Schreiber-Privileg

Krah, krah, krah, macht der Rabe in der Birke. Immer dreimal. Krah, krah, krah erwidert ein anderer von Ferne. Irgendwo aus Richtung St. Pauli. Geht der Schreiber wieder um?

Obdachlose sind auch Menschen, sagen die vom Abendblatt interviewten, als müsste man das für die Zotteligen unter uns extra betonen. Der September verabschiedet sich wohlig und angenehm in diesem Jahr. Und doch kann man am Morgen, wenn der Atem Wolke zeigt, ahnen wie es sein wird unter der Brücke.

Kersten-Miles ausgerechnet, der Freibeuter-Töter, hat diesem zugigen Obdach seinen Namen gegeben. Draussen zuhause ist ja nur als Extremsport anerkannt, wenn man danach saunen geht. Alle anderen müssen sich ihren Status als Würdeträger erst erbetteln. Anders lautende Gerüchte, wie in Grundgesetzen dahinfantasiert, sind von den nach 1950 Geborenen eingerissen worden. Lieber Obdachlos auf St. Pauli, als Spaldingstrasse. Wer würde dieser Ansicht ernsthaft widersprechen.

Markus Schreiber hat Urlaub genommen. Versteht wahrscheinlich gar nicht, dass seine Politik nun auch auf seine Person zurückschlägt. Bösartige kennen kein Erschöpfungssyndrom, nur Kränkung.

Die Blätter an dem Ahorn in unserem Hinterhof werden langsam gelb und braun. Von oben nach unten. Und ich fühle mich privilegiert.

0 Replies

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *