Der große Raub #Kindheit

“Schon 1993 (als uns die Chinesen noch egal waren und es keine Schulvergleiche gab) passierte es: Da empfahlen die Finanzminister aller deutschen Bundesländer, Euch ein Schuljahr wegzunehmen. Nicht die Kultusminister, die sich um die Schulen kümmern! Sondern die Politiker, die aufs Geld aufpassen, die Zahlen statt Menschen sehen und deshalb wissen: Jeder Gymnasiast kostet 5000 Euro im Jahr. Geld für die Lehrer, den Hausmeister, die Tafeln und Turnmatten. Allein an Dir und Deinen 27 Klassenkameraden konnten sie also 140.000 Euro sparen.

Deshalb wurde Euch ein Jahr aus der Schulzeit gestrichen – aus dem Lernstoff aber strich man nur wenig. Ihr sollt auf dem Gymnasium in acht Jahren begreifen, wofür Eure Eltern noch neun Jahre Zeit hatten. Unseren Mangel an Zeit – wir haben ihn zu Eurem gemacht.

Deshalb hast Du jetzt eine 40-Stunden-Woche voller Unterricht und Hausaufgaben. Deshalb hast Du vor wenigen Monaten das Gitarrespielen aufgegeben.”

… schreibt Henning Sußebach bei Zeit-online einen offenen Brief an seine Tochter, die Selbstanklage und Mahnung ist. Ich könnte heulen, wenn ich das lese.

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