T-Mobile – “Licence to Spam”

Hinterfotzig, Perfide – Dummdreist – so würde ich den Versuch von T-Mobile beschreiben, sich bei mir mit Tricks die Lizenz zum Spammen zu besorgen. Aber der Reihe nach.

Ein Nachmittag, irgendwann Mitte Februar,
ich sitze in meinem Homeoffice, da klingelt das Telefon. Ungefähr so war dann der Verlauf:
T-Mobile: „Guten Tag, T-Mobile, Frau (oh mann mein Gedächtnis)“
Ich: „Guten Tag.“
T-Mobile: „Wir wollten Sie nur kurz fragen, ob wir Ihre Daten zu Abrechnungszwecken speichern können“
Ich: „Ähm, die haben Sie ja sowieso, Sie schreiben mir doch Rechnungen?“
T-Mobile: „Ja. Wir brauchen Ihre Einwilligung dazu“.
Ich. „Ok. – Sie brauchen die Daten nur zur Abrechnung?“
T-Moblie: „Ja, wir geben sie nicht an Dritte weiter“
Ich: OK.
T-Mobile: „Vielen Dank, auf Wiedersehen“ – „Tschüss“.

Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, dass ich mich gewundert habe, weswegen T-Mobile mich nach Daten fragt, die sie sowieso speichern müssen. Immerhin möchten sie mir ja Rechnungen schreiben. Wahrscheinlich eine Novellierung des Datenschutzes oder einfach Dienst am Kunden. Toll.

Ein paar Stunden später habe ich das Telefonat vergessen. Bis zum …

1. März 2006,
ich sitze wieder in meinem Homeoffice und habe eben die Post geholt. Mit dabei ein Schreiben von T-Mobile. In diesem Schreiben bezieht sich T-Mobile auf unser Telefonat und freut sich über mein Einverständnis, meine Daten an alle Telekom Töchter, Beteiligungen und und und weiterleiten zu dürfen, damit ich in den Genuss der tollen Marketingmaßnahmen gelange und sie feines CRM und Datamining, womöglich Datenverkauf, betreiben dürfen.

Ich traue meinen Augen kaum. Bin entsetzt. Das Schreiben ist so geschrieben, wie die vielen Announcements von Unternehmen, total einschläfernd. Normalerweise schmeisse ich solche Schreiben sofort weg. Das sollte wohl auch mit diesem passieren. Der Verdacht manifestiert sich in meinem Bewusstsein, dass das eine von langer Hand geplante “Double-Einschläfer-In”-Kampagne von menschen-wie-mich-verachtenden Marketing-Heissspornen ist.

Erst mit sanfter Callcenter-Lady-Stimme beruhigen, einlullen, aber rechtssicher auf die Speicherung hinweisen.
Später, wenn der Anruf vergessen ist, ein Schreiben hinterherschicken, dass die Befugnisse hinten rum noch einmal ordentlich erweitert. So langweilig verfasst allerdings, dass der Leser geneigt ist das Schreiben der Wiederverwertung zuzuführen. Peng. Alles richtig gemacht. Die Spam-Maschine kann mit einem weiteren Opfer gefüttert werden.

Liebe T-Mobiles, so geht das nicht. Da bekommt der Werbespruch “T-Mobile @ Home” ja einen ganz anderen Sinn.
Liebe Blogger da draussen, bin ich der Einzige dem das hier passiert ist?

Fotoausschnitt basiert auf diesem Foto bei Flickr. Danke.

6 Replies

  • Nachtrag/Update — habe eben mit Herrn Asrak von der T-Mobile Presse telefoniert. Er hat versprochen sich der Sache anzunehmen, wenn der CeBit Stress vorbei ist. Einverstanden.

    Immerhin konnte er mir bestätigen, dass solche Anrufe, wie von mir beschrieben, bei der Telekom und ihren Töchtern die Regel sind — allerdings nur um die Abrechnungsadressen aktuell zu halten.
    Der erste Teil meiner Story ist also bestätigt — bin gespannt auf den Zweiten.

  • Solche Anrufe kommen nicht nur von T-Online, sondern auch von allen möglichen anderen anbietern.

    Meistens wird dann z.B. gefragt, ob man denn Interesse daran hätte, einen Vertrag abzuschließen oder ähnliches bzw. Informationen darüber einholen möchte…
    Sagt man, dass man gern Informationen darüber hätte, wird man gleich eingetragen mit: “Kunde will einen Abzocke-Vertrag”
    Dabei sind die Callcenterleutchen wirklich verdammt dreist…

  • Nee, ist bei mir auch passiert. Danach folgte nichts mehr (an da ich mich erinnern könnte). Aber da ich momentan Hassel mit den Leitungen habe, öffne ich jeden Brief von denen.

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