20 Jahre Gentrification #Ottensen

Konkrete Anzeichen einer Gentrification-Entwicklung macht auch Tobias Behrens, Geschäftsführer des Stadtteilzentrums „Motte“, in seinem bislang bunt durchmischten Stadtteil Ottensen aus. Die Ladenmieten, berichtet Behrens, seien so abrupt gestiegen, daß es ihm seit Monaten nicht gelinge, Räume für einen dringend benötigten Kinderladen anzumieten. Die ersten türkischen Familien wanderten wegen steigender Mieten in ärmere Viertel ab. „Aus jeder Hundehütte“, sagt der Stadtteilkenner, „wird ein Appartement gemacht.“

aus dem Spiegel, 1988!

Nun frage ich mich, bin ich einer dieser “neuen Städter”? Oder eine Art kulturelles Zwischenwesen, das sich emotional noch im Alten Altona wähnt, wenn ich gegen IKEA in Altona bin?

3 Replies

  • Klar bist Du einer dieser neuen Städter. Ich auch. Jeder, der nur 20-30% seines Nettolohns für eine Warmmiete anlegen muß, die für andere in unerreichbarer, schwindelerregender Höhe liegt. Jeder, der sich überlegt ob er Silvester in Gstaad oder lieber in St. Moritz verbringen soll, und nur deshalb zuhause bleibt und gemütlich mit ein paar Freunden feiert, weil er keinen Bock darauf hatte mit dem Plebs am Flughafen zu stehen und die Schlafwagenabteile im ICE schon seit einem Jahr ausverkauft waren. Jeder, der bei Aldi und beim Gemüsetürken kauft, weil’s irgendwie kult ist, und nicht, weil er muß. Jeder, der seine Kinder in der Multikulti-Grundschule “im Dorf” einschult und schon mal checkt, wie häufig die Bahn zwischen Altona und Othmarschen oder Barmbek und Sierichstraße fährt und wie weit es zum Christianeum, respektive Johanneum ist.

    Andererseits: Home is, where the heart is. ;)

  • Getrifikation begann weit früher — ungefähr als “die Hippies” in die Arbeitersiedlungen zogen;)

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