Les Blogs 2.0 // Nachlese (1) – Ben Hammersley

64509733_1465ba9d42_m.jpgIch war das erste Mal auf einer Bloggerkonferenz. Und das erste Mal in Paris. Das macht schon mächtig Eindruck. Paris zunächst, nach dem ersten Warm-up-Tag auch die Konferenz.

Was mir auf jeden Fall in Erinnerung bleiben wird, ist der wahnsinnige Vortrag des englischen Buchautors und Stand-up-Künstlers Ben Hammersley, hier ein Ausschnitt einer seiner Vorträge (aufgenommen in Stockholm).

Er verkörpert den weltpolitischen Anspruch, den diese Bewegung und ihre Protaonisten sich selbst geben. Das Thema, Demokratisierung der Welt durch Blogs war ein Zentrales.


Als aufgeklärter Norddeutscher fällt es mir allerdings schwer, in den Kanon einzustimmen. Zu sehr weiß ich, dass Euphorie eine Vorform der Hysterie oder Angst sein kann. Auf jeden Fall kommen einem die provinziellen Scharmützel in Klein-Blogstedt plötzlich auch genau so vor. Ein gutes Gefühl. Macht kleiner und größer zugleich.

Einer der Sätze, die mich am meisten Beschäftigen, kam ebenfalls von Ben Hammersley, der eloquent beschrieb, warum die Technologie (!) an einer Schwelle der steten autonomen Selbstentwicklung steht. Sinngemäß forderte er die Zuhörer auf ihrem Selbst von vor 10 Jahren zu erklären, was sie hier so täten. Bloggen? RSS, Social Software???
Das lässt einen darüber nachdenken, dass es noch viel Arbeit bedarf denjenigen in den grauen Anzügen, die Web 1.0 noch nicht verstanden haben, zu erklären, was das Ganze überhaupt soll. Ich sehe da eine Horde Euphoriker, die voraneilen, sich dann irgendwann umdrehen und die verdutzten Mienen ihrer Mitmenschen zu sehen bekommen.

So. Genug fürs erste von Ben und den anderen Weirdos. Ein weiteres Highlight war natürlich die nette Diskussion mit Lyssa über mehr Höflichkeit. Manchmal beschleicht mich allerdings das Gefühl, die Stimmung in Paris war so wie sie war, weil wir zwei oder mehr Tage kein Besteck benutzen durften. Und das in Frankreich!