Ohne Orthung #profcsp

Stefan Orth und sein Präsidium geben keine gute Figur ab, zumindest in der digitalen Vereinsöffentlichkeit sind die Vorstände des FC St. Pauli minderpräsent. Woran liegt das?

Zum einen natürlich an einer gewachsenen Gemütlichkeit, mit der man sich in den Gremien eingekuschelt hat. In einer merkwürdigen Mischung aus Kungelei, gegenseitigem Misstrauen und Stellungskrieg operiert jeder Vereinsteil an und mit dem anderen.

Fröhlich degradiert ein Michael Meeske in einem Selbstinterview* dann seinen Souverän, die vermitgliedschafte Fanbasis. Als notwendiges Übel, als Störenfried, den man zwar toleriere, weil er für die so fein vermarktbare Folklore sorge. Als wesentliche Instanz aber will Meeske das nicht wahrnehmen, die St. Pauli Fans da draussen, auch die in Digitalien, würde sich über weniger Proteste freuen, und bestätigt eine Weichgespültheit, die über normales Mediengebaren hinaus, Rückschlüsse auf den Charakter zulässt.

Lasst uns in Ruhe, hier im inneren Zirkel, meint das. Es spiegelt eine Arroganz wider, die entlarvend ist. Und unzeitgemäß.

Genauso, wie die Journalisten der Bundespressekonferenz lernen müssen, dass Kommunikation einer Regierung nicht mehr nur über gemütliche Zirkel funktioniert, wird man sich beim FC St. Pauli überlegen müssen, wie man mit einer Fanöffentlichkeit kommuniziert, und zwar verbindlich, die kein Gremium ist, keine Gruppe, sondern eine soziale Community.

Viel Zeit bleibt ihnen nicht, denn die außervereinliche Fanschaft organisiert sich derzeit mit enormer Geschwindigkeit selbst. Und wäre durchaus in der Lage, in den Verein zu wirken (#AOMV). Höchste Zeit für Orth & Co. dies mindestens zu moderieren. Ein zweiter Fankongress macht aber nur Sinn, wenn vom Präsidium die Ernsthaftigkeit belegt wird. Alles andere wirkt wie ein merkelsches Moratorium.

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Wenn Du in andere Stadien siehst, wie dort teilweise Sponsoringaktivitäten umgesetzt werden, bist Du dann eher neidisch oder denkst Du „schön, dass es bei uns anders ist“?
Letzteres, denn zum einen gefällt es mir auch “privat” besser und zum anderen kann es für uns keine Möglichkeit sein, alles zu vermarkten, was auf den ersten Blick bei den anderen Clubs geht. Lediglich da, wo wir aus meiner Sicht eben auch mal ungerechtfertigt für unsere Art der Vermarktung kritisiert werden, denkt man manchmal, dass es ein wenig unkritischer auch ganz schön sein kann…

6 Replies

  • Diese selbstgefällige Interview hat mir gestern auch schon die Zornesröte ins Gesicht getrieben.
    Leider muss ich am Freitag dem Herrn Meeske den Gefallen tun, seine Kreise nicht durch überbordende Fan-Präsenz zu stören, weil ich nicht kommen kann. Dafür habe ich dann Zeit, mich mit diesem neuesten Pamphlet ausgiebig zu beschäftigen… *grrr

  • Zu dem Thema habe ich mich gestern auch schon auslassen müssen. Und Freitag gilt es wieder, Flagge zu zeigen.

    Davon einmal abgesehen brauchen wir einen Kurswechsel via Mitgliederversammlung, sehe ich genauso.- Allerdings möchte ich ERST die dafür nötigen und von der Masse getragenen Anträge gemeinsam ausformuliert sehen, die Abschmetterung des HT-Antrages auf der letzten Versammlung hat diese Notwendigkeit der Vorbereitung gezeigt. Ob es dann eine AOMV oder eine normale wird – inhaltlich, also die Anträge zählen. Und das muß her.

    • Hmm, vielleicht sollte man das mit einem Antrag probieren, den weböffentlich und kollaborativ zu formulieren. #liquid

  • Ich hol Deinen wahren Satz zum Thema “Bring Back St. Pauli mal hierher:

    Fans entscheiden darüber, wann eine Protestaktion zuende ist, nicht der Vorstand, gegen den protestiert wurde. Wäre ja noch schöner. o.O

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