke, keine Laugenstange”. “Cabin Crew 10 Minutes to landing” zerrt der Lautsprecher über mir die letzten Reste Wohlgefühl ins All hinaus. Der Mann neben mir hat gefurzt.

Mir ist car2go zu teuer

car2go - erste Erfahrungen (Hamburg City)
car2go - erste Erfahrungen (Hamburg City)

149 EUR am Tag kostet ein vollgetankter Smart mit allem Zipp und Zapp bei car2go. Bjoern @Ognibeni hat heute bei seiner ersten Testfahrt 16,schiessmichtot bezahlt. Sicher, billiger als ein Taxi, aber ich muss immerhin noch selbst fahren und das Auto erst suchen. Bei 300 Metern Anlauf-Weg und herumfragen in Parkhäusern geht da schonmal eine halbe Stunde drauf. Dafür zahle ich höchstens weniger.

Ampelfrei Autofahren

Es gibt Überlegungen, bspw. im Seeverkehr auf die teuren Seezeichen-Markierungen, Tonnen und Baken, zu verzichten und nur noch digitale Markierungen zu verwalten. Sinn mag das machen, da fast alle berufsmäßigen Schiffe längst via GPS und Kartenplotter auf digitalen Seewegen navigieren.

Für den Straßenverkehr soll es ähnliches geben. Automatischen Verkehr. In New York soll es ausprobiert werden – und kommt analogen Immigranten in die digitale Welt spanisch vor: Continue reading “Ampelfrei Autofahren”

Cuvée von 2009

An die Straußenwirtschaft von Winzer Wagner Junior habe ich feine Erinnerungen. An 2009 auch.

Schœn, wenn man Magie, in Wein verbunden, auch mal Alltags wiedereröffnen und schmecken kann.

Die salzige See. Mar Salada, ein Cuvée aus Weißem Burgunder und Riesling. Rheinhessen. 2009. Da kannte ich Mainz noch nicht.

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Gestrandet in Altona – Streik bei der NOB versaut Schulkindern die Klassenfahrt

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Die erste Klassenreise ist etwas Besonderes, alle Kinder sind aufgeregt.
Ausgerechnet am Montag, wenn dutzende Hamburger Schulklassen auf Klassenreise fahren, streikt die Nord-Ostsee-Bahn (NOB). Die Klassenfahrt droht zu scheitern, bevor sie eigentlich begonnen hat.

+++ 9:01 Der Zug NOB 81748 fällt aus, die Damen und Herren im DB-Servicecenter fühlen sich nicht zuständig.

++ 9:10 Autozüge entladen sich, die Kinder warten in Blauem Dunst. Alternativen: Busreisen?

++ 9:25 Anfrage bei der NOB, wie sie gedenkt die Schulkinder nach Niebüll zu befördern.

++ 9:40 Ein merkwürdiger Tipp aus dem Servicepoint macht die Runde, einen Bus zu chartern und der NOB in Rechnung zu stellen.

++ 9:50 Lehrer entscheiden sich, auf den übernächsten Zug zu warten. Schulklassen Fluten den Bahnhof. So langsam wird’s eng. Informationen Fehlanzeige!

++ 10:30 Lehrer und Kinder sind in der Gemeinde der Altonaer Petri-Kirche untergekommen und organisieren nun Busse für den Fall, dass die Klassen nicht den 11:30 Zug nehmen können. Da das Mittagessen auch nicht planmäßig erreicht werden kann, muss auch hier behelfsmäßig organisiert werden.

++ 11:30 Die beiden Klassen sind vollständig im übernächsten Zug nach Niebüll mitgekommen. Aufgeregt, ein wenig sauer über die Nicht-Kommunikation der NOB und hungrig gehts auf in eine aufregende Woche. Eines der Ziele, die Gemeinschaft der Klasse zu stärken ist schon einmal auf die Probe gestellt, bevor man in der Herberge ankam. ;( ;)

Strander Butt #Ostsee #Scholle

Das Wasser der Ostsee ist noch kalt, das merkt man besonders, wenn die Sonne untergeht und die Kälte urplötzlich auf das Deck fällt. Abends gehen dann auch die ersten Strander Fischer wieder raus auf die Kieler Förde, in ihren Reusen nachzuschauen, ob Butts sich darin verheddert haben. Fangfrisch kommen die dann angelandet, früh morgens, nur um nachmittags mir serviert zu werden. Mit guter Butter, Speck und Bratkartoffeln.

Strander Butt - Ostsee Scholle - Foto

Tatort Hawaii

Tatort Hawaii - Stein Ostsee
Tatort Hawaii - Kyte und Surfstation in Stein an der Ostsee

Gestern war Frühlingsanfang an der Kieler Förde. Das Wasser noch schneidend kalt, die Sonne schon sehr stark. Die Büdchen und Läden bereiten sich auf die Saison und den ersten Touristen-Ansturm zu Ostern vor. Herrliches Wetter ist vorhergesagt – ideales Surf- und Kyte-Wetter obendrein.

Die Mädels und Jungs an der Kyte- und Surfstation in Stein an der flachen östlichen Seite der Kieler Förde bauen und werkeln an ihrer schicken Strandbar herum, einem offenen Holzboot ohne Kiel. Die letzten Reste der Vorsaison springen mir ins Auge und meine drei Mädchen kaufen mir ein buntes Stück Surfwear – Yeaahh, was für ein Sonntag. Die Saison kann kommen und Stein wird sicher öfter angesteuert dieses Jahr.

Tatort Hawaii finde ich ein tolles Label. Darauf muss man erstmal kommen.

Frau Sue

Lili Su

Geht man in Ottensen unter der Woche Caffee trinken, wie bspw. im Lilli Sue, dann könnte man meinen, die Welt wäre von Frauen bevölkert. Jungen-Mütter, die die Kunst des gleichzeitigen Tratschens, Essens und Tätschelns beherrschen. Mittelalte Frauen in langen Gesprächen über alltägliches.

Kein Mann ausser mir. Alle weiß, so weiß, wie Omas Küchenmöbel, die so teuer gehandelt werden neuerdings.

Ich warte auf Peter, der bleibt aus. Nehme ich noch ein “Es lebe das Wasser”-Wasser mit Bio-Most? Oder nehme ich den Rebellencaffee mit nach Hause und schaue Fukushima? Ist merkwürdigerweise gar kein Thema hier. In Bullerbü.

16:00 Uhr, die Kinder werden weniger und älter. So wie die Frauen auch. Ich bleibe noch.

Flugradar Love – London Hamburg

Flightradar - Flugradar London - Hamburg

Sonntag Nachmittag, kurz nach dem Kaffee. In London checkt min Fru in die Maschine der easyjet ein. Gedrängel, es gibt ja keine festen Sitzplätze. In Hamburg kommen wir gerade vom Sonntagsspaziergang wieder zurück. Der hatte uns heute in einen unbekannten Winkel von Wellingsbüttel geführt – einen Geocache heben.

Auf meinem Iphone erscheint min Fru. Besser gesagt auf dem Radar, dem Flugradar der flightradar24-App. Sie ist gerade eine Schleife um London herum geflogen – es ist viel los über der britischen Insel. Gerade verschwinden unter ihr die letzten Reste festen Landes, vor ihr liegt der kurze Flug über die Nordsee. Die Kinder wollen fernsehen – Opa die Tagessschau, wie jeden Abend. Nach dem Abbacken ziehe ich mich langsam an, min Fru ist da schon über Bremen, die Maschine, ein Airbus, dreht die Elbe aufwärts in Richtung Hamburg. Als sie die Elbe bei Stade passiert, mache ich mich auf den Weg.

Ich komme ein wenig vor ihr am Hamburger Flughafen an, sagt das Flugradar. Am Terminal 1 wartet eine Gruppe junger Leute mit Schland-Flagge und Schildern – sie erwarten wohl einen Heimkehrer. Min Fru ist vor 20 Minuten gelandet – und lässt sich Zeit. Ich wette mit mir selbst, ob sie wohl links oder rechts aus dem Terminal kommt. Ich gehe immer nach links – deswegen erwarte ich sie andersherum. Dann klingelt das Telefon, sie steht am Terminal 2. Das hatte mir die Flugradar-App dann doch nicht verraten können.

Ansonsten ein tolles Gefühl, seinen liebsten beim Zurückreisen folgen zu können. Habe mich die ganze Zeit gefragt, was denn mit dem kleinen Flieger passiert, wenn etwas passiert – was ist, wenn das digitale Gegenstück vom Radar verschwindet?

Als Gast in Mordor

Unverhofft kam diese Last-Minute-Einladung an den Volkspark, ich werde also – um es kurz zu machen – entgegen meiner vehementen Weigerung, doch das Derby am Volkspark ansehen. Der Sohn eines guten Freundes ist krank geworden, ein Freund, der nun die Gelegenheit gekommen sah, unsere Einladung vom vergangenen Samstag zu erwidern. Eine Einladung, die ich nicht ablehnen mag, auch wenn ich nach wie vor mit gemischten Gefühlen in Richtung Stellinger Wald fahre. Continue reading “Als Gast in Mordor”

3:0 Unentschieden – leichtes Verlieren in München

Paulaner

München hat sich gefreut uns zu sehen. Wie schon bei den drei Niederlagen gegen 1860, die ich mir in der Allianz Arena ansehen durfte, war auch dieses 3:0 am Sonnabend Nachmittag kein schlechtes Spiel unseres magischen FC. Überhaupt nicht, sondern ein kraftvolles Wollen, eine Wucht, die sich da gegen die Bayern stemmte, dass die sich in den ersten 15 Minuten kaum aus ihrer Hälfte wagten. Continue reading “3:0 Unentschieden – leichtes Verlieren in München”