Geschichten für Michael Moore

Lieber Michael,

Du hattest in Deinem neuen Hörbuch gesagt, dass Du Geschichten sammelst:

Diese Generation hat viel erlebt. Den Jahrtausendwechsel, den Halleyschen Kometen. Aber wenn wir morgen vor Gericht stünden, dann könnten wir wahrscheinlich nur zu einem Datum 100prozentig wahrheitsgemäss aussagen, wo wir waren — am 11. September.

“Von der Katastrophe zum Cocktailempfang” oder wie ein Ereignis zum Kulturstifter wird.

Die Frage höre ich immer häufiger, wenn man jemanden aus dem westeuropäischen Kulturraum kennen lernt: “Wo warst Du denn am 11ten September?” Wo hast Du die Bilder gesehen, die so vieles änderten?. Die wie eine Hollywood-Inszenierung aussahen und auch deswegen so verstörten. Bisher kannten wir solche Zeitpunktidentifikation innerhalb einer Generation nur von unseren Eltern und Grosseltern.

Zum Beispiel, wenn Burt Reynolds das Ausreiflermädchen “Frosch” in “Bandit” fragte, wo sie denn gewesen sei als J. F. Kennedy ermordet wurde. Uns ist aufgefallen, dass allein schon in der Redaktion wilde, alltägliche, aber immer faszinierende Geschichten zusammen kommen, wenn wir uns erzählen Wo Wer War, als …∞ .

Zum 1/2 Jahrestag des Anschlages möchten wir Euch nun auffordern, unsere kleine Sammlung von Lebensfragmenten zu komplettieren. So bekommen wir vielleicht einen kleinen Eindruck von dem Tag, der ganz normal begonnen hatte und uns doch unauslöschbar im Gedächtnis haftet.