Mark: Not with my name (update: facebook addresses statement)

Unsitte, ist das richtige Wort, wenn man Facebooks Umgang mit Privatsphäre und Persönlichkeitsrechten beschreiben will.

Nach der Aufregung über facebooks Beacon, einer Art Spähsoftware zum zielsicheren Ausliefern von Werbung, arbeitet facebook weiter an seinem Ruf gelinde gesagt unsensibel und aggressiv eigennützig mit den Daten seiner Nutzer umzugehen: de.facebook.com schaltete bei Google.de Adsense Werbung mit Klarnamen der Nutzer, auch mit meinem.

Nachdem das inzwischen knapp 125 Nutzern von facebook und der halben Blogosphäre sauer aufgestoßen ist, hat facebook diese Art der Werbung zumindest eingestellt, ob der “Spuk” damit vorbei ist, wie Robert mutmaßt, wage ich zu bezweifeln. Zu groß scheint mir in diesem Fall der “kulturelle” Unterschied in der Wahrnehmung von “privacy” zu sein.

Immerhin, und das zeichnet dieses Unternehmen eben auch aus, ist vielleicht der Grund für seinen Erfolg, es realisiert schnell und so antwortet heute Mark Zuckerbergs Büro auf meine E-Mail von gestern:

Mark sent you a message.
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Re: Not with my NAME, Marc

Hi,
This sounds like an issue that Facebook’s User Operations team could help with. I’ve forwarded this message along to them, and someone from that team will reach out to you as soon as possible.

Thanks,
Mark

Update 22:58 Uhr MESZ: Das offizielle Statement von faccebook trudelt ein.

“Facebook hat mehrere Programme getestet, damit Nutzer, mit der Option einer öffentlichen Suchanzeige für die Indexierung von Suchmaschinen, noch schneller in Suchergebnissen zu finden sind. Im Moment läuft dieser Test nicht mehr. Die Anzeigen wurden nur ausgeliefert, wenn a) ein Facebook Nutzer eine öffentliche Suchanzeige für die Indexierung von Suchmaschinen hat und b) wenn nach speziell ihrem Namen auf einer Suchmaschine gesucht wurde. Der Klick auf diese Anzeige führte auf die Hauptseite von Facebook, wo man sich wie immer registrieren muss bevor man ein Freund der gesuchten Person werden kann und bevor irgendwelche Informationen zu sehen sind.

Öffentliche Suchanzeigen zeigen allenfalls die Informationen Name und Foto des Nutzers, und auch nur dann, wenn der Nutzer in seinen Einstellungen der Privatsphäre die Such-Sichtbarkeit auf “Alle” gesetzt hat.
Öffentlich Suchanzeigen gibt es, um unsere Nutzer noch einfacher auffindbar für ihre Freunde auf Suchmaschinen zu machen und können jederzeit von den Nutzern ausgestellt werden. Nur Nutzer die über 18 sind und die die Einstellung “Eine öffentliche Suchanzeige für mich erstellen und diese für die Indexierung von Suchmaschinen verwenden” angekreuzt haben tauchen in externen Suchen auf.”

Ehrlich*. Ich bin mit dieser Antwort nicht zufrieden. Ihre Geschwindigkeit ist bemerkenswert, rechnet man die Sprachbarriere hinzu. Es scheint aber noch eine andere Barriere zu existieren, die ich heute Mittag schon mit Thomas besprach, als wir zu diesem Beitrag telefonierten.

Mehr noch: Die Schaltung der Anzeigen war gekoppelt an die Namen der jeweiligen Personen: Wer nach Hauth suchte, dem wurde diese Anzeige gezeigt. „Irgendwie hatte man ja damit rechnen können, dass es mal so weit kommt“, sagt der Hamburger: „Ich akzeptiere, dass der Google-Suchindex meinen Namen findet. Aber Teil einer Werbung zu sein – das hat eine andere Qualität“, sagt Hauth.

Bei facebook kann oder will man nicht begreifen, dass es einen Unterschied zwischen dem organischen Index von Google und Werbeanzeigen, á la Adwords gibt.

*Hervorhebungen von mir

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