Raus aus der Koje

Raus aus der Koje, die Sonne scheint. Reise, Reise, die ganze Pier steht voll nackter Weiber. Nicht nachdenken, reinversenken in den Morgen, auftauchen. Wer hat das eigentlich geschrieben, dass morgens um sieben die Welt noch in Ordnung ist? Wessen Ordnung denn? Dem Welten Joch entrückt, noch beschützt. Es stimmt, ich schwebe noch, dieses geborgene Erwachen, etwas orientierungslos, mit dem Geruch nach frischem Kaffee und frühem Tau, dem der Duft der Nacht noch anhaftet. Aufstehn, die Rücknahme des Traums schmerzt. Ausruhen kann weh tun, ab irgendwann. Peter sagt immer, dass man sich nach acht Stunden Schlaf peux a peux selbst vergiftet. Ob das stimmt weiss ich nicht.

Die Bettwäsche war frisch, kühl und ein wenig hart gestern Abend. Nu ist sie zerwühlt und warm. Die Frische des Morgens lockt. Hoch, hoch, ab ins Ölzeug, hiess es die letzten Tage des Hamburger Sommers. Hauptsache morgens scheint die Sonne, ist mein größter erster Wunsch an diesen Tag, zum Aufstehen nicht in das klamme Zeug von gestern steigen müssen, das ist wichtig. Frühling, Scheisse, Herbst und Winter und feuchtes Gras unter den Füßen.

Ich bin in der Mehrheit in Streubesitz. Sammle mich, drehe mich über die Seite aus der Koje. Die Luft weiss gerade nicht wonach sie mehr riechen soll, nach Spiritus oder Petroleum. Vorfreude auf den Moment, wenn der Kaffee auf dem Herd aus Geruch Duft macht. Kardanisch aufgehängte Kindheitserinnerungen, die die Grenzen der Zeit auflösen. Das geht noch in dieser Unordnung des Morgens, wenn selbst die Zeit verpeilt ist.

Wohin Kapitän ging nochmal die Reise?
“Reise, Reise, verdammt nochmal. Ihr Träumer, Kiel Leuchtturm ist schon umrundet, Marstal liegt voraus”. Huch, ich war wohl nochmal eingenickt.

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